Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Go to shop › German Studies - Modern German Literature

Literarische Ästhetik bei Ingeborg Bachmann und Theodor Wiesengrund Adorno

Title: Literarische Ästhetik bei Ingeborg Bachmann und Theodor Wiesengrund Adorno

Thesis (M.A.) , 2002 , 93 Pages , Grade: 1

Autor:in: M.A.phil. Giannina Wedde (Author)

German Studies - Modern German Literature

Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit möchte einen Einblick in die literarischen Ästhetiken Theo-dor W. Adornos und Ingeborg Bachmanns gewähren. Der vergleichende Blick auf das Oeuvre beider Autoren bietet sich insofern an, als eine theoretische Nähe beider in der Sekundärliteratur nicht selten unterstellt wird. Auffallend ist, daß sich in der Sekundärliteratur zu Adorno kaum Hinweise auf seine Bekanntschaft mit Ingeborg Bachmann finden (wohl unausgesprochen der Annahme folgend, daß seine Philosophie auf sie Einfluß ausgeübt haben könnte, ihre Arbeit als Theoretikerin aber sicher keinerlei Einfluß auf ihn), umgekehrt aber in den zahlreichen Texten zu Bachmanns literarischem Schaffen die Hinweise auf Adornos Einfluß sich häufen. Berechtigt scheint dieser einseitige Verweis auf Adornos Einfluß insofern, als dieser den philosophischen, gesellschaftskritischen und literaturwissenschaftlichen Diskurs der Nachkriegszeit wesentlich geprägt hat. Das philosophische Werk Adornos ist nicht nur quantitativ sehr umfangreich und inhaltlich von großer Komplexität, sondern darüber hinaus auch von einer rhetorischen Dichte, die immer wieder massive Kritik provozierte. Nicht selten erging an Adorno der Vorwurf, mit seinem hermetischen Duktus bewußt Unverständnis herauszufordern, über Schwächen in der Theorie hinwegtäuschen zu wollen, oder gar Erkenntnis mit dieser Form des Schreibens und Denkens völlig obsolet zu machen. Ingeborg Bachmann muß man attestieren, nicht wirklich eine Theoretikerin gewesen zu sein, und dies auch mehrmals selbst betont zu haben. Nicht zuletzt deshalb ist sie auch in diversen Interviews und Gesprächen als verschlossene, wortkarge, sogar kommunikationsverweigernde Person in Erscheinung getreten, die lieber der Dichtung als der Theorie das Wort überließ.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Adornos Ästhetik

2.1 Grundlagen der 'Dialektik der Aufklärung' - Aufklärung und Mythos

2.1.1 Mimesis

2.1.2 Der Odysseus-Mythos

2.1.3 Identitätszwang

2.1.4 Dialektik der Aufklärung

2.1.5 Natur und Individuum

2.1.6 Der universale "Verblendungszusammenhang"

2.2 Kunst

2.2.1 Der Doppelcharakter der Kunst

2.2.2 Kunst als Wahrheitsinstanz

2.2.3 Das Naturschöne - Rekurs auf Kant, Schiller und Hegel

2.2.4 Das Formgesetz

3. Bachmanns Ästhetik zwischen Autonomie und Litterature Engagée

3.1. Historische Bedingungen

3.2 Die Frankfurter Vorlesungen - Die Frage nach der Legitimation der Kunst

4. Die "Höllenmaschine" Geschichte: Kunst nach Auschwitz

4.1 Adorno

4.1.1 Der Tod des Individuums

4.1.2 Verlust von Erfahrung

4.1.3 Erinnerung als ästhetische Kategorie

4.2 Bachmann

4.2.1 Der Mangel an Erfahrung

4.2.2 "Jugend in einer österreichischen Stadt"

5. "Scharf von Erkenntnis und bitter von Sehnsucht": Erweckende Kunst

5.1 Adorno

5.1.1 Eine Theorie der Gesellschaft

5.1.2 Die Möglichkeit von Erkenntnis

5.1.3 Exkurs - Musikphilosophie

5.1.2.1 Diskursive oder ästhetische Erkenntnis?

5.1.3 Die Kategorie des Scheins

5.1.4 Versus Einfühlungsästhetik und Nominalismus

5.2 Bachmann

5.2.1 "Der Schweißer"

