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Die Disidentität der Formen - Wie Mondrian eine Bedeutung erzeugt

Titel: Die Disidentität der Formen - Wie Mondrian eine Bedeutung erzeugt

Hausarbeit , 2005 , 16 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Frank Dersch (Autor:in)

Kunst - Malerei

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

1925 kam es zwischen Theo van Doesburg und Piet Mondrian innerhalb der Künstlergruppe "De Stijl" aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen über die Autonomie der Kunst zum Bruch. Von diesem Zeitpunkt an trieb van Doesburg die Autonomisierung der abstrakten Kunst voran und veröffentlichte ein Jahr vor seinen Tod „Die Grundlagen der konkreten Malerei“ . In diesem Manifest wird derjenige Status eines Bildes impliziert, den W. Kambartel später „die Seins- und Bedeutungsidentität“ nennen wird, was bedeutet, dass in der konkreten Malerei Signifikant und Signifikat innerhalb des Bildes zusammenfallen, oder wie es die Verfasser des Manifestes ausdrücken: „Ein bildnerisches Element bedeutet nur sich selbst; folglich bedeutet das Bild nur sich selbst.“ Diese Radikalisierung der Abstraktion hin zur vollkommenen Selbstreferentialität des Bildes entleert das Kunstwerk zunächst von jeder außerästhetischen Semantik und generiert gleichzeitig die völlige Autonomie der Kunst, da sie erst in der Konkretion im Sinne van Doesburgs auch von den abstrakten Gesetzmäßigkeiten der Natur befreit ist. Jedoch führt dieses Konzept nicht zwangsläufig zu semantisch leeren Bildern, wie W. Kambartel im „Historischen Wörterbuch der Philosophie“ erläutert: „Indessen verzichtet eine in diesem Sinne konkrete Kunst nicht notwendig auf jeden semantischen Bezug auf eine außerhalb ihrer Seins- und Bedeutungsidentität liegende Wirklichkeit. Vielmehr ist […] die neue Identität gerade die Bedingung für eine ebenso neue Disidentität, die ohne diese Identität nicht vorgestellt werden kann; denn kraft der ihnen selbst innewohnenden Semantik informieren die gegenstandsfreien Farben und Formen über eine außerhalb sowohl des gegenständlichen als auch des gegenstandslosen Bereichs liegende kosmische Wirklichkeit.“ Eben jene „neue Disidentität“ will ich nun anhand von zwei exemplarischen Werken Mondrians aufzeigen, der nicht den Schritt zur radikalen Autonomisierung der Kunst machte wie sein langjähriger Weggefährte van Doesburg. Es stellt sich also die Frage, wie die Bilder Mondrians ihre Selbstidentität auflösen und eine außerästhetische Semantik erzeugen, die zum einen bildimmanent und zum anderen durch die theoretischen Texte Mondrians entsteht. Diese beiden sinnstiftenden Pole sollen nun in der Arbeit getrennt voneinander untersucht werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Bilder

2. Einleitung

3. Wie hebt sich die Seins- und Bedeutungsidentität der Werke auf?

3.1. Komposition mit Rot, Gelb und Blau

3.2. Broadway Boogie Woogie

4. Mondrians Ikonographie- Bemerkungen zum Verhältnis von Bild und Text

5. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie die abstrakten Gemälde von Piet Mondrian trotz ihrer Reduktion auf primäre Gestaltungsmittel eine außerästhetische Semantik erzeugen und ihre spezifische Selbstidentität im Sinne einer "neuen Disidentität" auflösen, anstatt in eine rein tautologische Bedeutungslosigkeit zu verfallen.

  • Die Analyse der "Seins- und Bedeutungsidentität" in der konkreten Malerei.
  • Gegenüberstellung der ästhetischen Konzepte von Piet Mondrian und Theo van Doesburg.
  • Detaillierte Untersuchung der kompositorischen Mittel in Komposition mit Rot, Gelb und Blau.
  • Diskussion der prozessualen Bilderfahrung am Beispiel von Broadway Boogie Woogie.
  • Kritische Reflexion des Verhältnisses von theoretischen Manifesten und visueller Kunstpraxis.

Auszug aus dem Buch

3.2. Broadway Boogie Woogie

Das in den USA entstandene Bild aus einer Serie von mehreren vergleichbaren Bildern stellt zunächst eine grundlegende stilistische Weiterentwicklung in Mondrians Oeuvre dar, darüber hinaus lassen sich daraus Schlüsse zur ästhetischen Sinnkonstruktion ziehen, die in der Komposition mit Rot, Gelb und Blau sehr viel versteckter untergebracht sind. Gemeinsam mit der Komposition ist diesem Bild die thematische Verwendung von Fläche, rechtwinkligen Linien und Farbe, wiederum reduziert auf Primär- und Nichtfarben.

