Diese Arbeit soll dem Leser einen umfassenden Überblick über die Mechanismen und Treiber des Brexits, sowie die möglichen Auswirkungen für ausgewählte Industriesektoren geben. Abschließend sollen die zukünftigen, potenziellen Effekte auf die deutsche Bankenlandschaft analysiert werden.
Am 23. Juni 2016 fand das Referendum über die Abspaltung des Landes von der Europäischen Union, den sogenannten Brexit, statt. Die Entscheidung der Bürger des Vereinigten Königreichs bestand darin, die Europäische Union zu verlassen. Das umstrittene Ergebnis, das die meisten Analysten und Experten überrascht hat, kann bereits jetzt als eines der größten Ereignisse in der britischen Geschichte angesehen werden, und wird einen massiven Einfluss auf die Entwicklung der Gesellschaft und Wirtschaft in den kommenden Jahrzehnten haben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung
1.3 Methodisches Vorgehen
2 Die Brexit-Entscheidung
2.1 Prozessüberblick
2.2 Aufschlüsselung der Wahlergebnisse
2.2.1 Geographische und Demographische Einordnung
2.2.2 Differenzierung nach gesellschaftspolitischen Aspekten
2.2.3 Aufschlüsselung nach Wirtschaftsindikatoren
2.3 Unternehmensstimmung nach Branchen
2.3.1 Fertigungsindustrie
2.3.2 Bildung und Wissenschaft
3 Der Finanzdienstleistungssektor
3.1 Wahlverhalten und Einflussgrößen
3.2 Makroökonomische Auswirkungen
3.2.1 Wachsende Unsicherheit
3.2.2 Effekte auf Wechselkurse und Zinssätze
3.2.3 Ausländische Direktinvestitionen (FDI)
3.3 Potenzielle Auswirkungen auf die deutsche Bankenlandschaft
3.3.1 EU-Passporting
3.3.2 Bankenregulierungen
3.4 Analyse und kritische Betrachtung der Auswirkungen
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Projektarbeit analysiert die politischen Treiber und Mechanismen des Brexit und deren Auswirkungen auf ausgewählte Sektoren der britischen Wirtschaft. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Bewertung der potenziellen Folgen für die deutsche Bankenlandschaft vor dem Hintergrund einer unsicheren regulatorischen Zukunft.
- Analyse der Beweggründe für die Brexit-Entscheidung und deren sozioökonomische Faktoren.
- Untersuchung der wirtschaftlichen Stimmung und Auswirkungen in der Fertigungsindustrie.
- Evaluation des Bildungs- und Wissenschaftssektors im Kontext internationaler Abhängigkeiten.
- Betrachtung des Finanzdienstleistungssektors und der Herausforderungen für deutsche Institute.
- Kritische Analyse von Zukunftsszenarien (Hard Brexit, No-Deal) für das Finanzsystem.
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Fertigungsindustrie
Das verarbeitende Gewerbe ist seit langem ein Grundpfeiler der britischen Wirtschaft. Die Bedeutung dieses Sektors hat zwar in den vergangenen Jahrzehnten nachgelassen und wurde teils vom Dienstleistungssektor abgelöst, nichtsdestotrotz bleibt die Fertigungsindustrie ein kritischer Teil der Wirtschaft, auf welches das britische Volk seit je her stolz ist. Als konkrete Beispiele dienen in diesem Unterkapitel die Teilbranchen Automobilbau und Luftfahrtindustrie. Die Treiber und Faktoren, welche diese Teilbranchen beeinflussen, sind für das verarbeitende Gewerbe repräsentativ, insbesondere in Bezug auf die einheitliche Meinung gegenüber dem EU Markt und die Tendenz zur Stimmabgabe im Referendum.
Der wichtigste Faktor, weshalb diese beiden Teilsektoren gewählt wurden ist, dass die Gewichtung der Luft- und Raumfahrt und des Automobilsektor am Markt stark genug ist, um die zukünftige Entwicklung der britischen Fertigungsindustrie nach dem Brexit zu bestimmen.
