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Der "Wille zur Wahrheit" in Michel Foucaults "Die Ordnung des Diskurses"

Title: Der "Wille zur Wahrheit" in Michel Foucaults "Die Ordnung des Diskurses"

Seminar Paper , 2003 , 20 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Anonym (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century

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Summary Excerpt Details

Als Michel Foucault die Professur der „Geschichte der Denksysteme“ am Collège de France antrat, wählte er für seine Inauguralvorlesung einen Titel, der bereits Definition des Begriffs war, um den es ihm in den folgenden Stunden gehen sollte:„L’ordre du discours“meint die Fähigkeit, einen Diskurs ordnen, kontrollieren und in seinem Verlauf beeinflussen zu können. Foucaults Ausführungen in „Die Ordnung des Diskurses“ zeigen, dass er unter genau diesem Vermögen das Phänomen der Macht versteht.
Foucaults Schrift versteht sich als methodologisches Programm zur Diskursanalyse. Viel mehr noch als das ist sie jedoch eine Analyse der Macht und ihrer Wirkungsweisen, welche Foucault als „Prozeduren“ identifiziert. Im Mittelpunkt dieser Arbeit soll die nach Foucaults eigener Aussage mächtigste Ausschließungsprozedur stehen: Der Wille zur Wahrheit und die mit ihm verbundene Grenzziehung zwischen dem Wahren und dem Falschen.
Was versteht Foucault in „Die Ordnung des Diskurses“ unter dem Willen zur Wahrheit? Welche Stellung nimmt dieser in seinem System ein? Welche historischen Diskurs des Willens zur Wahrheit greift Foucault auf? Wie lässt sich seine Theorie auf die Wirklichkeit anwenden, wie weit darf man Foucaults Theorie folgen? Das sind Fragen, denen in dieser Arbeit nachgegangen werden soll.
Forschungsliteratur zum Thema ist rar. Während einiges zur Gesamtheit der Schrift publiziert wurde (zum Beispiel von Hinrich Fink-Eitel und Clemens Kammler), hat der Wille zur Wahrheit in Foucaults System bisher wenig Beachtung gefunden (Urs Marti). Dies hat zwei Konsequenzen: Erstens bezieht der Verfasser verstärkt auch historische Diskurse des Willens zur Wahrheit in seine Überlegungen ein, zweitens versteht er den niedrigen Forschungsstand als Ansporn, soweit möglich auch eigene Erkenntnisse zu liefern.
Zur Einbettung der Theorie des Willens zur Wahrheit in den Argumentationsgang der Schrift soll eingangs eine knappe Erörterung des theoretischen Gesamtzusammenhangs gegeben werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DER THEORETISCHE KONTEXT

2.1 Das Verhältnis von Diskurs und Macht

2.2 Die Prozeduren der Macht

2.2.1 Die Prozeduren der diskursinternen Verknappung

2.2.2 Die Prozeduren der Zugangsbeschränkung

2.2.3 Die Prozeduren der Ausschließung

2.2.4 Die den Prozeduren zugrundeliegenden Prinzipien

3 DER VORLÄUFER: NIETZSCHES „WILLE ZUR WAHRHEIT“

4 FOUCAULTS „WILLE ZUR WAHRHEIT“

4.1 Der „Wille zur Wahrheit“ als Prozedur der Ausschließung

4.2 Form und Potenz des Willens zur Wahrheit

4.3 Parallelen aus der Geschichtswissenschaft

5 ZWEI ANWENDUNGEN VON FOUCAULTS THEORIE

5.1 Ein Beispiel aus der jüngsten Geschichte

5.2 Das Internet: Ein sich füllendes Machtvakuum

6 SCHLUSS

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Michel Foucaults Konzept des „Willens zur Wahrheit“ aus seinem Werk „Die Ordnung des Diskurses“. Das primäre Ziel ist es, den theoretischen Status dieses Konzepts innerhalb von Foucaults Machtphänomenologie zu bestimmen, historische Einflüsse wie die von Nietzsche zu analysieren und die Anwendbarkeit der Theorie auf aktuelle Phänomene zu prüfen.

  • Verhältnis von Diskurs und Macht sowie Foucaults Prozeduren der Macht
  • Kritische Analyse von Nietzsches „Wille zur Wahrheit“ als Vorläufer
  • Die Funktion des „Willens zur Wahrheit“ als Ausschließungsmechanismus
  • Überprüfung der Theorie an Fallbeispielen: Katholische Kirche und Internet

Auszug aus dem Buch

4.1 Der „Wille zur Wahrheit“ als Prozedur der Ausschließung

Wie sollte der Wille zur Wahrheit eine diskriminierende Funktion haben? Foucault selbst zeigt sich zunächst skeptisch angesichts der Frage, ob die Grenzziehung zwischen dem Wahren und dem Falschen als Ausschließungsmechanismus könne gesehen werden. Doch auch er problematisiert in Anlehnung an Nietzsche den Willen zur Wahrheit, bleibt dabei aber nicht wie er einem Biologismus verhaftet, „der den Willen zur Macht mit der unbeschwerten Gewalttätigkeit alles Lebendig-Natürlichen gleichsetzt“. Sondern stößt dabei auf einen Ausschließungsmechanismus:

Stellt man die Frage nach jenem Willen zur Wahrheit [...], oder fragt man allgemeiner, welche Grenzziehung unseren Willen zum Wissen bestimmt, so wird man vielleicht ein Ausschließungssystem (ein historisches, veränderbares, institutionell zwingendes System) sich abzeichnen sehen.