6. Das Idolatrieverbot in der Kunst: Die negative Utopie

6.1 Adorno

6.2 Bachmann

6.2.1 "Undine geht"

7. Theologische Aspekte

7.1 Adorno

7.1.1 Die Leidensästhetik Adornos

7.1.2 Der Antisemitismus des Christentums

7.1.3 Die strukturelle Negativität jüdischen Glaubens

7.1.4 Der Begriff der Versöhnung

7.1.5 Der "Standpunkt der Erlösung"

7.2 Bachmann

7.2.1 "Alles"

8. Schluß

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die literarischen Ästhetiken von Theodor W. Adorno und Ingeborg Bachmann, um Parallelen in ihrem theoretischen und künstlerischen Schaffen aufzuzeigen. Dabei steht insbesondere die Frage nach der Legitimation der Kunst nach der Zäsur von Auschwitz sowie die Rolle der Kunst als erkenntniskritische Instanz im Zentrum der Analyse.

  • Adornos Ästhetische Theorie als Antwort auf den gesellschaftlichen Verblendungszusammenhang.
  • Die Funktion der Kunst als "erweckende" Wahrheitsinstanz angesichts realer Unfreiheit.
  • Bachmanns poetologische Konzepte im Lichte kritischer Theorie.
  • Die Bedeutung von Negation und dem Idolatrieverbot in der modernen Literatur.
  • Theologische Motive und ihr Einfluss auf die Ästhetik beider Autoren.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Der Doppelcharakter der Kunst

Wesentliches Hauptmerkmal der Kunst ist laut Adorno ihr Doppelcharakter als „autonom und als fait social“. Dieser kennzeichnet die Beziehung zwischen Kunst und Gesellschaft. Einerseits muß Kunst autonom sein, um sich der ideologischen Verstrickung der Gesellschaft zu verweigern. Ihre Emanzipierung von der Gesellschaft darf jedoch nicht bedeuten, daß sie, zu einem harmlosen Beobachter gesellschaftlicher Realität degeneriert, affirmativ wird. Andererseits kann sie nicht nur Bestandteil gesellschaftlicher Realität, fait social sein, weil sie, in solcher Form integriert, zur Ware wird und auf diese Weise ebenso Affirmation betreibt. Kunstwerke sind Produkte menschlichen Schaffens, dürfen jedoch nicht Resultate instrumenteller Vernunft sein.

Die Beziehung der Kunst zur Gesellschaft resultiert nicht aus einer Kommunikationsfunktion, sondern aus dem Umstand, daß sie sich als Widerstand gegenüber der Gesellschaft konstituiert. Gerade deshalb muß sie sich der Kommunikation verweigern. Nachdem sich Kunst von feudalen und kultischen Zwecken emanzipiert hat, besteht die Möglichkeit authentischer Werke, d.h. solcher, die sich nicht mehr ideologischen Zwecken unterordnen lassen. Garant dieser Authentizität ist der Autonomiestatus, auf dem Adorno zufolge gerade in der Moderne zu insistieren sei. Die autonom gewordene Struktur des Ästhetischen ist vom Austragen der ihr innewohnenden Spannung gezeichnet: Ist Kunst stets von der Gefahr bedroht, ideologisch oder affirmativ zu sein, so ist Kunstautonomie aporetisch, weil in ihrer Praxisferne bereits eine Verstrickung in den allgemeinen Schuldzusammenhang liegt. Adorno denkt den Autonomiestatus der Kunst nicht als Selbstzweck, sondern als Fundament einer kritischen Haltung, die sich durch den Gestus der Verweigerung gegen jede Form der Affirmation absetzen will. Dies unterscheidet Adornos Konzept deutlich von zeitgenössischen Autonomieästhetiken und kennzeichnet seine Nähe zur Heteronomieästhetik, will man davon ausgehen, daß ein konsequentes autonomieästhetisches Programm die Befreiung von Referentialität bezüglich Bedeutung, Inhalt und Wirkungsabsicht realisieren müßte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das vergleichende Projekt ein, Adornos Philosophie und Bachmanns literarisches Schaffen im Hinblick auf ästhetische Übereinstimmungen und historische Bedingungen zu untersuchen.

2. Adornos Ästhetik: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen von Adornos Ästhetischer Theorie, insbesondere die Kritik an der Dialektik der Aufklärung und den spezifischen Doppelcharakter der Kunst.

