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"So ist die Welt aus ihrer Bahn gewichen" - Zur Figur König Philipps in "Don Karlos"

Title: "So ist die Welt aus ihrer Bahn gewichen" - Zur Figur König Philipps in "Don Karlos"

Seminar Paper , 2005 , 15 Pages , Grade: 1-

Autor:in: Tatjana Schäfer (Author)

German Studies - Modern German Literature

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Summary Excerpt Details

Keine andere Figur in Schillers Don Karlos macht eine so tiefgreifende Wandlung durch und erfährt eine derartig grundlegende Erschütterung ihrer Existenz wie König Philipp. Der zunächst kaltherzig und grausam auftretende, allmächtige Monarch, dessen Beziehung zu ihm nahestehenden Menschen von Unterdrückung und Distanz geprägt ist, offenbart zunehmend menschliche Schwächen und Bedürfnisse, die in einem Spannungsverhältnis zu seiner Position als König stehen und wird schließlich von seinem vermeintlichen Freund Posa verraten und in seinen neuentdeckten menschlichen Gefühlen verletzt. Nachdem er Posa in blinder Rachsucht hat ermorden lassen und diesen Schritt zutiefst bereut, steht er zuletzt als greiser Infant und ohne den Glanz des absolutistischen Herrschers vor dem Großinquisitor, der ihn als ohnmächtige Marionette der Inquisition vorführt. Diese Entwicklung weist Philipp als die eigentliche tragische Figur des Dramas aus. Ungeachtet der Tatsache, dass sich der größte Teil der Literatur über den Don Karlos mit Marquis Posa beschäftigt, räumen ihm einige Forscher sogar die Stellung der zentralen Figur ein oder betrachten doch zumindest die Thematik einer Majestät, die aus dem Kreis des Menschlichen ausgeschlossen und damit ihrer Natur entfremdet wird als zentrales Motiv des Don Karlos. Die radikale Wandlung vom unnahbaren und gottähnlichen Despoten zum tragischen Charakter nachzuvollziehen und in ihren Ursachen zu analysieren ist das Ziel der vorliegenden Arbeit. Dafür ist es in einem ersten Schritt notwendig, den Charakter und die Situation Philipps darzustellen, um aufzuzeigen, worin seine Schwäche und sein Dilemma bestehen und deutlich zu machen, weshalb er Marquis Posa erliegt. In einem zweiten Abschnitt soll dann die Frage beantwortet werden, warum Philipps menschliche Schwäche seine anfangs unangreifbar erscheinende Machtposition aushöhlt und letztlich zerstört, so dass die Inquisition am Ende als die tatsächlich herrschende Macht über den König triumphieren kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. König Philipp: Der Konflikt zwischen „Menschsein“ und den höfischen Machtstrukturen

2.1 Ein zwiespältiger Charakter und sein Dilemma

2.2 “Mich lüstete nach einem Menschen“ – Philipp und Marquis Posa

3. Die Vernichtung eines Königs

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologische Wandlung und den Untergang der Figur König Philipp in Schillers Drama „Don Karlos“. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern der Konflikt zwischen Philipps menschlichen Bedürfnissen nach Nähe und seiner absolutistischen Machtposition seine Autorität aushöhlt und ihn letztlich zur tragischen Marionette der Inquisition werden lässt.

  • Analyse des Charakters und des Dilemmas König Philipps
  • Untersuchung der Beziehung zwischen Philipp und Marquis Posa
  • Betrachtung der höfischen Machtstrukturen und deren Einfluss auf den Monarchen
  • Ursachen für den Machtverlust und die Entmachtung des Königs
  • Einordnung Philipps als zentrale tragische Figur des Dramas

Auszug aus dem Buch

2. König Philipp: Der Konflikt zwischen „Menschsein“ und den höfischen Machtstrukturen

Ganz den Grundforderungen der damaligen Dramentheorie entsprechend ist Philipp ein gemischter Charakter. Bereits zu einem frühen Zeitpunkt wird das Despotenschema durchbrochen, und der König zeigt Züge von Menschlichkeit, die ihn als eifersüchtigen Ehemann und Vater und als einen einsamen Menschen auf dem Thron ausweisen. Neben diese Ambivalenz tritt ein weiterer Widerspruch: die Diskrepanz zwischen dem Menschen und dem Herrscher Philipp, dessen gottähnliche Machtfülle ihm verwehrt, wessen er als empfindender Mensch bedarf. Dieses Dilemma und seine zwischen beiden Extremen schwankende Gemütsverfassung bestimmen Philipps Situation und Handeln.

