1 Einleitung
In dieser Hausarbeit beschäftigen wir uns mit der EU-Osterweiterung unter Betrachtung ausgewählter ordnungspolitischer Aspekte.
Zunächst befassen wir uns in Kapitel 2 mit der Chronologie der Osterweiterung. Darin werden die Etappen der einzelnen Beitrittskandidaten auf dem Weg in die Europäische Union beschrieben. Die Aufnahmekriterien des EU-Beitritts werden in Kapitel 3 erläutert.
In Kapitel 4 werden ausgewählte ordnungspolitische Aspekte am Beispiel der Strukturpolitik, Arbeitsmarktpolitik und der Agrarpolitik zum Zeitpunkt vor dem 01. Mai 2004 dargestellt.
Anschließend gehen wir auf Probleme und Chancen der EU-Osterweiterung in Kapitel 5 ein. Genauer werden dabei soziale und staatsrechtliche Aspekte untersucht.
Der Bezug zum Sachverständigenrat wird in Kapitel 6 hergestellt, bevor wir in Kapitel 7 mit einem kurzen Fazit abschließen.
Gliederung
1. Einleitung
2. Chronologie der EU-Osterweiterung
3. Aufnahmekriterien des EU-Beitritts
4. Ausgewählte ordnungspolitische Aspekte der EU-Osterweiterung
4.1 Strukturpolitik
4.1.1 Entwicklung in der EU-15
4.1.2 Anforderung an die Beitrittskandidaten
4.1.3 Reformen der Strukturpolitik
4.1.3.1 Szenario „Status Quo EU-27“
4.1.3.2 Szenario „Moderate Reform EU-27“
4.1.3.3 Szenario „Entschiedene Reform EU-27“
4.2 Arbeitsmarktpolitik
4.3 Agrarpolitik
5. Probleme und Chancen der EU-Osterweiterung
5.1 Soziale Probleme der EU-Osterweiterung
5.2 Staatsrechtliche Aspekte der EU-Osterweiterung
6. Die EU-Osterweiterung aus Sicht des Sachverständigenrates
7. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die EU-Osterweiterung unter der spezifischen Betrachtung ausgewählter ordnungspolitischer Aspekte, insbesondere im Hinblick auf den Integrationsprozess und dessen ökonomische Auswirkungen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich dabei mit den strukturellen, arbeitsmarktpolitischen und agrarpolitischen Herausforderungen, die sich für die EU-15 sowie die Beitrittsländer ergeben.
- Chronologie und Meilensteine des Erweiterungsprozesses
- Analyse ordnungspolitischer Rahmenbedingungen (Struktur-, Arbeitsmarkt- und Agrarpolitik)
- Sozioökonomische Chancen und Risiken der Osterweiterung
- Beurteilung der Integration aus Sicht des Sachverständigenrates
Auszug aus dem Buch
4.2 Arbeitsmarktpolitik
Die Freizügigkeit der Arbeitskräfte in einer um zehn Länder erweiterten Gemeinschaft stellt eine der heikelsten Fragen dar. Mit der EU-Mitgliedschaft erhalten die Menschen das Recht auf freien Personenverkehr, d. h. unter anderem erlangen sie die dauerhafte Niederlassungs- und Beschäftigungsfreiheit in der gesamten EU. Weiterhin stellen die mittel- und osteuropäischen Länder aufgrund der Billiglohnarbeiter eine starke Konkurrenz zu vielen Ländern dar. In Deutschland herrscht seit dem Stopp der Gastarbeiterpolitik eine eher negative Einstellung zu Zuwanderungen. Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist die Mobilität der Produktionsfaktoren grundsätzlich ein „elementarer Bestandteil einer marktwirtschaftlichen Ordnung“15 Sie gehört zu ihren Erfolgsbedingungen. Folglich ist also Arbeitsmigration deshalb prinzipiell positiv zu bewerten. Eine Zuwanderung von Arbeitskräften kann also den gesamtwirtschaftlichen Wohlstand erhöhen.
Voraussetzung dafür ist, dass eine wettbewerbliche Ordnung herrscht und die Arbeitsmärkte gleichwertig sind. Allerdings können Verteilungsprobleme bei der Entlohnung entstehen, wenn die Gewerkschaften z. B. zuwanderungsbedingte Lohneinbußen nicht akzeptieren. Dies führt dann zu Arbeitslosigkeit.
