Woher stammt die Bezeichnung der Regenbogenfamilie? Wie setzen sich diese Familien zusammen, wie leben sie und was macht sie aus? Was sind häufige geäußerte Vorurteile gegen homosexuelle Eltern und wie entstehen sie?
Regenbogenfamilien erfuhren über die letzten Jahre sukzessive eine rechtliche Annäherung zu heteronormativen Familienformen. Die letzte gesetzliche Novellierung fand jüngst im September 2017 statt, seither ist es auch gleichgeschlechtlichen Paaren möglich eine gesetzliche Ehe einzugehen. Die damit verbundenen Rechte und Pflichten sollen in der Arbeit betrachtet werden und aufzeigen, in welchen Bereichen das Leben der Regenbogenfamilien zukünftig deutliche Vereinfachungen erfahren kann. Abschließend sollen die gewonnen Erkenntnisse Aufschluss über Möglichkeiten zur Überwindung der Diskriminierung von Regenbogenfamilien geben und Möglichkeiten der Unterstützung durch die Soziale Arbeit aufzeigen.
Regenbogenfamilien haben mit Diskriminierung in unterschiedlichster Form zu tun und obwohl wissenschaftliche Studien belegen, dass gleichgeschlechtliche Eltern genauso gut wie heterosexuelle Paare Kinder erziehen können, halten sich Vorurteile und ausgrenzende Strukturen weiterhin hartnäckig.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Was sind Regenbogenfamilien?
2.1 Entstehung der Bezeichnung ‚Regenbogenfamilie‘
2.2 Zahl und Entstehungsgeschichte der Kinder
2.3 Erziehungsverhalten, Hausarbeit und Erwerbstätigkeit
2.4 Sozioökonomischer Status
3 Rechtliche Rahmung der Regenbogenfamilien
4 Diskriminierung im Alltag von Regenbogenfamilien
4.1 „Unsichtbarkeit“ in Bürokratie und Öffentlichkeit
4.2 Infragestellung und Adaption an heteronormative Rollenverständnisse
4.3 Geschlechtliche und sexuelle Entwicklung der Kinder in Regenbogenfamilien
4.4 Diskriminierung der Kinder auf Grund der Homosexualität der Eltern
5 Vorbeugung von Diskriminierung
5.1 Was können Regenbogenfamilien selbst tun?
5.2 Was kann Schule tun?
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebensrealitäten von Regenbogenfamilien in Deutschland, mit einem besonderen Fokus auf Diskriminierungserfahrungen und professionelle Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit.
- Struktur und Definition von Regenbogenfamilien
- Rechtliche Rahmenbedingungen und deren Entwicklung
- Alltagsdiskriminierung und gesellschaftliche Unsichtbarkeit
- Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder
- Präventionsstrategien für Regenbogenfamilien und Schulen
Auszug aus dem Buch
4.1 „Unsichtbarkeit“ in Bürokratie und Öffentlichkeit
Schon die Geburt eines Kindes in einer Regenbogenfamilie stellt die Eltern vor einen bürokratischen Ausnahmefall. Das Standesamt sieht als Eintragungsmöglichkeit nur „Mutter“ und „Vater“ vor. Die Möglichkeit des Vermerks einer gleichgeschlechtlichen Elternschaft gibt es nicht, auch bei der Anmeldung zum Kindergarten oder im Anamnesebogen beim Kinderarzt findet diese Form der Elternschaft in aller Regel keine Berücksichtigung (vgl. Hartmann 2014: 215). Wäre diese Möglichkeit gegeben, wäre diese Familienform öffentlich präsenter und es gäbe, ähnlich wie durch die gendersensible Schreibweise, zumindest einen Hinweis auf die Existenz und Anerkennung weiterer Familienformen neben der heteronormativen.
Die Regenbogenfamilie ist für Außenstehende oft nicht eindeutig biologisch-normativ einzuordnen. Gerade lesbische Mütterpaare mit Kindern werden meistens gar nicht als Familienverband wahrgenommen, sondern eher als „Freundinnen mit Kind*ern“. So sind sie als Familie im öffentlichen Raum oft unsichtbar (vgl. Rauchfleisch 2005: www.lsvd.de). Für ein lesbisches oder schwules Elternpaar ist es nicht sicher am Eingang zum Zoo oder dem Freibad eine Familienkarte zu erhalten, es ist durchaus möglich, dass ihnen diese verwehrt bleibt, da sie als Familienform ignoriert oder abgelehnt werden (vgl. Hartmann 2014: 217).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz des Themas Regenbogenfamilien in der modernen Familienforschung und Definition der zentralen Fragestellungen.
2 Was sind Regenbogenfamilien?: Definition und sozioökonomische Einordnung von Regenbogenfamilien sowie Analyse ihrer Entstehungsweisen.
3 Rechtliche Rahmung der Regenbogenfamilien: Darstellung der rechtlichen Entwicklung, insbesondere im Hinblick auf das Adoptionsrecht und die rechtliche Gleichstellung.
4 Diskriminierung im Alltag von Regenbogenfamilien: Analyse der täglichen Barrieren, der mangelnden Sichtbarkeit und der Auswirkungen auf Kinder und Eltern.
5 Vorbeugung von Diskriminierung: Handlungsempfehlungen für betroffene Familien sowie konkrete Strategien für pädagogische Fachkräfte und Schulen.
6 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Erkenntnisse über das Kindeswohl in Regenbogenfamilien und Rolle der Sozialen Arbeit.
Schlüsselwörter
Regenbogenfamilie, Diskriminierung, Soziale Arbeit, Homosexualität, Familienformen, Elternschaft, Inklusion, Adoptionsrecht, Queer-Family, Kindeswohl, Heteronormativität, Gender, Rechtliche Gleichstellung, Identitätsstiftung, Familienforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Lebenssituation von Regenbogenfamilien in Deutschland, analysiert deren soziale und rechtliche Lage sowie die Herausforderungen durch Diskriminierung.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen, der sozioökonomische Status, Diskriminierung im öffentlichen Raum und Handlungsansätze für die Soziale Arbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Regenbogenfamilien Diskriminierung erfahren und wie ein professioneller Umgang aus Sicht der Sozialen Arbeit gestaltet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur, Studien und dem aktuellen Forschungsstand zur Lebenssituation von Regenbogenfamilien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Regenbogenfamilien, rechtliche Grundlagen, Analysen zu Alltagshindernissen sowie Präventionsmaßnahmen in Schule und privatem Umfeld.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Regenbogenfamilie, Diskriminierung, Inklusion, Kindeswohl und Soziale Arbeit definieren.
Welche Rolle spielt die „Unsichtbarkeit“ in der Bürokratie für diese Familien?
Die Unsichtbarkeit, etwa durch fehlende Optionen in Formularen (nur „Mutter“/„Vater“), erschwert die öffentliche Anerkennung und führt zu bürokratischen Hürden im Alltag.
Welche spezifischen Empfehlungen werden an Schulen gerichtet?
Schulen sollen die Sichtbarkeit von Regenbogenfamilien erhöhen, diskriminierende Sprache vermeiden und die Vielfalt von Familienformen in den Unterricht integrieren.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Diskriminierung von Regenbogenfamilien. Möglichkeiten der Unterstützung durch die Soziale Arbeit für Familien mit einem gleichgeschlechtlichen Paar, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/583596