Im ersten Akt erscheint Philipp zunächst als der „Fürchterliche“ (V. 313), der seinen Sohn „[a]uf Sklavenart“ (V. 252) straft und immer wieder mit Bluturteilen und Blutgerichten in Verbindung gebracht wird, was gleich zu Beginn verdeutlicht, in wie enger Beziehung Philipps Despotismus zur Inquisition steht. Auch das gestörte Verhältnis zwischen Vater und Sohn tritt bereits in dem Moment deutlich hervor, als Karlos sich und den ihm fremd gebliebenen Vater als „die beiden letzten Enden / Des menschlichen Geschlechtes“ (V. 335-336) und als Rivalen um die Gunst Elisabeths wahrnimmt.

Elisabeth ist überdies genau die Person, an der sich in I/6 erstmals die Schwachstelle des Königs offenbart. Allerdings ist selbst diese menschliche Regung Philipps – seine Eifersucht – höchst unangenehm, zeigt sie sich doch ebenfalls als ausgeprägte Form der Tyrannei. Er drückt seinen Besitzanspruch an Elisabeth aus und überwacht sie, ohne jedoch ihre Zuneigung zu suchen. Obwohl diese Haltung ein Stück despotischer Machtausübung darstellt, erhält das Bild des unnahbaren Monarchen hier nichtsdestotrotz erste Risse, die sich im zweiten Akt vertiefen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die psychologische Wandlung König Philipps ein und definiert das Ziel der Arbeit, seine Entwicklung vom unnahbaren Despoten zum tragischen Charakter zu analysieren.

2. König Philipp: Der Konflikt zwischen „Menschsein“ und den höfischen Machtstrukturen: Dieses Kapitel untersucht die Zerrissenheit Philipps zwischen seinen menschlichen Regungen und seiner Rolle als absolutistischer Herrscher.

2.1 Ein zwiespältiger Charakter und sein Dilemma: Hier wird Philipps Ambivalenz als Vater und Ehemann sowie der Druck des höfischen Systems auf sein privates Empfinden dargestellt.

2.2 “Mich lüstete nach einem Menschen“ – Philipp und Marquis Posa: Das Kapitel analysiert die folgenschwere Annäherung zwischen dem einsamen König und Marquis Posa, getrieben von dem Wunsch nach aufrichtigem Austausch.

3. Die Vernichtung eines Königs: Der Abschnitt behandelt, wie Philipps Schwäche und sein Vertrauen in Posa ihn der Kontrolle über sein Reich berauben und ihn schließlich in die völlige Abhängigkeit zur Inquisition führen.

4. Fazit: Die Schlussbetrachtung resümiert Philipps Scheitern und bestätigt seine Stellung als zentrale tragische Figur des Werks.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der im Rahmen der Hausarbeit verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

König Philipp, Don Karlos, Friedrich Schiller, Machtstruktur, Absolutismus, Inquisition, Marquis Posa, Einsamkeit, Menschsein, tragische Figur, Drama, Staatsraison, psychologische Wandlung, höfische Etikette, Machtverlust

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Charakteranalyse von König Philipp im Drama „Don Karlos“ von Friedrich Schiller.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die menschliche Schwäche des Herrschers, die Rolle der Inquisition, die Bedeutung von Machtstrukturen und der Konflikt zwischen dem Individuum und seinem öffentlichen Amt.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Ursachen für die radikale Wandlung Philipps zu untersuchen und zu belegen, warum er die eigentliche tragische Figur des Dramas darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine detaillierte Textanalyse der Dramen-Handlung sowie auf die Einbeziehung einschlägiger Literaturwissenschaftlicher Fachpublikationen.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die psychologische Disposition des Königs, seine fehlgeleitete Beziehung zu Posa und der sukzessive Machtverlust durch die Einflussnahme der Inquisition detailliert erläutert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Absolutismus, Despotie, Einsamkeit, Machtverlust und tragisches Menschsein geprägt.

Warum spielt die Begegnung mit Marquis Posa eine so entscheidende Rolle für den König?

Philipp sieht in Posa die Chance, seine Einsamkeit auf dem Thron zu überwinden, wird jedoch durch sein mangelndes Verständnis für Posas Ideale manipuliert und instrumentalisiert.

Welche Rolle spielt die Inquisition bei Philipps endgültigem Scheitern?

Die Inquisition nutzt Philipps menschliche Schwäche aus, um sich als eigentliche Machtinstanz zu etablieren und den König vollständig an sich zu binden.

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Details

Title
"So ist die Welt aus ihrer Bahn gewichen" - Zur Figur König Philipps in "Don Karlos"
College
Free University of Berlin  (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie)
Grade
1-
Author
Tatjana Schäfer (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V54389
ISBN (eBook)
9783638496094
ISBN (Book)
9783656806141
Language
German
Tags
Welt Bahn Figur König Philipps Karlos
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tatjana Schäfer (Author), 2005, "So ist die Welt aus ihrer Bahn gewichen" - Zur Figur König Philipps in "Don Karlos", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/54389
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