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Zum gestörten Verhältnis von Geben und Nehmen im Nibelungenlied

Title: Zum gestörten Verhältnis von Geben und Nehmen im Nibelungenlied

Term Paper , 2012 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Alexandra Jacobi (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

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Zwischen Nationalepos und Nibelungentreue befindet sich im Nibelungenlied ein komplexes Geflecht aus sozialen Störungen, die für den mittelalterlichen Rezipienten noch zugänglich, für heutigen Leser auf den ersten Blick aber nicht erkennbar sind. Sieht man genauer hin enthüllt sich eine Vielzahl von Motiven, die Krisen und Spannungen des sozialen Gefüges offenbaren und das Nibelungenlied einmal mehr als Hofkritik erscheinen lassen.

"Soziale Funktion und Dysfunktion werden dabei sichtbar an der Grundstruktur des Gebens und Nehmens, die den Text auf verschiedenen Ebenen durchzieht." Dieses Verhältnis soll im Folgenden untersucht werden. Hierbei werden drei Personengruppen besonders untersucht. Dazu zählen die Könige Günther und Siegfried, in deren Interaktion miteinander sich bereits etliche Irritationen ergeben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Könige des Nibelungenliedes

2.1. Verschiedenartigkeit der Höfe

2.2. Gleichwertigkeit

2.2.1. Kippen der Gleichwertigkeit und Ermordung

3. Die Königinnen des Nibelungenliedes

3.1. Brünhild als Bild eines archaischen Matriarchats

3.2. Kriemhilds Wandlung

3.2.1 Der Hortraub

4. Die Vasallen des Nibelungenliedes

4.1. Vorbildliche Gaben Rüdigers

4.2. Konflikt der Verpflichtungen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das komplexe Geflecht sozialer Störungen im Nibelungenlied, das durch das gestörte Verhältnis von Geben und Nehmen gekennzeichnet ist. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie dieses strukturelle Defizit innerhalb von drei zentralen Personengruppen – Könige, Königinnen und Vasallen – zu Krisen führt, die letztlich den Zusammenbruch der höfischen Ordnung und das tragische Ende der Figuren besiegeln.

  • Strukturen von Geben und Nehmen als Indikatoren für soziale Funktion und Dysfunktion.
  • Die Machtverhältnisse und Rivalitäten zwischen den Königen Gunther und Siegfried.
  • Die Rolle mächtiger Frauen und der Wandel der Frauenrollen im Epos.
  • Der Konflikt zwischen verschiedenen Treuepflichten am Beispiel von Rüdiger von Bechelaren.
  • Die symbolische Bedeutung von Gaben, Diensten und Eiden im mittelalterlichen Kontext.

Auszug aus dem Buch

3.1. Brünhild als Bild eines archaischen Matriarchats

Es gibt einige plausible Hinweise darauf, dass es sich bei Brünhild um eine Figur aus einer archaischen Vorzeit handelt und das Nibelungenlied diese Epoche reflektiert. So kann man Brünhilds Geschichte auch als Geschichte des Patriarchats und ihre Domestizierung und Erniedrigung der Frauen begreifen. Oder doch zumindest die Eliminierung der archaischen Vorzeit und ihre Unterwerfung unter die feudal-patriarchale Gesellschaft.

Die Tatsache, dass man sich im Wettstreit als Stärkster beweisen muss, die Tötung der Verlierer und nicht zuletzt die Tatsache, dass eine Frau mit übermenschlicher Stärke über Isenstein herrscht, die man im Kampf besiegen muss, damit sie sich unter einen Mann unterordnet, lassen dies wahrscheinlich erscheinen. Hier befindet sich ein anderer Kulturraum und nur Siegfried, selbst Teil der archaischen Welt, kennt ihn.

Hagen beschreibt Brünhild als ein teuflisches Weib, eben weil sie nicht mit seinem Bild einer höfischen Dame korrespondiert. Zudem scheint es, als würde Gunther nicht nur um Brünhild freien, um eine Frau zu gewinnen, sondern ebenfalls um ein noch bestehendes Matriarchat zu eliminieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die zentrale These des gestörten Gebens und Nehmens im Nibelungenlied als Anzeichen für soziale Dysfunktion.

2. Die Könige des Nibelungenliedes: Hier werden die problematischen Beziehungen und die Kipppunkte der Gleichwertigkeit zwischen Siegfried und Gunther analysiert.

