Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus nach 1990. Dabei geht es vor allem um das Wiedererstarken des Nationalen, rechten Mob und Pogrome. Zunächst wir der Rechtsextremismus definiert und eine Unterscheidung zwischen rassistischer und rechtsextremer Gewalt gemacht. Weiterhin wird erklärt wie es sich erklären lässt, dass hunderte von Personen gegen Gesetze verstoßen, indem sie andere mit Steinen und Brandbomben bewerfen, und sie sogar versuchen, totzuschlagen. Dabei wird auf den Zusammenhang zwischen Menschenmassen, Gruppen und Gewalt eingegangen. Außerdem werden die wichtigsten historischen Ereignisse nach den 1990er Jahren aufgezeigt und mittels eines Zeitstrahls verbildlicht. Zum Schluss werden Parallelen zur heutigen Zeit gezogen als auch Langzeitfolgen von Rechtsextremismus aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Begriffserklärung: Rechtsextremismus
1.1. Ein Definitionsversuch nach dem Politologen Hans-Gerd Jaschke:
2. Unterscheidung zwischen rassistischer und rechtsextremer Gewalt
3. Zusammenhang von Gruppen, Menschenmassen und Gewalt nach Kühl
3.1. Sozialstrukturelle Merkmale
3.2. Phänome der Gewaltmassen nach dem Sozialpsychologen Gustave Le Bon
3.3. Mechanismen, die Gewaltanwendung in Menschenmassen befördern
3.4. Soziale Verdichtungen
4. Wichtigste historische Ereignisse
4.1. Damalige Situation
4.2. Rassistische und rechtsextremistische Ausschreitungen und Pogrome
4.3. Zeitstrahl 1990er Jahre
5. Gibt es Parallelen zur heutigen Situation?
5.1. Straf- und Gewalttaten von rechts im historischen Vergleich
6. Raumordnungskampf der Rechtsextremen (Luzar, 2016, S. 171-S.174)
7. Dimensionen und Langzeitfolgen rechtsextremer Gewalt (Luzar, 2016, S.175)
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Ursprünge und Dynamiken rechtsextremer Gewalt in Deutschland seit den 1990er Jahren, untersucht die soziologischen Hintergründe kollektiver Gewaltausbrüche und setzt diese in Bezug zur aktuellen gesellschaftspolitischen Entwicklung.
- Analyse der Pogrome der frühen 1990er Jahre (u.a. Rostock-Lichtenhagen, Hoyerswerda).
- Untersuchung der Gruppendynamik und Massenpsychologie bei Gewaltexzessen.
- Darstellung der historischen Entwicklung und politischer Reaktionen wie dem Asylkompromiss.
- Vergleich der Gewaltdaten der 1990er Jahre mit aktuellen Statistiken politisch motivierter Kriminalität.
- Anwendung des Konzepts des Raumordnungskampfes auf rechtsextreme Agitation.
Auszug aus dem Buch
3. Zusammenhang von Gruppen, Menschenmassen und Gewalt nach Kühl
Die Gewaltausbrüche und die Pogrome gegen Geflüchtete, z.B. in Rostock-Lichtenhagen und Hoyerswerda Anfang der 1990er fanden in der Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit, da die meisten BeobachterInnen mit derartigen Gewaltexzessen nicht gerechnet hatten und entsprechend überrascht waren.
Wie lässt es sich erklären, dass hunderte von Personen gegen Gesetze verstoßen, indem sie andere mit Steinen und Brandbomben bewerfen, und sie sogar versuchen, totzuschlagen?
Die Massenmedien und teilweise auch die Wissenschaft identifizieren meistens die sozialstrukturellen Merkmale der TäterInnen, die an den Gewaltakten beteiligten waren. Es wird wie bei den Pogromen in Rostock-Lichtenhagen und Hoyerswerda auf das männliche Geschlecht, den erheblichen Alkoholkonsum oder die rechtsextreme Radikalisierung von “Wendeverlierern” hingewiesen. Dabei wird oft übersehen, dass die mehr oder weniger spontan ausbildenden Situationen von Massengewalt vielfältige Ähnlichkeiten aufweisen.
