Im Rahmen der Biografiearbeit widmet sich der Verfasser in der vorliegenden Arbeit dem Bezug zwischen sozialer Arbeit und Menschen, die an der Chromosomenanomalie Trisomie 21 erkrankt sind.
Nach einer theoretischen Einführung in die Besonderheiten der Erkrankung werden statistische Erkenntnisse dargelegt, die einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Inklusion der Betroffenen und deren Lebenserwartung nahelegen.
Da der vorgegebene Rahmen der Arbeit einen Nachweis dieser Augenfälligkeit nicht zulässt, sieht sich der Verfasser veranlasst, diesen Fakt als gegeben vorauszusetzen und trifft im weiteren Verlauf Aussagen zu den Voraussetzungen, unter denen soziale Arbeit die Inklusion der Betroffenen unterstützen kann.
Dabei werden neben den Chancen, die eine gelungene Inklusion verspricht, auch Anforderungen an das involvierte Personal formuliert und Grenzen der sozialen Arbeit auf diesem Gebiet aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Definition von Trisomie 21
2.2 Statistik zur Erkrankung Trisomie 21
2.3 Historie von Trisomie 21
2.4 Merkmale der an Trisomie 21 Erkrankten
2.5 Definition von Inklusion
3 Entwicklungsperspektive Betroffener
4 Einfluss der sozialen Arbeit auf eine mögliche Inklusion an Trisomie erkrankter Menschen
5 Diskussion/Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Beitrag der sozialen Arbeit zur erfolgreichen Inklusion von Menschen mit Trisomie 21. Dabei wird analysiert, unter welchen Voraussetzungen eine gelungene Teilhabe möglich ist, welche Anforderungen an das Fachpersonal gestellt werden und wo die Grenzen der sozialen Arbeit in diesem Kontext liegen.
- Grundlagen der Trisomie 21 (Definition, Statistik, Historie, Merkmale)
- Konzept der Inklusion nach UN-Behindertenrechtskonvention
- Entwicklungsmöglichkeiten und Lernbedarfe von Betroffenen
- Anforderungen an Fachkräfte und institutionelle Rahmenbedingungen
- Diskussion über die Rolle der sozialen Arbeit in einem wachstumsorientierten Umfeld
Auszug aus dem Buch
Merkmale der an Trisomie 21 Erkrankten
Mit Trisomie geborene Kinder sind von Geburt an anhand div. optischer Auffälligkeiten erkennbar. Sie haben einen kurzen Schädel mit abgeflachtem Hinterkopf und flachem Gesicht und weit auseinanderstehende Augen mit nach außen hin schräg nach oben verlaufender Lidachse. Ihre Ohren sind kleiner als bei anderen Kindern, aufgrund der großen Zunge halten sie den Mund häufig offen (vgl. Abb. 2). Dabei tritt vermehrter Speichelfluss auf.
Die Hände der Betroffenen sind kurz und kräftig, ebenso wie die Füße, an denen ein großer Abstand zwischen der ersten und zweiten Zehe auffällt. Die meisten Betroffenen haben einen verminderten Muskeltonus und ca. 50 Prozent von ihnen weisen Fehlbildungen an den inneren Organen auf (Markfeld-Erol, 2019, S. 1277). Weitere Auffälligkeiten beschreibt Rudolf Schweitzer (2012, S. 115): Insbesondere Herzfehler, meist als Septumdefekt (Verkümmerung der Scheidewand zwischen den Herzvorhöfen) treten bei jedem zweiten Erkrankten in Erscheinung.
