Durch die Entscheidung meines Großvaters im Jahre 1971 aufgrund der Kohlekraftwerke als Gastarbeiter nach Deutschland zu emigrieren, hat sich das Leben meiner Großeltern und die bisher nachfolgenden drei Generationen völlig verändert. Das Thema "Deutschtürken" betrifft mich, meine Familie und circa 2.800.000 andere Bewohner in Deutschland, mit türkischem Migrationshintergrund. Anders als es meine vorherigen Generationen erleben mussten, sind die Mitbürger in der dritten Generation mittlerweile so offen und tolerant, wie in keiner der beiden Generationen vor uns.
Der eigene Bezug war ein sehr ausschlaggebender Punkt bei der Wahl meines Themas für die Facharbeit. Durch eine Frage, welche mir von einem Schulkollegen gestellt wurde, fühlte ich mich persönlich verpflichtet, diese Ausarbeitung durchzuführen. Die Frage lautete: "In welchem der beiden Länder fühlst du dich eigentlich zu Hause?" Diese Frage hat in den Augen des Freundes keinen tieferen Sinn gehabt, jedoch musste ich trotzdem eine kurze Zeit überlegen, bevor ich antworten konnte. Meine Gegenfrage lautete: "Welches Elternteil hast du lieber?", weil mir diese Frage in meinen Augen äquivalent zur gestellten Frage erschien. Es konnte von beiden Seiten keine konkrete Antwort gegeben werden; und so fühle ich mich bis heute.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Einleitung
Gründe der Emigration
Migration und Emanzipation unter besonderer Berücksichtigung der Frau
Soziale Kontakte zur deutschen Bevölkerung
Das Leben in zwei Gesellschaften
Chancen und Herausforderungen einer diversen Gesellschaft
Chancen des Zusammenlebens
Grenzen des Zusammenlebens
Doppelte Halbsprachigkeit
Empirischer Teil der Fachwissenschaftlichen Arbeit
Umfrage mit dem Kinderschutzbund e.V.
Interview mit dem Journalisten Hüdaverdi Güngör
Rassismus
Gibt es Diskriminierung heute immer noch?
Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die komplexen Dynamiken des kulturellen Austauschs und Zusammenlebens von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, die Herausforderungen, wie Vorurteile und Diskriminierung, zu beleuchten und Wege aufzuzeigen, wie ein respektvolles, offenes Miteinander in einer pluralistischen Gesellschaft gestaltet werden kann.
- Gründe und Auswirkungen der Migration auf verschiedene Generationen.
- Die Rolle der Emanzipation, insbesondere im Kontext türkischer Frauen.
- Der Einfluss von Bildung und gesellschaftlichen Stereotypen auf die Selbstverwirklichung.
- Analyse von Diskriminierung und Rassismus im deutschen Alltag.
- Die Bedeutung von kultureller Offenheit als Schlüssel für ein erfolgreiches Zusammenleben.
Auszug aus dem Buch
Chancen und Herausforderungen einer diversen Gesellschaft
Der Multikulturalismus ist in der heutigen Zeit kaum wegzudenken. Durch Wanderungsbewegungen wird dazu geführt, dass Länder sich unmittelbar gegenüberstehen. Doch wo liegen hierbei die Chancen? Und wo liegen die Grenzen?
Es gibt Fragen die aufgeworfen werden. Wie soll man Individuen gegenübertreten? Welche Werte und Traditionen soll man beachten? Die Identität, welche sich das Individuum nicht auswählen konnte (d.h. Die Nationalität, das Geschlecht o.Ä.) oder doch die anderen Zugehörigkeiten wie den Beruf, die Klasse, den Beruf oder der Klasse? Mit welchen Kriterien soll man Menschen entgegenkommen?
Es lassen sich laut „zeit.de“ drei Konzeptionen der multikulturellen Gesellschaft unterscheiden. Das erste Konzept wird in dem Fall als „Potpourri-Präferenz“ bezeichnet. Diese Konzeption schätzt alle Vielfalten innerhalb einer Gesellschaft. Ganz laut dem Motto „Je mehr, desto besser“. Die Menschen innerhalb dieser Gesellschaft werden nicht kategorisiert, sondern als ein freies Individuum angesehen.
