Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Sozialen Arbeit und ihrer Disziplin „Soziale Altenarbeit“. Was genau die soziale Altenarbeit ist, wie sie sich in den Grundzügen entwickelte und weitere grundlegende Aspekte werden nachfolgend detailliert erläutert. Das ganze Leben hat man sich um die Arbeit, das Haus und die Familie gekümmert - doch wer kümmert sich im Alter um einen? Wer beschäftigt sich mit Menschen, die niemanden haben, deren Angehörige zu sehr beschäftigt sind oder mit den vorhandenen gesundheitlichen Bedingungen nicht zu Recht kommen? Wer steht mit Rat und Tat zur Seite? Genau dieses Alleinsein konnte im benachbarten Seniorenheim beobachtet werden. Abgesehen von den besuchslosen Wochenenden, steigt die Besucherrate auch an Ehrentagen wie Mutter- oder Vatertag, ebenso an Feiertagen wie Weihnachten nicht nennenswert an.
Hammerschmidt hat sein Buch "Gelingendes Alter(n) und Soziale Arbeit" mit einem passenden Spruch begonnen: "Wie müsste eine Gesellschaft beschaffen sein, damit ein Mensch auch im Alter ein Mensch bleibt? Die Antwort ist einfach: Es muss schon immer als Mensch behandelt worden sein." Auch wenn häufig ein Pflegedienst oder stationäres Personal die gesundheitlichen und pflegerischen Tätigkeiten übernimmt, bleiben die sozialen, zwischenmenschlichen und kommunikativen Aspekte allzu oft auf der Strecke. Zwischen getakteten Pflegeeinheiten lässt der Arbeitsalltag, nicht nur in der ambulanten, sondern auch in der stationären Pflege kaum persönliche, zeitlose Aktivität mit einzelnen oder mehreren alten Menschen zu. Diese Situation ist keineswegs ein anzustrebender Zustand im eigenen Alter.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Begriffsbestimmung
2.1 Altenarbeit
2.2 Alte Menschen und ihre Lebenssituation
2.3 Gesundheit und gesundes Altern
3. Beschreibung des Arbeitsfeldes „Soziale Altenarbeit“
3.1 Geschichte
3.2 Rechtliche Grundlagen
3.2.1 Grundrechte
3.2.2 Gesetzlicher Auftrag
3.3 Träger
3.4 Arbeitsfelder
3.4.1 aufsuchende/offene Altenarbeit
3.4.2 ambulante Hilfe
3.4.3 teilstationäre Hilfe
3.4.4 stationäre Hilfe
3.5 Aufgaben
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und praktischen Handlungsfelder der Sozialen Arbeit im Kontext der Altenhilfe, um Möglichkeiten für eine verbesserte Lebensqualität älterer Menschen aufzuzeigen.
- Historische Entwicklung der Altenpolitik und soziale Altersbilder
- Rechtliche Rahmenbedingungen und Grundrechte für ältere Menschen
- Differenzierung der Arbeitsfelder in offene, ambulante, teilstationäre und stationäre Altenhilfe
- Methodische Ansätze wie Case-Management und Biografiearbeit
- Interprofessionelle Zusammenarbeit und Anforderungen an die professionelle Pflege
Auszug aus dem Buch
3.4.1 aufsuchende/offene Altenarbeit
Die offene Altenarbeit nimmt Bezug auf die Bereiche Bildung, Soziales und Kultur. Ihr Ziel ist es, alte Menschen in das ortsnahe Gemeinschaftsgefüge zu integrieren, die Förderung der Selbstorganisation, Solidarität und die Förderung und Aufrechterhaltung der Nachbarschaftshilfe.
Sozialpädagogische Fachkräfte nehmen in diesem Bereich folgende Aufgaben war: Integration neuer Besucher, Gründung neuer Gemeinschaften, Gestaltung alltagsnaher Bildungsarbeit, Vermittlung von Beratungsdiensten, Hilfe in Krisensituationen, Organisation von Fahrdiensten, Vermittlung weiterführender Hilfen, fachliche Begleitung ehrenamtlich Tätiger.