Foucault argumentiert geschichtlich. Noch bei den griechischen Dichtern des sechsten Jahrhunderts sei die Wahrheit im Akt der Aussage selbst enthalten gewesen, die Rede habe dort unmittelbar Macht ausgeübt. Aber schon ein Jahrhundert später habe die Wahrheit nicht mehr in dem gelegen, „was der Diskurs war, oder in dem, was er tat, sie lag in dem, was er sagte.“ Erstmals tritt die Unterscheidung von Wahrem und Falschem in die Welt, erstmals wird die Wahrheit wird als absolut verstanden. Nach Foucault hat sich die Wahrheit weg vom Akt der Aussage hin zum Sinn der Aussage selbst, hin zur nackten Materialität der Bedeutung, verschoben. Genau genommen wird erst hier das Reich der Aussage im Foucaultschen Sinne betreten: Im Kapitel „Die Aussage definieren“ der „Archäologie des Wissens“ hat der Philosoph expliziert, dass er unter einer Aussage weder den grammatischen Satz noch den einzelnen Sprechakt versteht, sondern allein die isolierte Essenz des Gesagten, welchen der Archäologe des Wissens chaotisch, nämlich in Ort und Zeit verstreut, vorfindet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in Foucaults Programm der Diskursanalyse ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Rolle und Anwendung des „Willens zur Wahrheit“.

2 DER THEORETISCHE KONTEXT: Dieses Kapitel erläutert Foucaults Verständnis des Bedingungsverhältnisses von Diskurs und Macht sowie seinen Katalog von Machtprozeduren.

3 DER VORLÄUFER: NIETZSCHES „WILLE ZUR WAHRHEIT“: Es wird die philosophische Vorarbeit von Nietzsche beleuchtet, insbesondere dessen Skepsis gegenüber dem Wissen als Selbstzweck.

4 FOUCAULTS „WILLE ZUR WAHRHEIT“: Hier wird Foucaults spezifische Theorie des Willens zur Wahrheit als historisch gewachsene Ausschließungsprozedur detailliert analysiert.

5 ZWEI ANWENDUNGEN VON FOUCAULTS THEORIE: Die Theorie wird anhand des Verhaltens der katholischen Kirche und der Struktur des Internets empirisch erprobt.

6 SCHLUSS: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Relevanz von Foucaults Machtanalyse, weist jedoch auf notwendige Ergänzungen hin.

Schlüsselwörter

Michel Foucault, Die Ordnung des Diskurses, Wille zur Wahrheit, Macht, Diskursanalyse, Ausschließung, Nietzsche, Wissen, Machtprozeduren, Wahrheit, Internet, Machtvakuum, Institutionen, Genealogie, Kritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Michel Foucaults Analyse des „Willens zur Wahrheit“ als ein mächtiges Instrument, mit dem Macht auf Diskurse einwirkt und Grenzziehungen zwischen Wahr und Falsch vornimmt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Verbindung von Diskurs und Macht, historische philosophische Wurzeln bei Nietzsche und Platon sowie die Anwendung dieser theoretischen Ansätze auf moderne gesellschaftliche Kontexte.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie Foucault den Willen zur Wahrheit definiert, welche historische Stellung er ihm zuweist und inwiefern sich diese Theorie auf die heutige Wirklichkeit anwenden lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf die Methode der Diskursanalyse und führt eine kritische Auseinandersetzung mit den theoretischen Schriften Foucaults und deren historischer Einordnung durch.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Prozeduren der Macht, Nietzsches Einfluss auf Foucault, die historische Entwicklung der Wahrheitstrennung und zwei Anwendungsbeispiele: die katholische Kirche und das Internet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Macht, Diskurs, Ausschließung, Wahrheit, Wissen und genealogische Kritik.

Wie bewertet der Autor die Anwendbarkeit auf die Literatur?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Foucaults These, der Wille zur Wahrheit übe generellen Druck auf die Literatur aus, zu pauschal ist und durch subversive Gegenbewegungen ergänzt werden muss.

Was zeichnet die Analyse des Internets aus?

Das Internet wird als ein sich füllendes Machtvakuum beschrieben, in dem sich die Macht erst langsam durch die Etablierung neuer Institutionen, Tabus und Regeln der Diskursordnung bemächtigt.

Wie verhält sich die katholische Kirche zum Willen zur Wahrheit?

Laut der Arbeit unterwirft sich die Kirche dem Druck des Willens zur Wahrheit und dessen vorgegebenen Mustern, um als diskursfähiger Akteur weiterhin gesellschaftliche Relevanz zu behalten.

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Details

Title
Der "Wille zur Wahrheit" in Michel Foucaults "Die Ordnung des Diskurses"
College
University of Freiburg  (Philosophisches Seminar)
Course
Proseminar: Michel Foucault
Grade
1,5
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2003
Pages
20
Catalog Number
V56079
ISBN (eBook)
9783638508698
ISBN (Book)
9783656808008
Language
German
Tags
Wille Wahrheit Michel Foucaults Ordnung Diskurses Proseminar Michel Foucault
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2003, Der "Wille zur Wahrheit" in Michel Foucaults "Die Ordnung des Diskurses", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/56079
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