Bei der Betrachtung der Arbeitsmärkte sollten zwei Gesichtspunkte beleuchtet werden. Zum einen gibt es verschiedene Qualitäten von Arbeit; Menschen, die niedrigqualifiziert sind und Menschen, die hochqualifiziert sind. In Deutschland und anderswo entsteht die Arbeitslosigkeit zu einem hohen Maße von Geringqualifizierten. Zum anderen sollte man berücksichtigen, dass der Arbeitsmarkt aus vielen Teilarbeitsmärkten besteht, auf denen unterschiedliche Umstände vorherrschen. In der heutigen Zeit kann man einen Überschuss an Arbeitskräften im Niedrigqualifikationsbereich nachweisen, während auf höherqualifizierten Märkten eher eine Markträumung zu beobachten ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über den thematischen Rahmen und erläutert den strukturellen Aufbau der Untersuchung zur EU-Osterweiterung.
2. Chronologie der EU-Osterweiterung: Dieses Kapitel beschreibt den langwierigen Prozess der Annäherung zwischen der EG/EU und den osteuropäischen Transformationsländern von 1988 bis zum Beitritt.
3. Aufnahmekriterien des EU-Beitritts: Hier werden die in Kopenhagen 1993 festgelegten politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Bedingungen für einen Beitritt erläutert.
4. Ausgewählte ordnungspolitische Aspekte der EU-Osterweiterung: Es erfolgt eine detaillierte Untersuchung der Strukturpolitik, Arbeitsmarktpolitik und Agrarpolitik mit ihren jeweiligen Herausforderungen und Reformszenarien.
5. Probleme und Chancen der EU-Osterweiterung: Dieses Kapitel beleuchtet soziale Spannungen, regionale Polarisierungen sowie die grundlegende Notwendigkeit politischer Stabilität im Osten.
6. Die EU-Osterweiterung aus Sicht des Sachverständigenrates: Die Arbeit analysiert den Integrationsverlauf basierend auf ökonomischen Indikatoren wie BIP-Wachstum, Konsum und Investitionen gemäß dem Jahresgutachten 2004/2005.
7. Fazit: Das Fazit fasst die ökonomischen Wirkungen zusammen und betont die Priorität von Freiheit, Frieden und Stabilität in der erweiterten Union.
Schlüsselwörter
EU-Osterweiterung, Ordnungspolitik, Strukturpolitik, Arbeitsmarktpolitik, Agrarpolitik, Transformationsländer, Integrationsfähigkeit, Wirtschaftswachstum, Beitrittskriterien, Sachverständigenrat, Freizügigkeit, Binnenmarkt, Wohlstand, EU-15, MOE-Staaten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit den ökonomischen und ordnungspolitischen Auswirkungen der EU-Osterweiterung im Mai 2004 unter besonderer Berücksichtigung der Herausforderungen für die alten und neuen Mitgliedsstaaten.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Strukturpolitik, die Arbeitsmarktpolitik und die Agrarpolitik, ergänzt durch eine Analyse der sozialen und staatsrechtlichen Bedingungen der Erweiterung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die ordnungspolitischen Aspekte der EU-Osterweiterung darzustellen und zu beurteilen, wie sich die Transformation und Integration der MOE-Staaten auf die EU auswirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung wirtschaftspolitischer Studien (insb. des DIW) sowie der Analyse von Gutachten des Sachverständigenrates zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische historische Betrachtung, die Definition der Beitrittskriterien und eine detaillierte ordnungspolitische Analyse der drei genannten Kernbereiche sowie deren Erfolgs- und Risikofaktoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie EU-Osterweiterung, Strukturpolitik, Integrationsfähigkeit, Transformationsländer und ordnungspolitische Aspekte beschreiben.
Wie bewerten die Autoren die Rolle des Sachverständigenrates?
Die Autoren nutzen das Gutachten 2004/2005 des Sachverständigenrates als Referenz, um den tatsächlichen ökonomischen Integrationsfortschritt der neuen Mitgliedsstaaten empirisch zu belegen.
Welche spezifische Schlussfolgerung wird hinsichtlich der Agrarpolitik getroffen?
Die Autoren stellen fest, dass die Integration der Landwirtschaft der neuen Mitglieder mit erheblichen Haushaltsbelastungen durch Direktzahlungen und dem Bedarf an Anpassungen der Marktordnungen verbunden ist.
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- Marion Brelage (Author), Malte Duhn (Author), 2006, Die EU-Osterweiterung unter Betrachtung ausgewählter ordnungspolitischer Aspekte, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/57897