Ziel dieser empirischen Studie ist die Untersuchung des deutschen Aktienmarktes auf Existenz der Kalenderanomalien. Aufgrund der Komplexität und des Umfangs der Thematik wird sich die vorliegende Arbeit vorwiegend auf den Januar- und den Montagseffekt konzentrieren. Hierzu werden Aktienkurse über einen Zeitraum von 1991 bis 2018 untersucht. Die Arbeit erläutert zunächst die Effizienzmarkthypothese. Im Zuge dessen werden zudem die Arten von Kapitalmarktanomalien aufgezeigt. Im weiteren Verlauf der Arbeit werden die ausgewählten Effekte beschrieben und ein Stand zu deren empirischen Forschung gegeben. Weiterhin erfolgen die Untersuchung und die Auswertung der Ergebnisse.
Die bekannte Effizienzmarkthypothese wurde vor vielen Jahrzehnten im Jahre 1965 vorgestellt, welche behauptet, dass in einem effizienten Markt die Aktienpreise immer die verfügbaren Informationen vollkommen wiedergespiegelt werden. Doch sollten die Aktienmärkte effizient sein, müssten diese dem Random-Walk entsprechen. Die Random-Walk-Hypothese besagt, dass künftige Preise nicht auf Basis vergangener Preise prognostizierbar sind und Aktienveränderungen somit unvorhersehbar sind. Die von Fama eingeführte Effizienzmarkthypothese ist eine der meist studierten und empirisch untersuchten Hypothese. Nach der Untersuchung von Fama im Jahre 1970 wurden eine Reihe von Untersuchungen durchgeführt, um die Zufälligkeit des Aktienkursverhaltens zu beobachten. Bereits seit den 1970er Jahren werden in den USA und seit den 1990er Jahren in Deutschland empirische Kapitalmarktforschung intensiv durchgeführt. Jedoch nahm die intellektuelle Überlegenheit der Effizienzmarkthypothese (EMH) im Lauf der Jahre stetig ab und Zweifel sammelte sich an der gänzlichen Rationalität der Kapitalmärkte.
Bereits im Jahre 1981 identifizierte Shiller Marktanomalien, welche eine Basis für viele Handelspolitiken gebildet haben, die wiederum beachtliche Aktienrenditen erzielen sollten. Vielfache empirische Studien belegen die Existenz von Marktanomalien, welche zugleich eine Verletzung der EMH darstellt. Die Existenz von Renditemustern führt dazu, dass der Markt ineffizient wird und Investoren in die Lage versetzt werden, den Markt zu überlisten und Profite zu schlagen. Die meisten empirischen Forschungen zu Kalenderanomalien beziehen sich überwiegend auf den US-amerikanischen Aktienmarkt. Allein weinige Studien fokussieren sich auf den deutschen Aktienmarkt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen zur effizienten Kapitalmarkttheorie und Kalenderanomalien
2.1. Effizienzmarkthypothese
2.2. Kapitalmarktanomalien und ihre Erklärungsansätze
3. Stand der bisherigen Forschung der Kalenderanomalien
3.1. Januareffekt
3.2. Montagseffekt
4. Empirische Untersuchung
4.1. Datenbeschreibung und methodisches Vorgehen
4.2. Ergebnisse
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht empirisch, ob am deutschen Aktienmarkt im Zeitraum von 1991 bis 2018 signifikante Kalenderanomalien, speziell der Januar- und der Montagseffekt, nachweisbar sind, um die Gültigkeit der Effizienzmarkthypothese zu prüfen.
