Diese Seminararbeit stellt die von Gollwitzer wissenschaftliche Forschungsleistung und den psychologischen Ansatz von „Wenn-Dann-Plänen“ dar. Nach einem ergänzenden Sachkommentar wird der theoretische Ansatz auf eine gesellschaftliche und alltägliche Situation Anwendung finden.
Jeder kennt es: Die guten Vorsätze in der Silvesternacht sind schneller in Vergessenheit geraten, als einem lieb ist. Wer die gut gemeinten Vorsätze umsetzen will, benötigt nicht nur Ziele vor Augen, sondern auch starke Disziplin. Doch sind Fokussierung eines Ziels in Kombination mit vorgenommener Disziplin in einer bestimmten Sache die alleinigen Erfolgsfaktoren? Welche Ursache führt dazu, dass wir unsere Vorsätze in der Schule, im Beruf oder in unserem privaten Umfeld immer nur mühsam erreichen oder relativ schnell vergessen?
In zahlreichen Zeitschriften, Foren und Studien wird gegenwärtig so häufig wie nie zuvor über mögliche Strategien zur erfolgreichen Umsetzung von Vorsätzen und Zielen diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Mit dem Wenn-Dann-Plan Ziele erfolgreich erreichen!?
2. Zur Person Peter M. Gollwitzer
3. Die Theorie des „Wenn-Dann-Plans“
3.1. Die moderne Motivationspsychologie
3.2. Das Rubikonmodell als Grundlage
3.3. Wie funktioniert ein Wenn-Dann-Plan?
3.4. Die Studie „Inhibition“ im Kontext der Schulpsychologie
4. Kritische Würdigung
5. Theorie-Praxis-Transfer: Wann und wie kann der Wenn-Dann-Plan im Alltag eingesetzt werden?
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Fundierung und der praktischen Anwendbarkeit der „Wenn-Dann-Plan“-Strategie nach Peter M. Gollwitzer, um aufzuzeigen, wie durch spezifische Selbstregulationsmethoden die Zielerreichung in Alltag und Beruf gesteigert werden kann.
- Grundlagen der modernen Motivationspsychologie und des Rubikonmodells
- Funktionsweise und psychologische Mechanismen von Wenn-Dann-Plänen
- Empirische Evidenz durch die Studie „Inhibition“ bei ADHS-Diagnosen
- Kritische Analyse und Transfer in den beruflichen und alltäglichen Zeitmanagement-Kontext
Auszug aus dem Buch
3.3. Wie funktioniert ein Wenn-Dann-Plan?
Nach dem Rubikonmodell der Handlungsphasen von Heckhausen und Gollwitzer ist eine Zielsetzung erfolgreich umgesetzt worden, wenn sich die Person zur Erreichung dieses Ziels innerlich voll verpflichtet fühlt. Dabei spielt es eine entscheidende Rolle, zwischen der Motivation für das Ziel und der darauf aufbauenden Handlungen zur Erreichung des übergeordneten Ziels (Volition) zu unterscheiden. Bei der Volition geht es in erster Linie darum, dass die Willenskraft einer Person, also letztendlich die Tatsache der Handlungsdurchführung, über den Erfolg eines Ziels entscheidet. Die Motivation an dieser Stelle wird hingegen bereits grundlegend vorausgesetzt. Ein Wenn-Dann-Plan ist demzufolge eine Art „Selbstregulationsstrategie“ im Volitionsprozess (vgl. Faude-Koivisto, Gollwitzer, 2009, S. 210).
Wenn-Dann-Pläne bestehen aus zwei psychologischen Prozessen. Der „Wenn-Teil“ stellt eine chronische Aktivierung, die aus einer Situation heraus entsteht, dar. Der „Dann-Teil“ ist die folglich automatische Ausführung eines vorgenommenen klar definierten Verhaltens. Ein Wenn-Dann-Plan reguliert also ein Verhalten auf einen ganz speziellen Reiz (bspw. Handlung, Situation, Wort, etc.). An Versuchspersonen beobachteten Forscher (u. a. auch Gollwitzer), dass das Fassen eines Wenn-Dann-Plans eine höhere mentale Aktivierung aufwies, als nur die Vorstellung einer Zielintention. Demzufolge wurde die kognitive Aktivierung der beobachteten Personen nachweislich erhöht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Mit dem Wenn-Dann-Plan Ziele erfolgreich erreichen!?: Einleitung in die Problematik gescheiterter Vorsätze und Einführung in die Selbstregulationsstrategie von Peter M. Gollwitzer.
2. Zur Person Peter M. Gollwitzer: Biografischer Überblick über den Sozial- und Motivationspsychologen und seine wesentlichen theoretischen Beiträge.
3. Die Theorie des „Wenn-Dann-Plans“: Darstellung der psychologischen Fundamente, insbesondere des Rubikonmodells, sowie Erläuterung der Wirkungsweise von Wenn-Dann-Plänen anhand einer Studie.
4. Kritische Würdigung: Reflexion über die Anwendbarkeit, Grenzen und die Bedeutung der mentalen Kontrastierung für den Erfolg der Methode.
5. Theorie-Praxis-Transfer: Wann und wie kann der Wenn-Dann-Plan im Alltag eingesetzt werden?: Übertragung der Theorie auf den Arbeitsalltag zur Bewältigung von Störfaktoren und Zeitplanung.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Effektivität von Wenn-Dann-Plänen als Instrument zur Verhaltenssteuerung.
Schlüsselwörter
Wenn-Dann-Plan, Motivationspsychologie, Volition, Rubikonmodell, Zielerreichung, Selbstregulation, Handlungsphasen, Implementation Intention, Zielintention, ADHS, mentale Kontrastierung, Willenspsychologie, Verhaltenssteuerung, Zielrealisierung, Handlungsinitiierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Effektivität von „Wenn-Dann-Plänen“ als Selbstregulationsstrategie, um Vorsätze und Ziele im Alltag und Beruf erfolgreich umzusetzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Motivation und Volition, das Rubikonmodell der Handlungsphasen, die praktische Anwendung im Zeitmanagement sowie die Wirkung auf Menschen mit ADHS.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den psychologischen Ansatz hinter Wenn-Dann-Plänen zu erläutern und aufzuzeigen, wie diese Methode zur Überwindung von Hindernissen in verschiedenen Lebensbereichen beiträgt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der motivationspsychologischen Forschung, insbesondere auf den Werken von Peter M. Gollwitzer und dem Rubikonmodell.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen (Motivation vs. Volition), stellt das Rubikonmodell dar, diskutiert eine empirische Studie zur Inhibition und transferiert die Erkenntnisse in den praktischen Arbeitsalltag.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Wenn-Dann-Plan, Selbstregulation, Zielerreichung, Volition, Rubikonmodell und Umsetzung von Vorsätzen.
Wie hilft ein Wenn-Dann-Plan konkret im Arbeitsalltag?
Er hilft, indem er bei definierten Störfaktoren (wie Unterbrechungen durch Kollegen) bereits im Voraus klare Handlungsanweisungen festlegt, um den Zeitplan trotz Ablenkungen einzuhalten.
Warum ist die „mentale Kontrastierung“ für den Erfolg so wichtig?
Sie hilft, Hindernisse bereits in der Planungsphase zu identifizieren, was die Voraussetzung dafür schafft, ein realistisches und verbindliches Wenn-Dann-Verhalten zu formulieren.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2017, Zum "Wenn-Dann-Plan" von Peter M. Gollwitzer. Theorie und Praxistransfer, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/536579