Bei einer genaueren Betrachtung der genannten Gewaltereignisse ist rasch zu erkennen, dass sich die Täter sozialstrukturell zwar unterscheiden, die Formen, wie sich Gewalt entwickelt, aber vergleichbar sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Begriffserklärung: Rechtsextremismus: Definiert den Begriff des Rechtsextremismus als Ablehnung des demokratischen Wertepluralismus und als kollektivistische, ethnisch homogene Ideologie.
2. Unterscheidung zwischen rassistischer und rechtsextremer Gewalt: Arbeitet die Differenzen zwischen diffusen, situativen rassistischen Übergriffen und ideologiegesteuerter, dauerhafter rechtsextremer Gewalt heraus.
3. Zusammenhang von Gruppen, Menschenmassen und Gewalt nach Kühl: Analysiert die Entstehung von Eigendynamik und Gewaltbereitschaft innerhalb von Menschenmassen sowie die Bedeutung sozialer Verdichtungen.
4. Wichtigste historische Ereignisse: Dokumentiert die Welle rassistischer Gewalt in den frühen 1990er Jahren mit Fokus auf die Pogrome in Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen, Mölln und Solingen.
5. Gibt es Parallelen zur heutigen Situation?: Vergleicht die aktuelle Entwicklung politisch motivierter Kriminalität gegen Flüchtlinge mit den historischen Daten der 1990er Jahre.
6. Raumordnungskampf der Rechtsextremen (Luzar, 2016, S. 171-S.174): Stellt das vierstufige Konzept von Wilhelm Heitmeyer vor, um die Eskalationsstufen rechtsextremer Raumeroberung zu beschreiben.
7. Dimensionen und Langzeitfolgen rechtsextremer Gewalt (Luzar, 2016, S.175): Erläutert das Modell der stellvertretenden Viktimisierung sowie die primären, sekundären und tertiären Gewaltfolgen für Betroffene.
Schlüsselwörter
Rechtsextremismus, rassistische Gewalt, Pogrome, Massenpsychologie, Asylpolitik, Gewalteskalation, Sozialstrukturelle Merkmale, Raumordnungskampf, Viktimisierung, PMK-rechts, Wiedervereinigung, Gruppenprozesse, Rostock-Lichtenhagen, Hoyerswerda, Fremdenfeindlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptanliegen dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Hintergründe und Dynamiken rechtsextremer sowie rassistischer Gewalt in Deutschland, ausgehend von den Pogromen der 1990er Jahre bis in die heutige Zeit.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Massenpsychologie von Gewaltausbrüchen, der historischen Aufarbeitung der 1990er Jahre sowie der soziologischen Analyse von Strategien der Rechtsextremen zur Raumeroberung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, zu verstehen, wie und warum rassistische Gewalt entsteht, welche Rolle soziale Dynamiken dabei spielen und wie diese im historischen Vergleich zu bewerten sind.
Welche wissenschaftlichen Perspektiven werden genutzt?
Es werden soziologische Konzepte, wie die von Wilhelm Heitmeyer zum Raumordnungskampf und von Stefan Kühl zu Gewaltmassen, mit historischen Daten und kriminalstatistischen Analysen verknüpft.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil behandelt die Entstehung von Gewalt in Gruppen, die Ereignisse nach der Wiedervereinigung, die Instrumentalisierung des Asylthemas sowie die Auswirkungen von Gewalt auf die Opfer.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Rechtsextremismus, rassistische Gewalt, Gruppendynamik, Raumordnungskampf und historische Einordnung sind die zentralen Begriffe der Publikation.
Warum wird die Rolle der Polizei in Rostock-Lichtenhagen besonders hervorgehoben?
Die Analyse zeigt, dass das Versagen staatlicher Organe, Recht und Ordnung zeitnah durchzusetzen, ein entscheidender Faktor für die Eskalation der Gewalt durch die anwesenden Menschenmassen war.
Was besagt das Konzept der stellvertretenden Viktimisierung?
Das Konzept beschreibt, dass Opfer rechtsextremer Gewalt nicht primär als Individuen angegriffen werden, sondern stellvertretend als Mitglieder einer imaginierten Gruppe, wie beispielsweise Geflüchtete.
- Arbeit zitieren
- Stefanie Fritz (Autor:in), 2019, Rassismus und Rechtsextremismus nach 1990. Wiedererstarken des Nationalen, rechter Mob und Pogrome, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/542492