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Arthur Schnitzler: "Doktor Gräsler, Badearzt" - Zwischen Solipsismus und Kleinbürgertum

Titel: Arthur Schnitzler: "Doktor Gräsler, Badearzt" - Zwischen Solipsismus und Kleinbürgertum

Seminararbeit , 2005 , 24 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Matthias Mühlhäuser (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Titel der Erzählung, Doktor Gräsler, Badearzt, scheint bereits auf den ersten Blick wie beliebig aus einem Telephonbuch herausgegriffen zu sein. Dies ist auffällig und legt nahe, dass der Beruf für den Protagonisten wie auch für die Erzählhandlung von besonderer Bedeutung sein dürfte. In diesem Zusammenhang findet sich auch in Schnitzlers bereits 1900 veröffentlichten Erzählung Leutnant Gustl eine Berufsnennung bereits im Titel, deren zentrale Bedeutung für die Handlung schnell deutlich wird. Nicht nur werden Erscheinungen dekadenter Daseinsform des fin de siècle vorzugsweise Angehörigen der Offizierskaste zugeschrieben. Auch spielt diese Zugehörigkeit für Gustl selbst eine fundamentale Rolle, bildet sie doch die Grundlage für jenen zweifelhaften Ehrbegriff, der eine Duellierung mit seinem Widersacher notwendig zu machen scheint. Im Falle von Doktor Gräsler, Badearzt nun ist – wenn auch nicht die Zugehörigkeit zur Ärzteschaft als solcher – der Status als „Badearzt“ durchaus negativ konnotiert, unterstellt man doch den in Kuranstalten und Ferienorten praktizierenden Medizinern eine besondere Affinität zur eher wohlhabenden und zahlungskräftigen Klientel, wenn nicht gar die Neigung, einen ethischen Beruf vorrangig aus Profitlichkeit ergriffen zu haben. Dass sich Gräsler einer Einordnung seines Status als Arzt in einen bereits am Rande der Professionalität angesiedelten Bereich außerhalb der wissenschaftlichen Medizin durchaus bewusst ist, zeigt C.E.J. Brinson auf: „In the company of other doctors Gräsler is aware of his low standing as an itinerant and fundimentally uncommitted ‚Badearzt‘.“ Nach Ansicht von Michaela L. Perlmann handelt es sich gar um die Furcht „vor dem Berufsrisiko der Ansteckung, daß sie (die Ärzte, M.M.) lieber Ausschau nach den einträglichen, leichten Fällen halten, als sich der prekären Fälle anzunehmen“. Vielleicht mag der Autor auch die Absicht gehabt haben, im Leser bereits bei der Rezeption des Titels eine unterschwellige Abneigung, eine Vorahnung von Zweitrangigkeit des Protagonisten oder den Keim des Verdachts einer Charakterschwäche des Doktor Gräsler zu legen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Zur Titelgebung

2. Zur Entstehung

3. Ein Leitmotiv

4. Die Frauen und ihre Rollen

4.1 Friederike

4.2 Sabine

4.3 Katharina

4.4 Frau Sommer

5. Doktor Gräsler: Der Arzt

6. Solipsismus, Kleinbürgertum und Décadence

6.1 Solipsismus und Egoismus

6.2 Kleinbürgertum

6.3 Décadence und Impressionismus

7. Wetteraspekte

8. Deutungsaspekte

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die psychologische Charakterstruktur des Protagonisten Doktor Emil Gräsler in Arthur Schnitzlers Erzählung "Doktor Gräsler, Badearzt". Ziel ist es, Gräsler als Antihelden zu analysieren, dessen Handeln von Egoismus, Unentschlossenheit und einer tief verwurzelten Charakterschwäche geprägt ist, und ihn in den Kontext der Wiener Moderne sowie der Décadence-Dichtung einzuordnen.

  • Analyse der Frauenfiguren als Spiegelbilder von Gräslers psychischer Entwicklung
  • Untersuchung des Arztbildes und der ethischen Dimension bei Schnitzler
  • Deutung von Solipsismus, Egoismus und Kleinbürgerlichkeit des Protagonisten
  • Einfluss von literarischem Impressionismus und Décadence-Motiven
  • Metaphorische Bedeutung von Wettereindrücken als Spiegel der Stimmung

Auszug aus dem Buch

1. Zur Titelgebung

Der Titel der Erzählung, Doktor Gräsler, Badearzt, scheint bereits auf den ersten Blick wie beliebig aus einem Telephonbuch herausgegriffen zu sein. Dies ist auffällig und legt nahe, dass der Beruf für den Protagonisten wie auch für die Erzählhandlung von besonderer Bedeutung sein dürfte. In diesem Zusammenhang findet sich auch in Schnitzlers bereits 1900 veröffentlichten Erzählung Leutnant Gustl eine Berufsnennung bereits im Titel, deren zentrale Bedeutung für die Handlung schnell deutlich wird. Nicht nur werden Erscheinungen dekadenter Daseinsform des fin de siècle vorzugsweise Angehörigen der Offizierskaste zugeschrieben. Auch spielt diese Zugehörigkeit für Gustl selbst eine fundamentale Rolle, bildet sie doch die Grundlage für jenen zweifelhaften Ehrbegriff, der eine Duellierung mit seinem Widersacher notwendig zu machen scheint.