Das zweite Konzept wird hierbei als „Kulturkonservatismus“ bezeichnet. Hierbei wird die Auffassung vertreten, dass Menschen in den Kulturen bleiben und „eingesperrt“ werden sollen, in welche sie hineingeboren wurden. Hierbei wird nicht viel Wert auf die Vielfalt innerhalb einer Gesellschaft gelegt.
Zusammenfassung der Kapitel
Gründe der Emigration: Beleuchtet die Motive für die Abwanderung junger Menschen aus der Türkei aufgrund mangelnder Bildungsperspektiven und politischer Spannungen.
Migration und Emanzipation unter besonderer Berücksichtigung der Frau: Analysiert, wie Migration für viele Frauen neue Wege zur Selbstbestimmung eröffnete, während sie gleichzeitig durch Bildungsdefizite und traditionelle Rollenbilder eingeschränkt wurden.
Soziale Kontakte zur deutschen Bevölkerung: Untersucht die unterschiedlichen Erfahrungen bei der Kontaktaufnahme zwischen Einwanderern und der deutschen Mehrheitsgesellschaft sowie die Rolle des sozialen Status.
Das Leben in zwei Gesellschaften: Diskutiert die Lebensrealität von Gastarbeitern, die zwischen der Heimat und dem Aufnahmeland stehen, und die sozioökonomischen Auswirkungen des Familiennachzugs.
Chancen und Herausforderungen einer diversen Gesellschaft: Setzt sich kritisch mit verschiedenen Konzeptionen des Multikulturalismus auseinander.
Chancen des Zusammenlebens: Betont den kulturellen Austausch und das Verständnis als wesentliche positive Aspekte einer pluralistischen Gesellschaft.
Grenzen des Zusammenlebens: Thematisiert Kulturkonflikte und die Gefahr der Ausgrenzung, wenn gegenseitiger Respekt fehlt.
Doppelte Halbsprachigkeit: Widerlegt den Mythos, dass Mehrsprachigkeit bei Kindern grundsätzlich zu Defiziten führt.
Empirischer Teil der Fachwissenschaftlichen Arbeit: Fasst die Ergebnisse einer Umfrage und eines Experteninterviews zusammen.
Gibt es Diskriminierung heute immer noch?: Erörtert Ursachen für Diskriminierung und deren Auswirkung auf den Alltag der Betroffenen.
Schlüsselwörter
Migration, Integration, kultureller Austausch, Multikulturalismus, Diskriminierung, Rassismus, Emanzipation, Bildung, Deutschtürken, Selbstverwirklichung, Vorurteile, soziale Kontakte, Gastarbeiter, Pluralismus, Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die soziologischen Aspekte des Zusammenlebens von Menschen verschiedener Kulturen in Deutschland, mit einem besonderen Fokus auf die Erfahrungen türkischstämmiger Einwanderer.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Gründe der Emigration, die Herausforderungen der Integration, Bildungsbiografien von Migranten sowie die Analyse von Rassismus und Diskriminierung.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit geht der Frage nach, welche Chancen und Grenzen sich im kulturellen Vergleich und beim Zusammenleben von Menschen in einem fremden Land ergeben und wie Diskriminierung aktiv bekämpft werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Neben einer theoretischen Literaturanalyse nutzt der Autor einen empirischen Ansatz durch ein Experteninterview mit der pädagogischen Leitung eines Kinderschutzbundes und die Auswertung von Fallbeispielen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Konzepte zur Migration sowie der Alltag von Einwanderern, inklusive der Rolle der Emanzipation von Frauen und der Herausforderung von Mehrsprachigkeit, diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Migration, Integration, kultureller Austausch, Rassismus, Emanzipation und Selbstverwirklichung.
Warum wird der Kinderschutzbund als Ort für die Umfrage gewählt?
Der Autor wählte den Kinderschutzbund, da er dort einen sehr hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund vermutete und durch eigene Kindheitserfahrungen dort einen direkten Zugang hatte.
Welche Bedeutung kommt dem Experten Hüdaverdi Güngör im empirischen Teil zu?
Als deutsch-türkischer Journalist dient Herr Güngör als Fallbeispiel einer gelungenen Integration und kann aus einer Vielfalt an Erfahrungen über Vorurteile und Diskriminierung berichten.
- Arbeit zitieren
- Okan Turan (Autor:in), 2020, Kultur im Austausch. Chancen und Grenzen des Zusammenlebens, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/544535