Warum sollten Fake News als Unterrichtsgegenstand im Fach Deutsch behandelt werden? Die Arbeit verfolgt das Ziel, zentrale Kompetenzen herauszustellen, die im Deutschunterricht vermittelt werden müssen, damit Schüler kritisch mit Falschmeldungen umgehen können.
Zu Beginn wird der theoretische Hintergrund von Fake News erläutert. Im Anschluss daran werden die Funktionen und die daraus resultierenden Wirkungen auf die Rezipienten und darüber hinaus auf das gesellschaftliche Zusammenleben vorgestellt. Danach wird auf Faktoren und Motive eingegangen, welche zu der Produktion und Verbreitung von Falschmeldungen führen. Auf der Grundlage der theoretischen Ausführungen soll folgend das Phänomen Fake News als Unterrichtsgegenstand im Deutschunterricht thematisiert werde. Anschließend widmet sich der Autor dem Thema Medienkompetenz und der Kompetenz des kritisch-reflexiven Lesens. Abschließend sollen Anforderungen und Kompetenzen der Lehrkraft in den Blick genommen werden, die notwendig sind, um Schülern einen kompetenten Umgang mit Fake News zu vermitteln.
Der Begriff „Fake News“ ist mit der amerikanischen Präsidentschaftswahl im Jahr 2016 zum politischen Schlagwort geworden. Auch nach der Präsidentschaftswahl taucht der Begriff noch immer in den Medien auf und begegnet so auch Kindern und Jugendlichen. Aus diesem Grund ist es notwendig, Schülern für das Problem Fake News zu sensibilisieren und sie zu einem kritischen Umgang mit Falschmeldungen zu befähigen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Was sind Fake News?
2.1 Begriffsbestimmung und Typologie
2.2 Funktions- und Wirkungsmechanismen
2.3 Produktion und Verbreitung
3 Fake News im Deutschunterricht
3.1 Begründung
3.2 Entwicklung von Medienkompetenz
3.3 Kritisch-reflexives Lesen
3.4 Anforderungen an Lehrkräfte
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz von Fake News als Gegenstand des Deutschunterrichts und leitet daraus notwendige Kompetenzen ab, die Schülerinnen und Schüler zur kritischen Auseinandersetzung mit Falschmeldungen befähigen sollen.
- Theoretische Grundlagen und Typologien von Fake News
- Funktionsweisen und gesellschaftliche Auswirkungen von Desinformation
- Rolle der Medienkompetenz im schulischen Kontext
- Bedeutung des kritisch-reflexiven Lesens im Fach Deutsch
- Professionelle Anforderungen an Lehrkräfte im Umgang mit Fake News
Auszug aus dem Buch
2.1 Begriffsbestimmung und Typologie
Der Begriff „Fake News“ kommt aus dem Englischen und wird wörtlich mit „vorgetäuschte Nachrichten“ übersetzt. Im Deutschen wird der Ausdruck häufig synonym mit „Falschmeldung“ verwendet (vgl. Koebe 2018: 51). Im Jahr 2017 wurde der Begriff Fake News im Duden aufgenommen und dort als „in den Medien und im Internet, besonders in den Social Media, in manipulativer Absicht verbreitete Falschmeldungen“ beschrieben. Obwohl in dieser Erläuterung die Zeitungen nicht explizit erwähnt werden, so werden Fake News dennoch häufig auch in diesem Medium publiziert (vgl. Himmelrath & Egbers 2018: 14). Auch die Zielsetzung von Fake News wird in der Definition des Dudens nicht ganz deutlich. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, eine weitere Definition zur Erschließung des Begriffes heranzuziehen.
Himmelrath und Egbers (2018: 29) definieren Fake News als „die gezielte und bewusste mediale Verbreitung von Lügen mit dem Ziel, bei den Rezipienten ein bestimmtes Bild zu erzeugen oder eine bestimmte Handlung anzuregen“ (Himmelrath & Egbers 2018: 29). Diese Definition verdeutlicht, dass Fake News gezielt und bewusst verbreitet werden, um eine bestimmte Wirkung bei den Rezipientinnen und Rezipienten hervorzurufen. Recherchefehler von Journalisten, beispielsweise falsch zugeschriebene Zitate oder auch Fakten, die übersehen oder in ihrer Bedeutung unterschätzt wurden und deshalb nicht in die Berichterstattung mit einfließen, gehören demnach nicht zur Kategorie der Fake News (Himmelrath & Egbers 2018: 28). Fake News beruhen auf illegitimen Mitteln wie Verschleierung, Auslassungen und Falschaussagen und „imitieren […] den Stil und die Aufmachung journalistischer Nachrichten“ (Birkner et al. 2018: 66). Laut Himmelrath und Egbers (2018: 19) lassen sich Fake News in drei verschiedene Kategorien einteilen, welche im Folgenden erläutert werden sollen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik von Fake News ein, erläutert die Relevanz für den Schulkontext und legt das Ziel fest, Kompetenzen für einen kritischen Umgang im Deutschunterricht zu bestimmen.
2 Was sind Fake News?: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Fundierung durch Begriffsbestimmungen, Typologien sowie eine Analyse der Funktionsweisen und der Produktion von Falschmeldungen.
3 Fake News im Deutschunterricht: Hier wird die unterrichtliche Einbettung begründet, die Entwicklung von Medienkompetenz und kritisch-reflexivem Lesen sowie die Anforderungen an Lehrkräfte detailliert erörtert.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Notwendigkeit, Fake News als festen Bestandteil der Kompetenzentwicklung im Deutschunterricht zu etablieren.
Schlüsselwörter
Fake News, Deutschunterricht, Medienkompetenz, Falschmeldung, kritisch-reflexives Lesen, Desinformation, Medienkritik, Manipulation, digitale Öffentlichkeit, Social Bots, Lesekompetenz, Demokratiebildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Notwendigkeit, das Phänomen "Fake News" als Unterrichtsgegenstand in den Deutschunterricht zu integrieren, um Schülerinnen und Schüler auf eine von digitalen Medien geprägte Lebenswelt vorzubereiten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Felder sind die theoretische Bestimmung von Fake News, ihre Wirkungsweisen in der Gesellschaft sowie didaktische Strategien zur Vermittlung von Medien- und Lesekompetenz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Relevanz des Themas aufzuzeigen und zentrale Kompetenzen herauszuarbeiten, die im Deutschunterricht vermittelt werden müssen, damit Lernende kritisch mit Falschmeldungen umgehen können.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung aktueller Fachliteratur und pädagogischer Diskurse zur Medienkompetenz und Didaktik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffs- und Mechanismus-Analyse sowie einen didaktischen Teil, der Medienkompetenz-Modelle und Anforderungen an Lehrkräfte beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Medienkompetenz, Fake News, kritisch-reflexives Lesen, Desinformation und Demokratiebildung bestimmt.
Welche Rolle spielt der Kernlehrplan in der Argumentation?
Der Kernlehrplan Deutsch für die Gesamtschule dient als normative Basis, um die Berechtigung des Themas "Umgang mit Medien und Falschmeldungen" als zentrale Aufgabe des Faches Deutsch zu legitimieren.
Warum ist das "kritisch-reflexive Lesen" laut Autorin so wichtig?
Es wird als essenzielle Voraussetzung angesehen, um zwischen verschiedenen Textsorten – insbesondere bei persuasiven Texten – zu differenzieren und deren manipulatives Potenzial zu erkennen.
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- Madita Dürholt (Author), 2019, Fake News im Deutschunterricht. Medienkompetenz bei Schülern für einen kritischen Umgang mit Falschmeldungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/537686