Im Falle von Doktor Gräsler, Badearzt nun ist – wenn auch nicht die Zugehörigkeit zur Ärzteschaft als solcher – der Status als „Badearzt“ durchaus negativ konnotiert, unterstellt man doch den in Kuranstalten und Ferienorten praktizierenden Medizinern eine besondere Affinität zur eher wohlhabenden und zahlungskräftigen Klientel, wenn nicht gar die Neigung, einen ethischen Beruf vorrangig aus Profitlichkeit ergriffen zu haben. Dass sich Gräsler einer Einordnung seines Status als Arzt in einen bereits am Rande der Professionalität angesiedelten Bereich außerhalb der wissenschaftlichen Medizin durchaus bewusst ist, zeigt C.E.J. Brinson auf: „In the company of other doctors Gräsler is aware of his low standing as an itinerant and fundimentally uncommitted ‚Badearzt‘.“ Nach Ansicht von Michaela L. Perlmann handelt es sich gar um die Furcht „vor dem Berufsrisiko der Ansteckung, daß sie [die Ärzte] lieber Ausschau nach den einträglichen, leichten Fällen halten, als sich der prekären Fälle anzunehmen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zur Titelgebung: Die Wahl des Titels weist bereits auf die zentrale Bedeutung des Berufes für den Protagonisten und seine Charakterisierung als Badearzt hin.

2. Zur Entstehung: Das Kapitel beschreibt den Entstehungsprozess der Erzählung zwischen 1911 und 1914 und zitiert Schnitzlers eigene tagebuchartige Einschätzungen dazu.

3. Ein Leitmotiv: Es wird das Leitmotiv des "Schwebens" und der Wunsch des Protagonisten nach einer idealisierten Lebensgefährtin eingeführt.

4. Die Frauen und ihre Rollen: Untersuchung der vier Frauenfiguren Friederike, Sabine, Katharina und Frau Sommer als Kontrastfiguren zu Gräslers Charakter.

5. Doktor Gräsler: Der Arzt: Analyse von Gräslers Berufsauffassung und den autobiographischen Zügen, die Schnitzler in seine Arztfiguren einfließen ließ.

6. Solipsismus, Kleinbürgertum und Décadence: Einordnung der psychologischen Defizite Gräslers in die literarischen Konzepte von Egoismus, Kleinbürgerlichkeit und Impressionismus.

7. Wetteraspekte: Analyse der Wetterschilderungen als metaphorische Spiegelbilder für die Stimmungsschwankungen des Protagonisten.

8. Deutungsaspekte: Zusammenfassende Charakterisierung Gräslers als Antihelden und Fazit über die psychologische Tiefe der Erzählung.

Schlüsselwörter

Arthur Schnitzler, Doktor Gräsler, Badearzt, Wiener Moderne, Solipsismus, Egoismus, Décadence, Kleinbürgertum, Impressionismus, Antiheld, Psychologie, Literaturanalyse, Menschenbild, Arztbild, Charakterstudie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die psychologische Struktur und das Verhalten von Doktor Emil Gräsler in Schnitzlers Erzählung "Doktor Gräsler, Badearzt" und untersucht seine Einordnung als Antiheld.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Charakteranalyse des Protagonisten, die Bedeutung der Frauenfiguren, das ärztliche Ethos im Kontext der Zeit und die literarischen Epochenmerkmale von Impressionismus und Décadence.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Gräsler durch seine Unentschlossenheit, seinen Egoismus und seine infantilen Instinkte charakterisiert wird und warum er als Paradebeispiel für eine dekadente Daseinsform dient.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext eng mit Forschungsliteratur, zeitgeschichtlichen Diskursen und Schnitzlers eigenen autobiographischen Aufzeichnungen verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der verschiedenen Frauenfiguren, der kritischen Betrachtung des Arztbildes bei Schnitzler sowie der Einordnung von Gräslers Verhalten in psychologische Kategorien wie Solipsismus und Kleinbürgerlichkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Antiheld", "Egoismus", "Schnitzler", "Wiener Moderne" und "Décadence" geprägt.

Warum fungieren Wettereindrücke als wichtiges Element in der Arbeit?

Die Arbeit zeigt auf, dass Schnitzler Wetterphänomene gezielt als Metaphern einsetzt, um Gräslers ständige innere Zerrissenheit und Stimmungsschwankungen sichtbar zu machen.

Welche Rolle spielt die Figur Friederike für das Verständnis von Gräsler?

Friederikes Suizid und Gräslers Reaktion darauf verdeutlichen seine emotionale Entfremdung und seine Unfähigkeit zu echter Anteilnahme, was den Grundstein für die weitere Analyse seines Charakters legt.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Arthur Schnitzler: "Doktor Gräsler, Badearzt" - Zwischen Solipsismus und Kleinbürgertum
Hochschule
Universität Karlsruhe (TH)  (Institut für Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Proseminar: Artur Schnitzler: Das erzählerische Werk
Note
2,3
Autor
Matthias Mühlhäuser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
24
Katalognummer
V55791
ISBN (eBook)
9783638506526
ISBN (Buch)
9783638664103
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arthur Schnitzler Doktor Gräsler Badearzt Zwischen Solipsismus Kleinbürgertum Proseminar Artur Schnitzler Werk
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Matthias Mühlhäuser (Autor:in), 2005, Arthur Schnitzler: "Doktor Gräsler, Badearzt" - Zwischen Solipsismus und Kleinbürgertum, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/55791
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  24  Seiten
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