Diese Arbeit befasst sich mit den Grundlagen des Sozialen Miteinanders im Schulkontext. Im ersten Teil der Hausarbeit werden die zentralen Merkmale sowie die Typologie eines sozialen Konflikts erläutert. Die Darstellung unterschiedlicher Arten von Konflikten sensibilisiert zunächst für die Feinheiten und die potenzielle Tragweite ganz alltäglicher Kommunikationssituationen. Nachdem im zweiten Abschnitt das Konzept der sozialen Kompetenz als Grundbaustein des sozialen Miteinanders anhand seiner theoretischen Grundlagen, sowie der damit verbundenen Entwicklungs- und Risikofaktoren theoretisch aufgearbeitet wurde, werden im dritten Teil praktische Anregungen für die Förderung von Sozialkompetenzen für Schüler und Schülerinnen im Rahmen des Sozialkompetenztrainings "FIT FOR LIFE" gegeben. Indem die Vor- und Nachteile des Programms kritisch beleuchtet werden, werden allgemeine Kriterien für die Effektivität und die Durchführbarkeit derartiger Maßnahmen an einer berufsbildenden Schule identifiziert.
Konflikte sind omnipräsent- sie finden in jeder Institution, Vereinen und auch eben in jeder berufsbildenden Schule statt. Gewiss weichen die Berufsfelder voneinander ab, doch überall gehören Konflikte zum Berufsalltag, insbesondere das Berufsfeld des Lehrkörpers ist stark von Konflikten geprägt, da diverse Bezugsgruppen – Lehrer, Eltern und Schüler – mit inbegriffen sind. Ob auf dem Schulhof oder in der Klasse: Es kommt zum Zusammenprall zwischen Schülern unter sich oder mit Lehrern.
Inhaltsverzeichnis
1 Soziale Konflikte an berufsbildenden Schulen
2 Soziales Gegeneinander – Soziale Konflikte
1.1 Begriffsbestimmung
1.2 Typologie von Konflikten
1.3 Eisbergmodell
3 Soziale Kompetenz
3.1 Begriffliche Annäherung
3.2 Bedeutung
3.3 Entwicklungs- und Risikofaktoren
4 Sozialkompetenztraining – FIT FOR LIFE
4.1 Trainingsziele
4.2 Trainer*innenverhalten
4.3 Ablauf eines Sozialkompetenztrainings
5 Förderung der Sozialkompetenz in berufsbildenden Schulen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz sozialer Kompetenzen an berufsbildenden Schulen und analysiert, wie Konflikte durch gezielte Trainingsmaßnahmen, insbesondere das Programm "FIT FOR LIFE", konstruktiv bewältigt werden können.
- Grundlagen sozialer Konflikte im schulischen Kontext
- Definition und Bedeutung sozialer Kompetenz
- Entwicklungs- und Risikofaktoren für soziales Verhalten
- Methodische Konzeption und kritische Reflexion von Sozialkompetenztrainings
Auszug aus dem Buch
1.1 Begriffsbestimmung
Eine Betrachtung der unterschiedlichen Definitionen zum Terminus „Konflikt“ (lat. conflictus: Zusammenstoß) in der Literatur zeigt eine große Spannweite des Begriffs. Glasl spricht sogar von einer regelrechten Inflation der Bezeichnung (vgl. Glasl, 2004, S. 15). Hierbei gibt es klare Unterscheidungen hinsichtlich der Auswahl des Blickwinkels sowie der Deutlichkeit und Breite. Weit gefasst ist die Umschreibung im Duden (2005, S. 1034): Ein Konflikt ist „durch das Aufeinanderprallen widerstreitender Auffassungen, Interessen, die zum Zerwürfnis führen,“ gegeben. Becker hingegen betont die Emotionalisierung eines Konflikts und wird bereits konkreter: Ein Konflikt kann als „(…) eine Auseinandersetzung, Belastung und/oder Schwierigkeit verstanden, die bei der beteiligten Person oder den beteiligten Personen zu einer emotionalen Betroffenheit und zu Beeinträchtigungen von unterschiedlicher Relevanz führt“ (Becker, 1997, S.17). Wenn Konflikte in Schulen stattfinden, handelt es sich hauptsächlich um soziale Konflikte innerhalb einer Organisation (vgl. Schreyögg, 2008, S. 19). Wellendorf (1973, S. S.463) definiert einen sozialen Konflikt als eine Form „der Interaktion, in der Lehrer und Schüler sich über ihren Interpretationen der schulischen Situation und über ihren Problemlösungsaktivitäten begegnen, die zwar Ähnlichkeiten vorweisen, aber nicht übereinstimmend seien (…)“. Er fährt fort, dass ein sozialer Konflikt in der Schule entstehe, wenn Lehrkörper und Schüler und Schülerinnen die Differenzen „ihrer