Ein Bereich der offenen Altenarbeit ist die Beratung. Diese setzt an den Bedürfnissen, Ressourcen und den aktuellen Lebensumstände des Klienten an und erfolgt auf dessen Wunsch. Ziel ist es in problemorienterter Interaktion gemeinsam nach Lösungen zu suchen, den Blickwinkel zu ändern und auch Alternativen aufzuzeigen, sowie Entscheidungshilfen zu geben. Beratung erfolgt dort, wo es um den Einstieg in das Versorgungsnetz geht, Weitervermittlung und um die Passgenauigkeit von Hilfeangeboten Im Prozess vom selbstständigen zum abhängigen Alter, der sich meist schleichend vollzieht, fehlt es häufig an rechtzeitiger Beratung und situativ angemessener Änderung des Hilfebedarfs. Dies gilt es zu optimieren.
Weitere Angebote in diesem Bereich sind Erzählcafés, Seniorentanzkreise, Wissensbörsen, traditionelle Altenclubs, Unterhaltungs- und Bildungsangebote sowie Freizeitangebote.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der Einsamkeit im Alter und begründet die Relevanz der Sozialen Arbeit in diesem Kontext.
2. Begriffsbestimmung: Hier werden zentrale Begriffe wie Altenarbeit, Altenhilfe und die Lebenssituation älterer Menschen definiert sowie der Zusammenhang von Gesundheit und gesundem Altern erläutert.
3. Beschreibung des Arbeitsfeldes „Soziale Altenarbeit“: Dieses umfangreiche Kapitel behandelt die historische Entwicklung, die rechtlichen Grundlagen, die verschiedenen Trägerstrukturen sowie die Einteilung der Altenhilfe in offene, ambulante, teilstationäre und stationäre Bereiche.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und weist auf den hohen Handlungsbedarf in der Altenarbeit hin, insbesondere im Hinblick auf Personalschlüssel und notwendige gesellschaftliche Veränderungen.
Schlüsselwörter
Soziale Altenarbeit, Altenhilfe, Altern, Lebensqualität, Sozialpädagogik, Case-Management, Biografiearbeit, ambulante Pflege, stationäre Altenhilfe, soziale Integration, Altersbilder, Pflegebedürftigkeit, Seniorenpolitik, Beratungsdienste, intergenerative Arbeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Publikation grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen und praktischen Aspekten der Sozialen Arbeit im Feld der Altenhilfe, wobei sie sowohl historische als auch aktuelle Herausforderungen beleuchtet.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition des Alterns, die rechtlichen Grundlagen, die verschiedenen Versorgungsformen sowie die spezifischen Aufgaben sozialpädagogischer Fachkräfte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erläuterung der Handlungsfelder Sozialer Altenarbeit und die Identifikation von Möglichkeiten zur Förderung der Lebensqualität im Alter.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse aktueller sozialgerontologischer und sozialpädagogischer Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, die Darlegung rechtlicher Aspekte sowie eine detaillierte Differenzierung der Altenhilfe in offene, ambulante, teilstationäre und stationäre Arbeitsfelder.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Soziale Altenarbeit, Altenhilfe, Lebensqualität, Case-Management und interprofessionelle Zusammenarbeit.
Welche Bedeutung hat das Case-Management in der Altenarbeit?
Case-Management dient dazu, bei komplexen Problemen im Lebensalltag die nötige Versorgung unter Einbeziehung weiterer Dienstleister professionell zu steuern.
Was versteht man unter dem in der Arbeit erwähnten Defizitmodell?
Das Defizitmodell beschreibt eine historische Sichtweise, die das Altern primär als unaufhörlichen Verfall sowie als Verlust von Rollen und Funktionen interpretierte.
Wie unterscheidet sich die stationäre von der ambulanten Altenhilfe?
Während die ambulante Hilfe das Leben in der eigenen Wohnung unterstützt, bietet die stationäre Hilfe eine Ganztagsbetreuung in einer Einrichtung, was mit einer grundlegenden Veränderung der Lebenssituation einhergeht.
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- Anke Dohemann (Author), 2019, Die soziale Altenarbeit und der Umgang mit alten Menschen. Geschichte und Aufgaben, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/590572