Das verarbeitende Gewerbe liefert mit einem Anteil von rund 11% den zweithöchste Beitrag zum BIP. Es werden 2,6 Millionen Menschen oder über 10% der gesamten Arbeitnehmer Großbritanniens in diesem Bereich beschäftigt. Noch deutlicher wird die Relevanz wenn der Anteil der britischen Exporte in den Rest der Welt mit in Betracht gezogen wird, dieser liegt bei 45%, wobei die Europäische Union der größte Handelspartner und Exportmarkt ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Thema Brexit, Darstellung der Problemstellung und Erläuterung des methodischen Vorgehens für diese Projektarbeit.
2 Die Brexit-Entscheidung: Detaillierte Betrachtung des Prozesses der Brexit-Entscheidung, der Abstimmungsergebnisse nach demografischen Kriterien und der Stimmung in ausgewählten Branchen.
3 Der Finanzdienstleistungssektor: Analyse des für Großbritannien zentralen Finanzsektors, dessen Betroffenheit durch den Brexit und die spezifischen Auswirkungen auf die deutsche Bankenlandschaft.
4 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der identifizierten Trends, Risiken und potenziellen Zukunftsszenarien für die britische und deutsche Wirtschaft.
Schlüsselwörter
Brexit, Europäische Union, Referendum, Finanzdienstleistungssektor, Fertigungsindustrie, Bildung, Wirtschaftspolitik, Unsicherheit, EU-Passporting, Bankenregulierung, No-Deal-Brexit, Investitionen, Standort Deutschland, Handelsbarrieren, Automobilindustrie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Mechanismen, die zum Brexit führten, und analysiert die Auswirkungen dieser Entscheidung auf wichtige Industriesektoren Großbritanniens sowie die Konsequenzen für die deutsche Bankenbranche.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Abstimmungsmuster beim Referendum, der Stimmung in der Fertigungsindustrie und im Wissenschaftssektor sowie den Herausforderungen für den Finanzdienstleistungssektor.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die Brexit-Treiber zu geben und die potenziellen Effekte auf die deutsche Bankenlandschaft, insbesondere hinsichtlich Regulierung und Marktstabilität, wissenschaftlich zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einem Literaturstudium und einer empirischen Sekundärforschung, wobei aktuelle Wirtschaftsdaten und Branchenberichte zur Analyse herangezogen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Brexit-Entscheidung, untersucht die Fertigungsindustrie sowie Bildung und Wissenschaft und widmet sich im dritten Kapitel intensiv dem Finanzdienstleistungssektor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Brexit, Europäische Union, Finanzdienstleistungssektor, Standortwahl, Bankenregulierung und wirtschaftliche Unsicherheit.
Wie steht die Fertigungsindustrie zum Brexit?
Obwohl das Management der Unternehmen den Verbleib in der EU befürwortete, zeigten sich Arbeitnehmer in den betroffenen Industriezentren überwiegend für den Austritt, was durch soziale und politische Bedenken beeinflusst wurde.
Warum ist das Finanzzentrum London für Deutschland so wichtig?
London ist ein entscheidender Finanzplatz für europäische Banken; ein Wegfall des ungehinderten Marktzugangs durch den Brexit zwingt deutsche Institute zu kostspieligen Verlagerungen ihrer Zentralen und IT-Prozesse nach Frankfurt oder andere Standorte.
Welche Risiken birgt ein No-Deal-Brexit für Banken?
Ein No-Deal-Brexit gefährdet bestehende Geschäftsmodelle, da das EU-Passporting-System wegfällt und Banken mit erheblichen regulatorischen Hürden, Unsicherheiten beim Clearing von Derivaten und steigenden Kosten konfrontiert werden.
- Arbeit zitieren
- Arne Kronemeyer (Autor:in), 2019, Brexit. Treiber, Mechanismen und eine Analyse der Auswirkungen auf die deutsche Bankenlandschaft, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/539542