Interpretationen und Problemlösungsaktivitäten zum Thema der Interaktionen machen“ (vgl. ebd., S.463). Eine der umfassendsten Definitionen ist die nach Glasl, einem der Hauptvertreter der Konfliktforschung: „Es genügt, dass bloss (sic) einer der Aktoren die Unvereinbarkeit als solche erlebt und subjektiv dementsprechend handelt. (…) Unvereinbarkeit kann bloss (sic) auf der kognitiven Ebene (…) und muss auch im Gefühls- und Willensleben geben sein. (…) Zudem filtert er klar heraus, „wenn sich bloss (sic) unser Denk- und Vorstellungsinhalte widersprechen – ohne dass es zu irgendwelchen Aktionen kommt“, es sich um keinen sozialen Konflikt handelt (Glasl, 2004, S. 17). Mindestens eine der im sozialen Konflikt involvierten Parteien muss sich beeinträchtig fühlen, ansonsten wäre dies laut Glasl auch kein sozialer Konflikt. (vgl. ebd., S. 17).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Soziale Konflikte an berufsbildenden Schulen: Dieses Kapitel führt in die Allgegenwärtigkeit von Konflikten im Berufsalltag von Lehrkräften ein und erläutert den Aufbau der Arbeit.
2 Soziales Gegeneinander – Soziale Konflikte: Es werden grundlegende Definitionen, Typologien und das Eisbergmodell zur Analyse von Konflikten im schulischen Umfeld vorgestellt.
3 Soziale Kompetenz: Dieser Teil beleuchtet die Definition, Bedeutung sowie die Entwicklungs- und Risikofaktoren, die soziales Handeln bei Heranwachsenden prägen.
4 Sozialkompetenztraining – FIT FOR LIFE: Das Kapitel beschreibt das Trainingskonzept "FIT FOR LIFE", analysiert dessen Ziele, das notwendige Trainer*innenverhalten und den praktischen Ablauf.
5 Förderung der Sozialkompetenz in berufsbildenden Schulen: Hier werden die Vor- und Nachteile des "FIT FOR LIFE"-Konzepts diskutiert und alternative Förderansätze aufgezeigt.
Schlüsselwörter
Soziale Kompetenz, Konfliktlösung, Sozialkompetenztraining, FIT FOR LIFE, berufsbildende Schule, Lehrer-Schüler-Interaktion, Eisbergmodell, Selbstwirksamkeit, Persönlichkeitsentwicklung, Risikofaktoren, Verhaltensregeln, Kommunikation, Kooperation, Prävention, Schulkontext.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung und Bewältigung von sozialen Konflikten an berufsbildenden Schulen sowie der gezielten Förderung sozialer Kompetenzen bei Schülern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Konflikttheorie, das Konzept der sozialen Kompetenz und die praktische Anwendung von Trainingsprogrammen wie "FIT FOR LIFE".
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie soziale Kompetenzen als Basis für ein gelingendes Miteinander durch pädagogische Interventionen gestärkt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur, die durch eine kritische Analyse des "FIT FOR LIFE"-Trainings ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Konflikten und sozialer Kompetenz sowie die detaillierte Darstellung und Reflexion des Trainingsprogramms "FIT FOR LIFE".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie soziale Kompetenz, Konfliktmanagement, FIT FOR LIFE, Schulkontext und Persönlichkeitsförderung charakterisiert.
Was besagt das im Text erwähnte Eisbergmodell?
Das Eisbergmodell visualisiert, dass Konflikte eine sichtbare Ebene (Argumente/Verhalten) und eine tiefere, unterschwellige Ebene (Gefühle/Probleme) besitzen, die oft entscheidender für den Verlauf ist.
Warum wird die Eignung der Trainer*innen im Text kritisch diskutiert?
Der Autor hinterfragt die Aussage, dass das Verhalten für ein Sozialkompetenztraining vollständig erlernbar sei, und betont stattdessen die Bedeutung von Persönlichkeitsmerkmalen und sozialem Feingefühl.
Welche Rolle spielt die Selbstwirksamkeit im "FIT FOR LIFE"-Konzept?
Sie ist zentral, um Jugendlichen aufzuzeigen, dass ihre eigenen Handlungen zu beabsichtigten, positiven Resultaten führen, wodurch ihr Selbstvertrauen nachhaltig gestärkt wird.
- Arbeit zitieren
- Stefanie Fritz (Autor:in), 2019, Konfliktmanagement. Soziales Miteinander statt gegeneinander, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/536281