Auch wenn Kunst und Kunstpolitik nur einen Teilbereich der Politik faschistischer System einnehmen, so geben sie doch Auskunft wie faschistische Systeme als Ganzes funktionieren, weshalb im Rahmen dieser Hausarbeit die Frage beantwortet werden soll, welchen Einfluss der Faschismus in Deutschland und Italien auf die Kunst hatte und ob es möglich ist daraus übergreifende Merkmale faschistischer Systeme zu erkennen.
Der historische Vergleich soll hier als Methode genutzt werden. Durch den analytischen Vergleich sollen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Systeme dargestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Kunst in der Zeit des Italienischen Faschismus
2.1 Faschismus und Futurismus
2.2 Die Situation vor dem Marsch auf Rom
2.3 Die Situation nach dem Marsch auf Rom
2.4 Die Situation der Künstler
3. Kunst im „Dritten Reich“
3.1 Kunstpolitik in Deutschland
3.2 „Deutsche Kunst“ und „Entartete Kunst“
3.3 Die Situation der Künstler
3.4 Der Kampf gegen die Moderne
4. Vergleich Deutschland und Italien
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss faschistischer Systeme in Deutschland und Italien auf die zeitgenössische Kunst, insbesondere die Malerei, um festzustellen, ob sich daraus übergreifende Merkmale dieser politischen Systeme ableiten lassen.
- Der historische Vergleich der Kunstpolitik zwischen dem italienischen Faschismus und dem Nationalsozialismus.
- Die Rolle des Futurismus im Kontext des italienischen Faschismus.
- Die Instrumentalisierung der Kunst durch das NS-Regime und das Konzept der „Entarteten Kunst“.
- Die Auswirkungen der staatlichen Kontrolle auf die Situation der Künstler in beiden Ländern.
- Die Analyse der Unterschiede und Gemeinsamkeiten im staatlichen Umgang mit kulturellem Schaffen.
Auszug aus dem Buch
2.1 Faschismus und Futurismus
Trotz des totalitären Anspruchs des italienischen Regimes, auch die Kunst durch die Politik zu kontrollieren, war die Kunstszene Italiens recht aktiv und, besonders im Vergleich zu Deutschland, verhältnismäßig offen und modern. Viele verschiedene Kunstrichtungen konnten gleichzeitig bestehen, es wurden viele Ausstellungen veranstaltet und verschiedene Kunstpreise wurden eingeführt. Natürlich war dies nur im Rahmen der nationalistischen und faschistischen Ideologie geduldet, aber die Frage stellt sich trotzdem, ob diese Vielfalt an künstlerischen Schaffen ein Zeichen des Versagens oder gar Fehlens einer Kunstpolitik war oder ob dies sogar von dem Regime absichtlich gefördert wurde.
Diese Frage soll in den folgenden Abschnitten beantwortet werden. Dabei wird ein besonderer Fokus auf die Verbindung zwischen Futurismus und Faschismus gelegt, da diese Verbindung wichtig für das Verständnis der Kunstpolitik ist und auch zum Teil die unterschiedliche Entwicklung zur deutschen Kunstpolitik erklärt.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Es wird die Forschungsfrage nach dem Einfluss des Faschismus auf die Kunst in Deutschland und Italien sowie der Wunsch nach einer Definition faschistischer Systeme unter kunstpolitischen Gesichtspunkten dargelegt.
2. Kunst in der Zeit des Italienischen Faschismus: Dieses Kapitel analysiert das Verhältnis zwischen dem Futurismus und dem italienischen Regime sowie die Steuerung der Kunst durch Syndikate.
3. Kunst im „Dritten Reich“: Hier wird die zentralistische, ideologisch geprägte Kunstpolitik Deutschlands, das Verbot der Kunstkritik und der Umgang mit moderner Kunst untersucht.
4. Vergleich Deutschland und Italien: Die beiden Systeme werden gegenübergestellt, wobei insbesondere die unterschiedliche Effizienz und Aggressivität der jeweiligen Kunstpolitik hervorgehoben wird.
5. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass zwar beide Regime die Kunst zur Propaganda nutzten, ein eindeutiger „Merkmalskatalog“ für faschistische Kunst jedoch aufgrund der unterschiedlichen Bedingungen nicht erstellt werden kann.
Schlüsselwörter
Faschismus, Nationalsozialismus, Kunstpolitik, Italien, Deutschland, Futurismus, Entartete Kunst, Malerei, Propaganda, Totalitarismus, Gleichschaltung, Reichskulturkammer, Kunstgeschichte, Ideologie, Kulturverfall.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen faschistischen politischen Systemen und ihrer jeweiligen Kunstpolitik im 20. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Kunst in Italien und Deutschland unter den Bedingungen des Faschismus bzw. Nationalsozialismus sowie der Analyse von Kunst als Propagandainstrument.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Einfluss dieser politischen Systeme auf die Malerei zu bestimmen und zu prüfen, ob sich daraus universelle Merkmale für eine „faschistische Kunst“ ableiten lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die Methode des historischen, analytischen Vergleichs angewandt, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Systeme herauszuarbeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Kunstpolitik in Italien, insbesondere die Beziehung zum Futurismus, sowie die striktere, ideologisch motivierte Kunstpolitik im „Dritten Reich“ und deren Auswirkung auf die Künstler.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe umfassen Faschismus, Kunstpolitik, Totalitarismus, Propaganda, Futurismus, Gleichschaltung und Entartete Kunst.
Warum konnte das faschistische Regime in Italien die Kunst weniger stark kontrollieren als das deutsche?
Aufgrund der langsameren Etablierung der Diktatur in Italien und fehlender technologischer Mittel, wie sie im NS-Regime durch Radio und Film zur Verfügung standen, blieb die italienische Kunstszene ambivalenter und offener.
Welche Rolle spielte der Futurismus für Mussolini?
Der Futurismus war anfänglich stark mit dem frühen Faschismus verbunden, wurde jedoch später als eigenständige, wenn auch untergeordnete Kraft innerhalb der faschistischen Kulturlandschaft toleriert.
- Arbeit zitieren
- Ben Joy Muin (Autor:in), 2018, Faschistische Systeme im Vergleich. Die Kunstpolitik des deutschen und italienischen Faschismus, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/588002