Die Hausarbeit stellt Merkmale der Postmoderne im Gegensatz zur Moderne dar und versucht Laura Restrepos Roman "Delirio" als postmodernes Werk zu identifizieren. Abstract auf Spanisch: El trabajo presente tiene como objetivo identificar la novela Delirio de Laura Restrepo como novela postmoderna. Para lograrlo hace falta una definición del concepto postmodernismo a diferencia del modernismo o sea tener una idea de ambos conceptos...
Inhaltsverzeichnis
1. Zielsetzung und Aufbau
2. Begriffsklärung Moderne / Postmoderne
3. Merkmale des postmodernen Romans
3.1 Allgemeine Merkmale
3.2 Intertextualität
3.3 Metafiktion / Metatextualität / Selbstreferentialität
3.4 Pluralismus
3.5 Fragmentarisierung
3.6 Unbestimmtheit
4. Zum Roman
4.1 Inhalt
4.2 Aufbau
4.3 Stilistische Besonderheiten und Merkmale postmodernen Schreibens in „Delirio“
4.3.1 Metatextualität
4.3.2 Fragmentarisierung
4.3.3 Das Nicht-Zeigbare
4.3.4 Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel dieser Hausarbeit ist es, Merkmale des postmodernen Schreibens anhand von Laura Restrepos Roman „Delirio“ nachzuweisen, indem zunächst theoretische Grundlagen der Moderne und Postmoderne erarbeitet und anschließend auf den Roman appliziert werden.
- Definition und Abgrenzung der Epochen Moderne und Postmoderne.
- Analyse distinktiver Merkmale postmodernen Erzählens (z.B. Intertextualität, Metafiktion, Pluralismus).
- Inhaltliche und strukturelle Untersuchung des Romans „Delirio“.
- Nachweis spezifischer postmoderner Stilelemente in der Romanstruktur und Sprache.
- Diskussion der Verrücktheit als postmoderner Identitätsentwurf.
Auszug aus dem Buch
4.3.1 Metatextualität
Eine stilistische Besonderheit, die einem sofort ins Auge fällt, da sie sich stark von anderen Romanen abhebt und das Lesen anfangs erschwert, ist die unkonventionelle Schreibweise Restrepos. Orthographische oder stilistische Regeln finden keine Beachtung, wenn man Dialoge ohne Punkt und Komma liest oder wenn Wörter mitten im Satz groß geschrieben werden.
Wörtliche Reden sind nicht durch Anführungszeichen markiert und der Erzähler springt zwischen 1. und 3. Person, auch innerhalb ein und desselben Satzes.
El Midas McAlister le cuenta a Agustina que en medio de la barahúnda y de la borrachera los jugadores de polo le gritaban a la Araña, que seguía en el suelo, Párate, Araña, no seas maricón, no seas aguafiestas, no te tires la velada, y mientras tanto la Araña allá abajo, a oscuras y entre el barro y boqueando y encomendandose a Diós, sin poder moverse porque según se vino a saber más tarde, acababa de tronarse el espinazo contra el filo de la roca. (S. 28)
In diesem Ausschnitt wird die wörtliche Rede anstelle der gebräuchlichen Satz- bzw. Anführungszeichen durch Großbuchstaben eingeleitet. An anderer Stelle wiederum dient die Großschreibung (in diesem Fall bei „El Nombre“) der besonderen Betonung und der Unterstreichung der Wichtigkeit des Wortes bzw. der Wörter:
Para lograr que la perdonara, Eugenia, la madre, le aseguraba que al segundo hijo sí le pondrían Carlos Vicente, Pero la que nací fui yo y como resulté hembra me pusieron Agustina y con eso aumentó el mucho esperar en vano a que por fin naciera el elegido que habría de llevar El Nombre, hasta que le tocó el turno de nacer al Bichi y por consenso y sin discusiones le pusieron Carlos Vicente Londoño, tal como estaba escrito y planificado en la obsesión de mi padre, pero la vida es tan tornizada que él nunca quiso decirle así y por eso tuvimos inventarle tanto apodo, que Bichi, que Bichito, que Charlie Bichi, que Charlie, todos nombres a medias, como de mascota. (S. 35)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zielsetzung und Aufbau: Diese Einleitung erläutert die methodische Herangehensweise und die beabsichtigte Analyse des Romans „Delirio“ im Kontext der Postmoderne.
2. Begriffsklärung Moderne / Postmoderne: Hier wird der historische und kulturelle Kontext beider Epochen beleuchtet, um eine begriffliche Abgrenzung und Definition zu ermöglichen.
3. Merkmale des postmodernen Romans: Dieses Kapitel stellt zentrale theoretische Konzepte wie Intertextualität, Metafiktion und Fragmentarisierung dar, die als Analysewerkzeuge dienen.
4. Zum Roman: Dieser Hauptteil analysiert Inhalt, Aufbau und spezifische postmoderne Stilelemente in Restrepos Werk, einschließlich der Themen Metatextualität und Fragmentarisierung.
Schlüsselwörter
Postmoderne, Moderne, Literaturtheorie, Laura Restrepo, Delirio, Intertextualität, Metafiktion, Fragmentarisierung, Pluralismus, Identität, Romananalyse, Kolumbianische Literatur, Metatextualität, Unbestimmtheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Roman „Delirio“ der kolumbianischen Autorin Laura Restrepo unter dem Blickwinkel postmoderner Literaturtheorien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Definition von Moderne und Postmoderne sowie die Identitätskonstitution und die spezifische Erzählweise in postmodernen Romanen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass „Delirio“ durch seine Struktur und Stilistik Merkmale eines postmodernen Romans aufweist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer literaturtheroretischen Fundierung durch Standardwerke (u.a. Welsch, Nünning) und einer anschließenden werk-immanenten Analyse des Romans.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung postmodernen Schreibens und deren konkrete Anwendung auf den Inhalt und die Stilistik von „Delirio“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Postmoderne, Metafiktion, Intertextualität, Fragmentarisierung und die Identitätsproblematik.
Wie spielt die Sprache in „Delirio“ eine Rolle für die Charakterisierung als postmoderner Roman?
Die Sprache selbst wird durch ihre Unkonventionalität – wie fehlende Anführungszeichen, Perspektivwechsel und Großschreibung innerhalb von Sätzen – zum „Protagonisten“, der den Leser zur Reflexion über den Akt des Schreibens zwingt.
Wie interpretiert die Autorin die „Verrücktheit“ der Hauptfigur?
Die Verrücktheit der Protagonistin Agustina wird nicht als rein pathologischer Zustand gewertet, sondern als ein nachvollziehbarer Ausweg aus einer chaotischen, von Gewalt und Doppelmoral geprägten gesellschaftlichen Realität.
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- Nadine Seidel (Author), 2006, Laura Restrepos "Delirio" als postmoderner Roman, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/55587