In dieser Arbeit geht es um den berühmten Berg aus der Harzregion, den Brocken, der besser unter dem Namen Blocksberg bekannt ist. Thematisiert wird vor allem die Wahrnehmung und Funktion dieses Berges angefangen bei der Hexenmystik bis hin zur modernen Wetterprognostik. Hierzu werden vorab die Entstehung seines Namens sowie der Berg allgemein beschrieben, um dann auf die Mystik, die den Berg seit jeher umgibt, und darauf auf seinen praktischen Nutzen für die Menschen in seiner Umgebung einzugehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Brocken
2. 1. Die Namensentstehung
2. 2. Die Umweltbedingungen des Brockens
3. Mythen und Sagen um den Brocken
3. 1. Hexen und Zauberer
3. 2. Brockengespenst
3. 3. Walpurgis
3. 4. Der Brocken in der Literatur
4. Die Bebauung und Nutzung des Brockens
4. 1. Die ersten baulichen Veränderungen
4. 2. Die meteorologische Beobachtungsstelle
4. 3. Der Brockengarten
4. 4. Die Brockenbahn
4. 5. Die Nutzung des Brockens um und in der Zeit des II. Weltkrieges
4. 6. Der Brocken in der Besatzungszeit nach dem II. Weltkrieg
4. 7. Der Brocken nach der Wende
4. 7. 1. Nationalpark Hochharz
4. 7. 2. Das Brockenmuseum
5. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Wahrnehmung und funktionale Nutzung des Brockens im Harz. Dabei wird analysiert, wie sich die Bedeutung des Berges vom mythologischen Ort für Sagen und Hexenmythen bis hin zu seiner wissenschaftlichen Nutzung als Wetterstation und seiner militärischen Funktion während des Kalten Krieges gewandelt hat.
- Mythologische Bedeutung und Hexenthematik des Brockens
- Entwicklung des Berges als touristisches und kulturelles Ziel
- Wissenschaftliche Wetterbeobachtung auf dem Gipfel
- Historische Nutzung als militärische Überwachungszentrale
- Transformation des Brockens zum Naturschutzgebiet nach der Wiedervereinigung
Auszug aus dem Buch
3. 1. Hexen und Zauberer
An Zauberei und Hexerei wurde in Altertum und Mittelalter geglaubt. Als sich im ausgehenden Mittelalter die gesellschaftlichen Verhältnisse durch Kriege, Epidemien und Hungersnöte, maßlose Unterdrückung und Ausbeutung der Bauern verschärften, kam es zu sozialen Wiederständen. Die sich von diesen bedroht fühlenden Mächte bedienten sich jeder Möglichkeit, um solche Entwicklungen zu verhindern. Der Glaube an Hexen und Zauberer kam hier grade gelegen, denn der Hexenvorwurf diente zum Vorwand der Bereicherung. Zudem galten Hexen als geile, wollüstige Frauen, die somit zum Sinnbild der verdrängten Sexualität wurden. Wissende Frauen wurden mit gefährlichen Kräuterfrauen und Mitgliedern eines heidnischen Kultes gleichgesetzt.
1484 erließ Papst Innozenz VIII. die sogenannte Hexenbulle: “Wer vom Glauben abfiel, sich mit dem Teufel vermischte, Missbrauch trieb, durch Zauberei und Beschwörung Menschen, Tiere, Feldfrüchte verhexte, war zu verfolgen” (ebd.) Um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, wurden zwei Inquisitoren für Deutschland bestimmt, die den sogenannten Hexenhammer schufen. Der Hexenhammer stellte ein sadistisches Lehrbuch dar, in dem eine genaue Anleitung gegeben wurde, wie man Hexen und Zauberer ausfindig machen könnte und wie sie zu bestrafen seien. Den zahllosen Hexenprozessen fielen drei bis fünf Millionen Menschen zum Opfer. Durch die Welle der Hexenverfolgung, die Brockenbesteigung und die in der Literatur verarbeitete Hexenthematik, begann im wesentlichen die Verknüpfung des Brockens mit den Vorstellungen über die Hexentanzplätze.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die geografische und kulturelle Bedeutung des Harzes ein und formuliert das Ziel der Arbeit, den Wandel von der Hexenmystik hin zur modernen Nutzung des Brockens zu beschreiben.
2. Der Brocken: Dieses Kapitel behandelt die etymologischen Erklärungsversuche der Namensgebung und beschreibt die klimatisch extremen Umweltbedingungen des Brockenplateaus.
3. Mythen und Sagen um den Brocken: Das Kapitel widmet sich der kulturgeschichtlichen Mythisierung des Berges, einschließlich der Hexenverfolgung, dem Phänomen des Brockengespenstes, der Walpurgisnacht und der literarischen Rezeption.
4. Die Bebauung und Nutzung des Brockens: Dieses umfangreiche Kapitel detailliert die bauliche Entwicklung, die Einrichtung der Wetterstation, den botanischen Garten, die Brockenbahn sowie die politische und militärische Nutzung in verschiedenen Zeitaltern bis hin zur Wende.
5. Schluss: Der Schluss fasst den Bedeutungswandel des Berges zusammen und reflektiert über seine zukünftige Rolle im Bereich Tourismus und Naturschutz.
Schlüsselwörter
Brocken, Blocksberg, Harz, Hexenmythos, Walpurgisnacht, Wetterprognostik, Wetterwarte, Brockenbahn, Kalter Krieg, DDR, Nationalpark Hochharz, Brockenmuseum, Kulturgeschichte, Mythologie, Tourismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die historische und kulturelle Bedeutung des Brockens als prägnanten Berg im Harz unter Berücksichtigung seiner wechselvollen Nutzungsgeschichte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Mythologie (Hexen, Sagen), der naturwissenschaftlichen Beobachtung, der politischen sowie militärischen Nutzung und der touristischen Erschließung des Berges.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Wandel von der symbolisch-mythologischen Aufladung des Berges hin zu seinem praktischen Nutzen für die Menschen und die Wissenschaft über die Jahrhunderte aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Es handelt sich um eine historisch-ethnologische Betrachtung, die Literaturquellen und dokumentarische Aufzeichnungen auswertet, um den Prozess der Mythisierung und Nutzung des Brockens nachzuzeichnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit Mythen (Kapitel 3) und eine chronologische Dokumentation der baulichen und nutzungsspezifischen Veränderungen auf dem Brocken (Kapitel 4).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Brocken, Hexenmythos, Walpurgisnacht, Wetterstation, Kalter Krieg, Nationalpark und Geschichte definiert.
Welche Rolle spielte der Brocken während der Teilung Deutschlands?
Aufgrund seiner strategischen Lage wurde der Brocken zur wichtigsten Spionagezentrale der DDR ausgebaut, war Sperrzone und für die Öffentlichkeit weitgehend unzugänglich.
Warum ist die Flora auf dem Brocken heute besonders schutzwürdig?
Da sich die empfindliche Mattenflora während der jahrzehntelangen militärischen Sperrung ungestört entwickeln konnte, ist heute ein besonderer Schutz im Rahmen des Nationalparks erforderlich.
- Arbeit zitieren
- Nicole Rosenthal (Autor:in), 2004, Mythos Brocken - Zwischen Blocksberg und Wetterprognostik, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/54058