3. Bachmanns Ästhetik zwischen Autonomie und Litterature Engagée: Hier wird untersucht, wie Bachmann ihre poetologische Position im Spannungsfeld von historischer Bedingtheit und dem Bedürfnis nach einer neuen Sprache verortet.

4. Die "Höllenmaschine" Geschichte: Kunst nach Auschwitz: Dieses Kapitel analysiert, wie beide Autoren die Katastrophe von Auschwitz als Nullpunkt für die Legitimation und Funktion der Kunst begreifen.

5. "Scharf von Erkenntnis und bitter von Sehnsucht": Erweckende Kunst: Der Fokus liegt hier auf der Kunst als Medium schockhafter Erkenntnis und der Auseinandersetzung mit Diskursivierung.

6. Das Idolatrieverbot in der Kunst: Die negative Utopie: Dieses Kapitel behandelt das Verbot positiver Utopien und die Notwendigkeit einer negativen Utopie als Wahrheitsinstanz.

7. Theologische Aspekte: Hier werden die religiösen und theologischen Motive analysiert, die Adornos und Bachmanns Ästhetik untergründig prägen.

8. Schluß: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Fruchtbarkeit einer vergleichenden Lektüre von Adorno und Bachmann.

Schlüsselwörter

Theodor W. Adorno, Ingeborg Bachmann, Ästhetik, Dialektik der Aufklärung, Kunst nach Auschwitz, negative Utopie, Autonomie der Kunst, Kritische Theorie, Mimesis, Sprachkritik, Erfahrungsschwund, Idolatrieverbot, Leidensästhetik, Versöhnung, Erkenntnistheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine vergleichende Analyse der literarischen Ästhetik von Theodor W. Adorno und Ingeborg Bachmann und untersucht, wie beide Autoren auf die philosophischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der Nachkriegszeit reagieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt schwerpunktmäßig das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft, die Problematik der Legitimation der Kunst nach Auschwitz sowie die Rolle der Negation und der Sprache in einem "ewigen Kriegszustand" der Moderne.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, das von Ingeborg Bachmann realisierte poetologische Konzept zu erschließen und mit der Theorie Adornos zu vergleichen, um aufzuzeigen, inwieweit eine "gleichwertige" Ästhetik bei Bachmann deduziert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung folgt einem hermeneutischen Ansatz, der theoretische Schriften mit narrativen Texten amalgamiert, um die Kompositionsmethode Bachmanns und Adornos Philosophie in Bezug zueinander zu setzen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Bedingungen von Bachmanns Schreiben, das Motiv der "Höllenmaschine" Geschichte, die Funktion der Kunst als "erweckende" Erkenntnisinstanz sowie theologische Aspekte der negativen Utopie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Adornos "Dialektik der Aufklärung", der "Doppelcharakter der Kunst", "Sprachskepsis", "Idolatrieverbot" sowie "Leidensästhetik".

Wie bewertet die Arbeit Bachmanns Verhältnis zur "engagierten Literatur"?

Die Arbeit verdeutlicht, dass Bachmann sich zwar von einer schematischen "Gesinnungsästhetik" abgrenzt, aber dennoch eine moralisch verantwortungsvolle Kunst fordert, die das Leiden der Menschen thematisiert und zur Reflexion anregt.

Was bedeutet das "Idolatrieverbot" in diesem Kontext?

Das Idolatrieverbot dient als Metapher für die Forderung, dass Kunst keine einfache, positive oder falsche Lösung/Erlösung anbieten darf, da dies eine affirmative Lüge wäre. Wahrheit kann sich nur durch Schweigen oder Negation entfalten.

Excerpt out of 93 pages  - scroll top

Details

Title
Literarische Ästhetik bei Ingeborg Bachmann und Theodor Wiesengrund Adorno
College
Ruhr-University of Bochum  (Universität)
Grade
1
Author
M.A.phil. Giannina Wedde (Author)
Publication Year
2002
Pages
93
Catalog Number
V52787
ISBN (eBook)
9783638484022
ISBN (Book)
9783656812838
Language
German
Tags
Literarische Ingeborg Bachmann Theodor Wiesengrund Adorno
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A.phil. Giannina Wedde (Author), 2002, Literarische Ästhetik bei Ingeborg Bachmann und Theodor Wiesengrund Adorno, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/52787
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  93  pages
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Payment & Shipping
  • About us
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint