In dieser Arbeit soll das Bretonische als Beispiel für Kontaktsprachen des Französischen in synchroner Perspektive vorgestellt werden.
Bei der Betrachtung des Französischen als indoeuropäische Sprache, ergeben sich viele Sprachkontaktsituationen zu mehreren Einzelsprachen sowie sprachlichen Varietäten, sowohl in diachroner als auch in synchroner Perspektive. Zum einen können diese auf kollektiver, also innerhalb einer Sprechergemeinschaft, aber auch auf individueller Ebene, das heißt bei einzelnen Sprachbenutzern aufeinandertreffen.
Dabei stellen sich die folgenden Fragen:
Zu welcher Sprachgruppe gehört die bretonische Sprache und wo wird sie gesprochen? Wie ist sie entstanden, hat sie sich entwickelt und von welcher Sprechergruppe wird sie benutzt? Aber auch: Wie stellt sich die heutige Situation in unter anderem sprachpolitischer Sicht dar? Abschließend wird das Dargestellte kurz zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. SPRACHLICHE EINORDNUNG UND SPRACHGEBIET
3. GESCHICHTLICHER HINTERGRUND UND SPRECHERGRUPPE
4. DAS BRETONISCHE HEUTE
a. Soziolinguistische und soziologische Faktoren
b. Sprachpolitische und sprachpflegerische Situation
5. ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Bretonische in synchroner Perspektive als Beispiel für eine Kontaktsprache des Französischen, um dessen linguistische Einordnung, soziolinguistische Situation sowie die sprachpolitischen Rahmenbedingungen zu beleuchten.
- Linguistische Klassifizierung des Bretonischen als keltische Sprache
- Historische Entwicklung und Verbreitung des bretonischen Sprachraums
- Analyse soziolinguistischer Diglossieverhältnisse
- Untersuchung des aktuellen Sprachgebrauchs in verschiedenen Domänen
- Darstellung sprachpolitischer Maßnahmen und der Situation der Sprachpflege
Auszug aus dem Buch
4. Das Bretonische heute
Kommen wir nun zu den soziolinguistischen (Diglossieverhältnisse) und soziologischen Faktoren (Domänen und Sprachgebrauch). Als soziolinguistische Faktoren lassen sich klar zwei unterschiedliche Diglossieverhältnisse identifizieren: Neben dem Diglossieverhältnis zwischen dem Französischen und dem Bretonischen gibt es das zwischen dem normierten Bretonisch und dem badume, dem mündlichen, lokalen Sprachgebrauch, der „langue qui se parle localement au quotidien“. Hierbei stellt das normierte Bretonisch die high variety, also die Sprache für den beruflichen oder offiziellen Gebrauch und das badume die low variety, also die Alltagssprache dar. Hinzuzufügen ist, dass laut Broudic 40% der Sprecher Schwierigkeiten haben, das normierte Bretonisch im Radio bzw. in Fernsehsendungen zu verstehen.
Hinsichtlich des Diglossieverhältnisses zwischen dem Französischen und dem Bretonischen ergibt sich die folgende Einteilung: Das Französiche nimmt als offizielle Amtssprache Frankreichs die high variety ein, wobei das Bretonische als low variety klassifiziert wird, da sie zwar, wie bereits erwähnt, normiert ist, aber dennoch keinen offiziellen Status als Amts oder Gerichtssprache hat.
Da das Französische schon seit Jahrhunderten mit dem Bretonischen in Kontakt steht und sich als dominante Sprache in der Bretagne durchgesetzt hat, sind heute alle bretonischen Sprecher zweisprachig: Wenn sie bretonisch als Erstsprache erlernt haben, erlernen sie größtenteils auch das Französische. Allerdings betont Marianne R. Berger, dass in umgekehrter Perspektive Sprecher des Französischen „in weitaus geringerem Maße bretonische Sprachkenntnisse erwerben“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Thema Sprachkontakt am Beispiel des Bretonischen ein und definiert die zentralen Forschungsfragen zur Einordnung, Entstehung und heutigen Situation der Sprache.
2. SPRACHLICHE EINORDNUNG UND SPRACHGEBIET: Dieses Kapitel verortet das Bretonische als inselkeltische Sprache und beschreibt dessen historische sowie geographische Verbreitung in der Bretagne.
3. GESCHICHTLICHER HINTERGRUND UND SPRECHERGRUPPE: Hier wird der historische Werdegang des Bretonischen von der keltischen Besiedlung bis zur Moderne sowie die demographische Entwicklung der Sprechergruppe dargestellt.
4. DAS BRETONISCHE HEUTE: Dieses Kapitel analysiert die aktuellen soziolinguistischen Verhältnisse, den Sprachgebrauch in verschiedenen sozialen Domänen sowie die sprachpolitischen Rahmenbedingungen.
5. ZUSAMMENFASSUNG: Die Arbeit schließt mit einem Resümee über den Status des Bretonischen als bedrohtes kulturelles Erbe und die Herausforderungen für dessen zukünftigen Schutz.
Schlüsselwörter
Bretonisch, Französisch, Sprachkontakt, keltische Sprachen, Diglossie, Soziolinguistik, Bretagne, Sprachpolitik, Minderheitensprachen, Sprachpflege, Zweisprachigkeit, Sprachgeschichte, Badume, Sprachraum, Sprachverlust
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Bretonischen als Kontaktsprache des Französischen unter besonderer Berücksichtigung einer synchronen Perspektive.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit fokussiert sich auf die linguistische Einordnung des Bretonischen, seine historische Entwicklung, die heutige soziolinguistische Situation sowie aktuelle sprachpolitische Bemühungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Bretonische als eigenständige keltische Sprache im Kontakt mit dem dominanten Französisch besteht und welchen Status es in der heutigen Gesellschaft innehat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender soziolinguistischer Studien und historischer Quellen zur bretonischen Sprachgeschichte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die sprachliche und geographische Einordnung, den geschichtlichen Hintergrund, die Analyse der heutigen Diglossieverhältnisse sowie eine Untersuchung der Sprachpolitik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Bretonisch, Sprachkontakt, Diglossie, Minderheitensprachen, Sprachpolitik und Soziolinguistik.
Welche Rolle spielt das "badume" im Kontext des Bretonischen?
Das "badume" bezeichnet den mündlichen, lokalen Alltagsgebrauch des Bretonischen, der im Gegensatz zum normierten Bretonisch als "low variety" in einer Diglossiesituation steht.
Wie hat sich die Einstellung der französischen Politik zum Bretonischen verändert?
Die Sprache war historisch durch strikte Sprachgesetze unterdrückt, erfuhr jedoch im 21. Jahrhundert eine Anerkennung als eine der Sprachen Frankreichs im Verfassungsartikel 75-I, wenngleich der Status hinter dem Französischen zurückbleibt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2014, Das Bretonische als Kontaktsprache des Französischen. Eine Betrachtung aus der synchronischen Perspektive, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/539153