Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Swifterbant – Kultur, benannt nach dem Fundplatz nahe der Gemeinde Swifterbant in den Niederlanden. Erläutert werden neben dem Verbreitungsgebiet, der chronologischen Einordnung, der Siedlungsweise und der Umweltbedingungen vor allem die Tiernutzung und die Pflanzennutzung im Hinblick auf den Neolithisierungsprozess. Weiterhin wird die materielle Kultur mit Feuerstein-, Holz-, Keramik-, Knochen- und Geweihartefakten vorgestellt.
Zunächst erfolgt ein Überblick über die Mesolithische Lebensweise. Danach folgt eine Charakterisierung des Neolithikums, um den Übergang von der mobilen Wildbeuter Gesellschaft hin zu Sesshaftigkeit, Ackerbau und Viehzucht zu skizzieren.
Nachdem die Grundlagen zu Mesolithikum und Neolithikum erläutert worden sind, soll aufgezeigt werden, inwieweit die Swifterbant Gesellschaft die neolithische Lebensweise adaptierte in Bezug auf Tiernutzung, Ackerbau und Siedlungsweise. Nachdem die Grundlagen zu Mesolithikum und Neolithikum erläutert worden sind, soll aufgezeigt werden, inwieweit die Swifterbant Gesellschaft die neolithische Lebensweise adaptierte in Bezug auf Tiernutzung, Ackerbau und Siedlungsweise.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Mesolithische Lebensweise
3. Neolithische Lebensweise
4. Swifterbant – Kultur
4.1 Chronologische Einordnung
4.2 Siedlungsweise und Umweltbedingungen
4.3 Tiernutzung
4.4 Pflanzennutzung
5. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Neolithisierungsprozess der Swifterbant-Kultur in den Niederlanden und analysiert, wie diese Gesellschaft den Übergang von einer mobilen Wildbeuter-Lebensweise zu sesshafteren Strukturen mit Ackerbau und Viehzucht vollzog.
- Charakterisierung der mesolithischen und neolithischen Lebensweisen
- Chronologische Einordnung der Swifterbant-Kultur (ca. 5.000 bis 3.400 v. Chr.)
- Analyse der Anpassungsstrategien an feuchte Umweltbedingungen
- Bedeutung von Tiernutzung und Pflanzennutzung im Transformationsprozess
Auszug aus dem Buch
Swifterbant – Kultur
Bei der Swifterbant – Kultur handelt es sich um eine sogenannte Übergangskultur von Mesolithikum zu Neolithikum. Ansässig sind die Menschen der Swifterbant – Kultur wahrscheinlich zwischen Antwerpen und Hamburg. Ihre Siedlungen liegen gewässernah an Flüssen, Flussdeltas und an der Küste der See auf sandigen und torfigen Feuchtböden. Das erste Auftreten der Kultur kann etwa um 5.000 BC im keramischen Mesolithikum verortet werden und endet gegen 3.400 BC im Neolithikum. Drei Phasen können unterschieden werden:
Frühphase: 5.000 – 4.600 BC
Mittelphase: 4.600 – 3.900 BC
Spätphase: 3.900 – 3.400 BC
Typisch für die Frühphase ist eine mesolithische Feuersteinindustrie. Hergestellt werden vor allem trapezförmige Pfeilspitzen und Messerklingen, die dann mit Hilfe von Birkenpech in Holz eingesetzt, bzw. eingeklebt werden. Geht der Pfeil kaputt, kann die Pfeilspitze mittels Stecksystem in einen neuen Pfeilschaft eingesetzt werden. Daher nennt man diese Form der Waffe, Kompositgerät. Trapezförmige Pfeilspitzen haben den Vorteil, dass dem getroffenen Tier größere und damit auch stärker blutende Wunden zugefügt werden können. Es verblutet schneller und kann durch die Blutspur auch leichter verfolgt werden. Es finden sich auch andere Steinartefakte in Form von Mahl- und Kochsteinen. Weiterhin treten Geweihartefakte und Werkzeuge aus Knochen, Zähnen und Holz auf.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Swifterbant-Kultur und die Zielsetzung der Untersuchung hinsichtlich des Neolithisierungsprozesses.
Mesolithische Lebensweise: Darstellung der nomadischen Lebensweise der Wildbeutergesellschaften und ihrer Abhängigkeit von natürlichen Ressourcen.
Neolithische Lebensweise: Definition der Merkmale der Neolithischen Revolution, einschließlich Sesshaftigkeit, Ackerbau und Viehzucht.
Swifterbant – Kultur: Detaillierte Untersuchung der Übergangskultur mit Fokus auf Chronologie, Siedlungsweisen, Tierhaltung und Ackerbau.
Chronologische Einordnung: Gliederung der Kultur in drei Phasen von 5.000 bis 3.400 v. Chr. und die damit einhergehenden Veränderungen in der Subsistenzwirtschaft.
Siedlungsweise und Umweltbedingungen: Beschreibung der Anpassung an feuchte, gewässernahe Lebensräume und der Hausbaustrukturen.
Tiernutzung: Analyse der Koexistenz von Jagd und beginnender Domestikation im Verlauf der verschiedenen Entwicklungsphasen.
Pflanzennutzung: Diskussion über den Umfang und die Methoden des Ackerbaus sowie die Bedeutung von Wildpflanzen.
Zusammenfassung und Fazit: Synthese der Ergebnisse, wonach die Swifterbant-Kultur nur jene Aspekte der Neolithisierung übernahm, die für ihren spezifischen Lebensraum praktikabel waren.
Schlüsselwörter
Swifterbant-Kultur, Neolithisierung, Mesolithikum, Neolithikum, Wildbeuter, Ackerbau, Viehzucht, Feuchtbodensiedlung, Fundstelle S3, Urk, Subsistenzwirtschaft, Keramik, Kompositgerät, Brandrodung, Sesshaftigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Swifterbant-Kultur als Übergangsform zwischen der mesolithischen Wildbeuter-Gesellschaft und der sesshaften neolithischen Lebensweise.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind die chronologische Einordnung, die spezifische Siedlungsweise in Feuchtgebieten sowie die veränderte Art der Nahrungsbeschaffung durch Jagd, Fischfang, Viehzucht und Ackerbau.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, inwieweit die Swifterbant-Gesellschaft neolithische Errungenschaften adaptierte und wie sie ihre Lebensweise an die Umweltbedingungen anpasste.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewendet?
Es handelt sich um eine archäologische Literaturstudie, die Fundspektren, chronologische Periodisierungen und vergleichende Analysen verschiedener Fundstellen auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Phasen der Kultur, die Umweltbedingungen, die materielle Kultur sowie die spezifischen Aspekte der Tiernutzung und des Ackerbaus detailliert beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Swifterbant, Neolithisierung, Übergangskultur, Subsistenz, Sesshaftigkeit und Feuchtbodensiedlungen.
Warum war der Ackerbau für die Menschen der Swifterbant-Kultur schwierig?
Die feuchten, sandigen und torfigen Böden in den Niederlanden waren nur begrenzt für Ackerbau geeignet, weshalb die Lebensgrundlage weiterhin stark von Jagd und Fischfang abhing.
Existieren Beweise für eine ganzjährige Sesshaftigkeit?
Dies ist nicht abschließend geklärt; zwar gibt es Hinweise auf Basislager, doch bleibt offen, ob diese tatsächlich ganzjährig bewohnt wurden oder nur saisonal.
- Arbeit zitieren
- Katja Müller (Autor:in), 2020, Swifterbant-Kultur. Letzte Wildbeuter und erste Bauern im Nordwesten, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/544571