Zudem kommt es häufig zu Fällen von Mikrozephalie (verringerter Kopfumfang) mit geistiger Behinderung, Minderwuchs (Kleinwüchsigkeit), einer auffällig breiten Nasenwurzel, einem unterentwickelten Kiefer inkl. der Zähne, an den Extremitäten einer sogenannten Vierfingerfurche (quer zur Handfläche verlaufende Falte zwischen dem Zeige- und kleinen Finger) und weiteren Deformierungen an den Händen und/oder Füßen, z. B. der sog. Sandalenlücke (vgl. Abb. 3). Isolde Richter (2015, S. 94) erwähnt zusätzlich eine erhöhte Infektanfälligkeit und ein zwölf- bis zwanzigfaches Risiko, an Leukämie zu erkranken. Der Arbeitskreis Down-Syndrom Deutschland e. V. (2017) benennt weitere Einschränkungen durch Seh- und Hörstörungen sowie Darmfehlbildungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der genetischen Anomalie Trisomie 21 ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Rolle der sozialen Arbeit bei der Inklusion von Betroffenen.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert medizinische Definitionen, statistische Eckdaten, historische Entwicklungen sowie physische Merkmale und definiert den Begriff der Inklusion als Grundlage der Arbeit.
3 Entwicklungsperspektive Betroffener: Hier wird die notwendige frühkindliche Förderung und die Bedeutung von Sprachtherapie und angepassten Lernstilen für die Entwicklung von Menschen mit Trisomie 21 beleuchtet.
4 Einfluss der sozialen Arbeit auf eine mögliche Inklusion an Trisomie erkrankter Menschen: Das Kapitel analysiert die konkreten Aufgaben und Anforderungen an pädagogische Fachkräfte sowie die institutionellen Voraussetzungen für eine gelungene Inklusion in Kindertagesstätten und Schulen.
5 Diskussion/Fazit: Das abschließende Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und kritisiert die aktuellen Rahmenbedingungen, wie Gruppengrößen und Finanzierungsmodelle, die eine optimale Inklusion erschweren.
Schlüsselwörter
Trisomie 21, Soziale Arbeit, Inklusion, Down-Syndrom, Frühförderung, Behindertenpädagogik, UN-Behindertenrechtskonvention, Entwicklungsverzögerung, Integrationshelfer, Teilhabe, Stigmata, Lebensqualität, Pädagogische Fachkräfte, Selbstbestimmung, Chromosomenanomalie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Menschen mit Trisomie 21 und untersucht, welchen Beitrag die soziale Arbeit leisten kann, um eine erfolgreiche gesellschaftliche Inklusion der Betroffenen zu fördern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Felder sind die medizinischen und historischen Hintergründe der Trisomie 21, das Konzept der Inklusion, Anforderungen an Betreuungspersonen sowie die strukturellen Hürden in Bildungseinrichtungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Forschungsfrage lautet: Wie kann soziale Arbeit erfolgreich zu einer gelungenen Inklusion der von Trisomie 21 Betroffenen beitragen?
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Verfasser?
Der Autor stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur, historischen Quellen und statistischen Daten, um daraus Anforderungen an die praktische soziale Arbeit abzuleiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung (Definition, Historie, Merkmale), die Darstellung von Entwicklungsperspektiven und eine kritische Analyse des Einflusses der sozialen Arbeit auf die Inklusionspraxis.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Trisomie 21, Inklusion, soziale Arbeit, Frühförderung und Teilhabe beschreiben.
Warum ist laut der Arbeit eine frühzeitige Inklusion so entscheidend?
Im frühen Kindesalter ist das Bewusstsein für ein "Anderssein" bei Kindern noch weniger ausgeprägt, was ein gemeinsames Spielen und Lernen natürlicher macht und die Akzeptanz fördert.
Welche Rolle spielen Inklusionshelfer in der täglichen Praxis?
Inklusionshelfer unterstützen Kinder mit Trisomie 21 bedürfnisgerecht im Kindergarten- und Schulalltag, damit sie trotz ihrer Beeinträchtigung in einer regulären Gemeinschaft aufwachsen können.
Welche systemischen Hindernisse benennt der Verfasser für eine erfolgreiche Inklusion?
Der Verfasser kritisiert insbesondere zu große Gruppen- oder Klassengrößen, räumliche Defizite, den Mangel an Fachkräften sowie eine wachstumsorientierte Finanzierungsstruktur, die individuelle pädagogische Arbeit erschwert.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Einfluss der sozialen Arbeit auf eine mögliche Inklusion an Trisomie erkrankter Menschen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/584750