Allerdings wird schon auf den ersten Blick deutlich, dass die Gestaltungsmittel in einer völlig unterschiedlichen Weise ins Bild gesetzt sind als dies in der Komposition der Fall war. Die überschwängliche Fülle der farbigen und nichtfarbigen Flächen bzw. Linien sowie die scheinbar unstrukturierte Anordnung derselben lassen den Betrachter durch die visuelle Unkontrollierbarkeit zunächst irritiert vor dem Bild zurück. Dieser Eindruck verstärkt sich noch angesichts der Tatsache, dass das Auge ebenfalls kein Zentrum ausmachen kann und dass „es nichts findet, auf das es sich fixieren, das es ruhend wahrnehmen könnte.“ Während sich in der Komposition überschaubare und ausbalancierte Farbflächen erkennen lassen, so herrschen im Broadway Boogie Woogie eine Vielzahl von Farb- und Flächenwerten vor, die dem Betrachter keinesfalls einen statischen Ausdruck von Harmonie vermitteln.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Bilder: Dieses Kapitel präsentiert die visuellen Referenzobjekte der Untersuchung, Piet Mondrians Gemälde Komposition mit Rot, Gelb und Blau sowie Broadway Boogie Woogie.

2. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der "völligen Autonomie" der abstrakten Kunst ein und skizziert den Bruch zwischen Mondrian und van Doesburg sowie die theoretische Konzeption der "Seins- und Bedeutungsidentität".

3. Wie hebt sich die Seins- und Bedeutungsidentität der Werke auf?: Dieses Kapitel untersucht an zwei Hauptwerken Mondrians, wie durch bildimmanente Relationen eine "neue Disidentität" erzeugt wird, die über eine rein tautologische Semantik hinausweist.

4. Mondrians Ikonographie- Bemerkungen zum Verhältnis von Bild und Text: Hier wird das Spannungsfeld zwischen Mondrians theoretischen Schriften und seiner künstlerischen Praxis sowie die Kritik an bisherigen Interpretationsansätzen analysiert.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass Mondrians relationales System eine produktive Weiterentwicklung gegenüber van Doesburgs Radikalisierung darstellt und die Frage nach der Bedeutung von Kunstwerken jenseits der Tautologie neu stellt.

Schlüsselwörter

Piet Mondrian, De Stijl, Abstraktion, Disidentität, Seins- und Bedeutungsidentität, Komposition mit Rot, Gelb und Blau, Broadway Boogie Woogie, Theo van Doesburg, Selbstreferentialität, Bildsemantik, konkrete Malerei, ästhetische Theorie, Ikonographie, visuelle Wahrnehmung, prozessuale Bilderfahrung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Piet Mondrian in seinen abstrakten Werken trotz extremer Reduktion der Gestaltungsmittel eine tiefere Bedeutung generiert, die über die bloße Selbstreferenzialität hinausgeht.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Abstraktion, die Beziehung zwischen Bild und begleitender Theorie sowie der Vergleich unterschiedlicher avantgardistischer Ansätze innerhalb der De Stijl-Gruppe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Untersuchung zielt darauf ab zu ergründen, wie Mondrians Bilder ihre Selbstidentität auflösen und eine außerästhetische Semantik erzeugen, die sowohl bildimmanent wirkt als auch durch Mondrians theoretische Texte unterstützt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kunsthistorische und werkanalytische Methode, die bildformale Untersuchungen mit der Rezeption der Künstlertheorien verknüpft und diese kritisch gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse von Komposition mit Rot, Gelb und Blau und Broadway Boogie Woogie sowie der methodischen Auseinandersetzung mit der Ikonographie und der Bedeutungskonstitution durch Bild und Text.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind unter anderem Piet Mondrian, Seins- und Bedeutungsidentität, Disidentität, De Stijl, Bildsemantik und konkrete Malerei.

Warum unterscheidet sich Mondrians Ansatz von dem van Doesburgs?

Während van Doesburg die Autonomisierung der Kunst radikalisierte und eine "konkrete Malerei" ohne Verweisstruktur anstrebte, bewahrte Mondrian ein relationales Gefüge, das die abendländische Tradition des Idealismus in die Abstraktion übertrug.

Welche Rolle spielt der Text bei Mondrians Werken?

Die theoretischen Texte Mondrians schreiben dem Werk eine Bedeutung zu, wobei jedoch eine paradoxe Praxis entsteht: Sie sollen das Werk erklären, sind aber in ihrer Zielsetzung oft auf eine fernere Zukunft ausgerichtet, was die Interpretation der zeitgenössischen Werke erschwert.

Was bedeutet der Begriff "prozessuale Bilderfahrung"?

Dieser Begriff, geprägt durch Clara Weyergraf, beschreibt den Prozess, in dem der Betrachter durch das Erkennen der Mikrostruktur eines Bildes erst den Sinn der Makrostruktur erschließen kann, wodurch das Bild zu einer ständigen Aktualisierung des visuellen Angebots zwingt.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Disidentität der Formen - Wie Mondrian eine Bedeutung erzeugt
Hochschule
Universität Konstanz
Veranstaltung
Selbstreflexivität
Note
1,3
Autor
Frank Dersch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
16
Katalognummer
V57745
ISBN (eBook)
9783638520966
ISBN (Buch)
9783638792516
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Disidentität Formen Mondrian Bedeutung Selbstreflexivität
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Frank Dersch (Autor:in), 2005, Die Disidentität der Formen - Wie Mondrian eine Bedeutung erzeugt, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/57745
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Leseprobe aus  16  Seiten
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