Diese Arbeit setzt sich im Hinblick einer differenzierten Argumentation mit der Funktion von Musik innerhalb ausgewählter Werke der Popliteratur auseinander. Neben der Funktion der Musikreferenz soll beantwortet werden, auf welche Art und Weise Musik in der Popliteratur eingesetzt wird und ob die Verwendung innerhalb der Popliteratur einheitlich verläuft oder variiert.
In Kapitel eins werden Pop, Popliteratur und Intermedialität definiert. Im nächsten Schritt wird anhand des „Handbuch[s] für Literatur & Musik“ von Nicola Gess und Alexander Honold der aktuelle Forschungsstand von intermedialer Referenz von Musik in Literatur herausgestellt.
Besonders im Fokus stehen hier die Methoden des „showing“ und „telling“. Im Anschluss daran werden zwei der bedeutendsten Werke der Popliteratur auf diese Methoden der Intermedialität hin untersucht. „Soloalbum“ von Benjamin von Stuckrad-Barre und „Rave“ von Rainald Goetz werden als zwei Vertreter ihrer Gattung gegenübergestellt und in ihrer Verwendung hinsichtlich Musik verglichen.
Die Popliteratur ist eine moderne Literaturgattung, deren Ursprung in den 1950er Jahren liegt. Sie weist ein hohes Maß an Aktualität auf, da immer noch neue Werke ihrer bekanntesten Popautoren veröffentlicht werden. Die Popliteratur ist jedoch nur eine Teilströmung des Pop. Das wohl noch bekanntere und kommerziellere Medium des Pop ist die Popmusik. Die beiden Medien stehen jedoch nicht nur für sich allein, sondern werden oft intermedial zueinander referenziert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffliche Grundlagen
2.1 Pop
2.2 Popliteratur
2.3 Intermedialität
3 Intermediale Referenz von Musik in Literatur
3.1 Telling
3.2 Showing
4 Untersuchung der Werke auf intermediale Referenz
5 Fazit
6 Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion von Musik innerhalb der deutschen Popliteratur anhand der exemplarischen Werke „Rave“ von Rainald Goetz und „Soloalbum“ von Benjamin von Stuckrad-Barre, um zu analysieren, auf welche Weise intermediale Bezüge zwischen Literatur und Musik hergestellt werden.
- Definition und Abgrenzung der Begriffe Pop, Popliteratur und Intermedialität
- Theoretische Fundierung der Methoden „Telling“ und „Showing“ zur musikalischen Referenz
- Vergleichende Analyse der Umsetzung dieser Methoden in den gewählten Romanen
- Untersuchung der spezifischen Funktion von Musikreferenzen für die Charakterzeichnung und Erzählstruktur
Auszug aus dem Buch
Untersuchung der Werke auf intermediale Referenz
In diesem Kapitel werden nun die Werke „Rave“ (1998) von Rainald Goetz und „Soloalbum“ (1998) von Benjamin von Stuckrad-Barre auf die Verwendung von Musik hin untersucht. Die beiden literarischen Werke werden hinsichtlich der zuvor erläuterten Methoden des Showing und Telling beleuchtet. Anhand besonders repräsentativer Stellen intermedialer Referenz werden die gesamten Werke exemplarsich untersucht.
In „Rave“ ist die Methode der formalen Imitation und der Wortmusik besonders präsent. Diese spezielle Form des Showing ahmt, wie bereits in Kapitel drei erläutert, die Struktur der Musik nach. Die Struktur kann akustisch oder semantisch imitiert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Intermedialität in der Popliteratur ein, definiert das Forschungsinteresse und stellt die zu untersuchenden Werke vor.
2 Begriffliche Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Pop, Popliteratur und Intermedialität, um ein theoretisches Fundament für die Analyse zu schaffen.
3 Intermediale Referenz von Musik in Literatur: Hier werden die methodischen Konzepte des „Telling“ (Erzählen über Musik) und „Showing“ (Imitation von Musik) theoretisch voneinander abgegrenzt.
4 Untersuchung der Werke auf intermediale Referenz: Dieser Hauptteil analysiert die praktische Anwendung der Methoden „Telling“ und „Showing“ in „Rave“ und „Soloalbum“.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Funktion der Musikreferenz je nach Werk variiert und spezifisch herausgearbeitet werden muss.
6 Literatur: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Popliteratur, Intermedialität, Musikreferenz, Telling, Showing, Rainald Goetz, Benjamin von Stuckrad-Barre, Rave, Soloalbum, Medientransformation, formale Imitation, Evokation, Teilreproduktion, Britpop, Systemreferenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der wechselseitigen Beziehung zwischen Popliteratur und Popmusik, konkret mit der Frage, wie Musik innerhalb literarischer Texte durch intermediale Referenzen eingebunden wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Definition von Popkultur, die Theorie der Intermedialität (insbesondere Telling und Showing) und deren Anwendung in zeitgenössischen Romanen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, auf welche Art und Weise Musik in der Popliteratur eingesetzt wird und ob die Verwendung innerhalb der Gattung einheitlich verläuft oder variiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin/der Autor stützt sich auf die literaturwissenschaftliche Intermedialitätstheorie, insbesondere auf die Konzepte von Werner Wolf, Irina Rajewsky und Christine Lubkoll.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Romane „Rave“ von Rainald Goetz und „Soloalbum“ von Benjamin von Stuckrad-Barre anhand der Methoden „Telling“ und „Showing“ auf ihre musikalischen Referenzen hin analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Popliteratur, Intermedialität, Musikreferenz, Telling, Showing sowie die Namen der analysierten Autoren und ihrer Werke.
Warum spielt der Begriff der „mimetischen Imitation“ eine Rolle?
Der Begriff dient als Zusammenfassung für die Funktion der Musikreferenzen in Rainald Goetz’ „Rave“, wo der Text versucht, die Struktur und Dynamik elektronischer Musik formal nachzuahmen.
Wie unterscheidet sich die Musiknutzung in „Soloalbum“ von der in „Rave“?
Während „Rave“ primär durch „Showing“ (formale Imitation/Evokation) geprägt ist, nutzt „Soloalbum“ stärker „Telling“-Methoden wie die Teilreproduktion von Liedtexten und das Thematisieren von Musikerfiguren als Systemreferenz.
Welche Bedeutung hat das „Britpop“-Genre für das Werk „Soloalbum“?
Die Musik des Britpop dient im Roman als Referenzrahmen, der Ereignisse und Erinnerungen wertet, emotional stützt und dem Protagonisten eine spezifische popkulturelle Identität verleiht.
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- Tim Lindemann (Author), 2019, Popliteratur. Intermedialität und die Funktion der Musik in "Rave" von Rainald Goetz und "Soloalbum" von Benjamin von Stuckrad-Barre, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/540682