2.1. Verschiedenartigkeit der Höfe: Das Kapitel kontrastiert die unterschiedlichen Herrschaftsprinzipien von Xanten und Worms.

2.2. Gleichwertigkeit: Es wird untersucht, wie der Status der Könige durch Gabenverweigerung oder -annahme stabilisiert oder gefährdet wird.

2.2.1. Kippen der Gleichwertigkeit und Ermordung: Die Täuschungsmanöver führen hier zwangsläufig zur Destabilisierung und schließlich zur Ermordung Siegfrieds.

3. Die Königinnen des Nibelungenliedes: Dieses Kapitel widmet sich der Ambivalenz und Gefährlichkeit mächtiger Frauen im Epos.

3.1. Brünhild als Bild eines archaischen Matriarchats: Die Figur Brünhild wird als Überbleibsel einer archaischen Vorzeit gedeutet, die domestiziert werden muss.

3.2. Kriemhilds Wandlung: Die Transformation von der passiven höfischen Dame zur rachegetriebenen, aktiven Kraft wird nachgezeichnet.

3.2.1 Der Hortraub: Die Wegnahme des Hortes wird als Bruchstelle und Symbol für den Verlust an Kontrolle und Macht analysiert.

4. Die Vasallen des Nibelungenliedes: Im Zentrum stehen hier die moralischen Dilemmata der Lehnsmänner.

4.1. Vorbildliche Gaben Rüdigers: Rüdigers Gastfreundschaft und seine Rolle als Inbild der Freundschaft werden gewürdigt.

4.2. Konflikt der Verpflichtungen: Das Kapitel behandelt den unauflösbaren Konflikt zwischen Lehnstreue und persönlicher Freundestreue bei Rüdiger.

5. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass das gestörte Geben und Nehmen in der totalen Katastrophe und dem Tod der Protagonisten endet.

Schlüsselwörter

Nibelungenlied, Geben und Nehmen, höfische Gesellschaft, Milte, Treue, Rüdiger von Bechelaren, Siegfried, Kriemhild, Brünhild, Machtverhältnisse, Vasallität, Matriarchat, Hortraub, soziale Dysfunktion, Ehre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit untersucht das Nibelungenlied unter dem Fokus der sozialen Interaktion, speziell der Struktur des Gebens und Nehmens, um soziale Krisen und deren Auswirkungen auf das soziale Gefüge zu identifizieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen höfische Ideale, Machtansprüche, Geschlechterrollen und die moralische Pflichtenethik von Vasallen.

Welche Forschungsfrage wird verfolgt?

Die Arbeit fragt danach, inwiefern die Grundstruktur des Gebens und Nehmens als Indikator für soziale Störungen und den Zusammenbruch der höfischen Ordnung im Nibelungenlied fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär auf den Interpretationsansätzen von Irmgard Gephart und Jan-Dirk Müller basiert, um die soziale Dynamik im Epos zu deuten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von drei Personengruppen: Könige (Gunther/Siegfried), Königinnen (Brünhild/Kriemhild) und Vasallen (Rüdiger), um an ihnen das Scheitern höfischer Strukturen aufzuzeigen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Milte, Treue, Depotenzierung, archaisches Matriarchat, Lehnstreue, Freundestreue und symbolische Gaben.

Warum spielt der Hortraub eine so zentrale Rolle für die Figur Kriemhild?

Der Hortraub markiert den Punkt, an dem Kriemhilds Rolle als passive höfische Dame endgültig bricht und sie durch den Verlust der materiellen und machtpolitischen Basis in eine racheorientierte Handlungsebene abgleitet.

Inwiefern ist das Verhalten von Rüdiger von Bechelaren als Paradoxon zu verstehen?

Rüdiger steckt in einem unauflösbaren Dilemma: Er möchte sowohl seinem Lehnsherrn Etzel als auch seinen Freunden aus Burgund treu sein, was aufgrund der Unvereinbarkeit der Treuepflichten letztlich zum tragischen Tod führt.

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Details

Title
Zum gestörten Verhältnis von Geben und Nehmen im Nibelungenlied
College
University of Paderborn
Grade
1,0
Author
Alexandra Jacobi (Author)
Publication Year
2012
Pages
21
Catalog Number
V537429
ISBN (eBook)
9783346131171
ISBN (Book)
9783346131188
Language
German
Tags
verhältnis geben nehmen nibelungenlied
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexandra Jacobi (Author), 2012, Zum gestörten Verhältnis von Geben und Nehmen im Nibelungenlied, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/537429
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