- Grundlagen der Effizienzmarkthypothese und Kapitalmarktanomalien
- Empirische Analyse des Januareffekts an deutschen Indizes
- Untersuchung des Montagseffekts am deutschen Aktienmarkt
- Vergleich der Performance verschiedener Indizes (DAX, MDAX, SDAX, HDAX)
- Kritische Würdigung der statistischen Signifikanz von Renditemustern
Auszug aus dem Buch
2.2. Kapitalmarktanomalien und ihre Erklärungsansätze
Im Finanzmarktumfeld werden Kapitalmarktanomalien als unregelmäßige Kapitalmarktentwicklungen von den Erläuterungsansätzen der neoklassischen Kapitalmarkthypothese bezeichnet. Zahlreiche empirische Studien zeigen die Existenz von Marktanomalien als Quelle fehlbewerteter Anlangen. Diese Kapitalmarktanomalien berufen sich auf Wertpapierkurse, die strukturiert von ihren wesentlichen Werten variieren. Nach der Enthüllung und Ausnutzung durch die Marktakteure, verschwinden einige dieser Kapitalmarktanomalien. Andere Anomalien hingegen werden mit der Zeit verstärkt und sind stets festzustellen. Durch eine fehlerhafte, unvollständige und verzögerte Auswertung von Informationen werden Auswirkungen auf den Einzelnen sowie auf den gesamten Kapitalmarkt ausgelöst. Durch diese fehlerhafte Informationsauswertung werden Anomalien erkennbar, die überwiegend durch das Verhalten beschränkt rationaler Teilnehmer angetrieben werden. Ein Beispiel derartiger Kapitalmarktanomalien ist die Entstehung spekulativer Blasen. Diese Nichteinhaltung des rationalen homo-oeconomischen Verhaltens bildet die Basis für die Erklärung des Anlegerverhaltens durch die Behavioral Finance. Durch verbesserte IT Bedingungen und das Vorhandensein von Informationen wird die empirische Kapitalmarktforschung angetrieben. Daraus entstehen zusätzliche Forschungsarbeiten, die Marktverzerrungen identifizieren können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Effizienzmarkthypothese ein, definiert das Ziel der Studie und grenzt den Untersuchungszeitraum sowie die betrachteten Markteffekte ein.
2. Grundlagen zur effizienten Kapitalmarkttheorie und Kalenderanomalien: Hier werden die theoretischen Fundamente der Markteffizienz erläutert sowie das Konzept und die Ursachen von Kapitalmarktanomalien dargelegt.
3. Stand der bisherigen Forschung der Kalenderanomalien: Das Kapitel bietet einen Literaturüberblick über den Januareffekt und den Montagseffekt basierend auf internationalen Studien.
4. Empirische Untersuchung: Dieser Abschnitt beschreibt die Datenauswahl der deutschen Indizes, das methodische Vorgehen bei der Renditeberechnung sowie die statistische Auswertung der Ergebnisse.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die empirischen Befunde zusammen, wonach sich die untersuchten Anomalien am deutschen Markt nicht signifikant bestätigen lassen, und diskutiert weiteren Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Kapitalmarktanomalien, Effizienzmarkthypothese, Januareffekt, Montagseffekt, deutsche Aktienmarkt, DAX, Rendite, Behavioral Finance, Statistik, Normalverteilung, Wilcoxon-Test, Kapitalmarktforschung, Aktienindizes, Finanzmarkt, Performance.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der empirischen Überprüfung von sogenannten Kalenderanomalien, spezifisch dem Januareffekt und dem Montagseffekt, am deutschen Kapitalmarkt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Schwerpunkte sind die Effizienzmarkthypothese, Theorien zu Kapitalmarktanomalien (inklusive Behavioral Finance) und deren empirische Prüfung mittels statistischer Methoden an deutschen Aktienindizes.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob am deutschen Aktienmarkt im Zeitraum von 1991 bis 2018 Renditemuster existieren, die im Widerspruch zur Effizienzmarkthypothese stehen.
Welche wissenschaftliche Methodik kommt zum Einsatz?
Es werden stetige Renditen der Indizes DAX, MDAX, SDAX und HDAX berechnet, auf Normalverteilung geprüft und mittels t-Test sowie Wilcoxon-Test auf ihre Signifikanz analysiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, einen Forschungsüberblick und eine detaillierte empirische Auswertung der Aktienrenditen hinsichtlich saisonaler Effekte.
Welche Schlüsselwörter beschreiben diese Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Kapitalmarktanomalien, Effizienzmarkthypothese, Januareffekt, Montagseffekt und deutschem Aktienmarkt charakterisieren.
Warum wurde der HDAX als zusätzlicher Index herangezogen?
Die Einbeziehung des HDAX dient dazu, die Stichprobe repräsentativer zu gestalten und Verzerrungen (Selection Bias) zu minimieren, da er einen Großteil des deutschen Marktkapitals abbildet.
Zu welchem Ergebnis kommt die Studie bezüglich des Januareffekts?
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass kein signifikanter Januareffekt auf einem Niveau von fünf Prozent in den betrachteten Indizes festgestellt werden kann.
Wie bewertet der Autor die Existenz des Montagseffekts?
Die Existenz des Montagseffekts kann für den deutschen Kapitalmarkt in der vorliegenden Studie nicht bestätigt werden, da keine systematisch niedrigeren Montagsrenditen nachgewiesen wurden.
- Arbeit zitieren
- Ninorta Iwass (Autor:in), 2019, Kapitalmarktanomalien am deutschen Kapitalmarkt. Januar- und Montagseffekte, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/536264