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Vom souveränen Staat zum neuen Mittelalter?

Title: Vom souveränen Staat zum neuen Mittelalter?

Term Paper , 2000 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Frank Walter (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal

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Summary Excerpt Details

1 Einleitung

Diese Arbeit soll aus theoretischer Perspektive untersuchen, inwiefern es gerechtfertigt ist, den Zustand des modernen Staates der Gegenwart mit dem Begriff des "neuen Mittelalters" zu charakterisieren. Der Staatsbegriff, von dem dabei ausgegangen wird, meint den "nach außen souveränen und nach innen hierarchisch integrierten Staat der frühen Neuzeit".
Dabei wird ausschließlich der Aspekt der inneren Souveränität behandelt. Es kann kaum bestritten werden, daß der technische und ökonomische Fortschritt und die damit verbundenen Entwicklungen, die oftmals unter dem Begriff der Globalisierung zusammengefaßt werden, die äußere Souveränität der Nationalstaaten beeinflussen, eine zusätzliche Erörterung dieses Themengebietes würde jedoch den Rahmen der Arbeit sprengen.
Daher konzentriert sich dieser Text auf die Fragestellung, in welchem Ausmaß der heutige Staat noch als Träger innerer Souveränität betrachtet werden kann.
Zu diesem Zweck wird in zwei Schritten vorgegangen: Im ersten Schritt wird die ideengeschichtliche Entwicklung des Souveränitätsbegriffs bei Hobbes, Locke und Rousseau erläutert. Diese Auswahl erfolgt, um erstens die Entstehung des absolutistisch-souveränen Staates als Grundlage moderner Staatlichkeit, zweitens die Eingrenzung staatlicher Souveränität durch liberales Gedankengut, sowie drittens ihre Entwicklung mit Übergang zur Volkssouveränität aufzuzeigen. Im zweiten Schritt wird das Problem der Souveränität zunächst historisch beleuchtet, um dann systemtheoretische Überlegungen heranzuziehen, die versuchen, den heutigen Zustand der Gesellschaft zu erklären und staatliche Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, bevor im letzten Abschnitt die Position des Staates innerhalb moderner Verhandlungssysteme erläutert wird.
Zunächst soll jedoch die Struktur der mittelalterlichen Gesellschaftsordnung kurz erläutert werden, um überhaupt sinnvoll mit dem Begriff des "neuen Mittelalters" umgehen zu können.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der mittelalterliche „Staat“ und seine Krise

3 Die ideengeschichtliche Entwicklung des Souveränitätsbegriffs

3.1 Thomas Hobbes - Absolute Souveränität

3.2 John Locke – Der Staat als Hüter der privaten Autonomie

3.3 Jean-Jacques Rousseau – Ein neuer Leviathan

4 Die geschichtliche Entwicklung der staatlichen Souveränität und ihre theoretische Bewertung in der Gegenwart

4.1 Die historische Degeneration der staatlichen Souveränität

4.2 Die Steuerungsfunktion des Staates aus systemtheoretischer Perspektive

4.3 Die Position des Staates innerhalb moderner Verhandlungssysteme

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht aus einer theoretischen Perspektive, inwieweit die Kennzeichnung des modernen Staates der Gegenwart als „neues Mittelalter“ gerechtfertigt ist und in welchem Ausmaß der Staat heute noch als Träger innerer Souveränität fungieren kann.

  • Analyse der ideengeschichtlichen Grundlagen staatlicher Souveränität bei Hobbes, Locke und Rousseau.
  • Untersuchung der historischen Degeneration und Wandlung des Souveränitätsbegriffs.
  • Systemtheoretische Betrachtung der Steuerungsfunktion des Staates in autonomen Funktionssystemen.
  • Bewertung der Rolle des Staates innerhalb moderner Verhandlungssysteme.

Auszug aus dem Buch

3.2 John Locke – Der Staat als Hüter der privaten Autonomie

Ähnlich wie Hobbes geht LOCKE (1989: 201-209) in seiner Begründung und normativen Beschreibung von Staatlichkeit von einem Naturzustand aus, in dem kein anerkanntes Gewaltmonopol existiert. Er beschreibt diesen als einen Zustand, in dem sich die Menschen von Geburt an in vollkommener Gleichheit und Freiheit befinden. Diese absolute Freiheit wird lediglich durch das im Naturzustand geltende „natürliche Gesetz“ eingeschränkt, welches festlegt, „daß niemand einem anderen, da alle gleich und unabhängig sind, an seinem Leben und Besitz, seiner Gesundheit und Freiheit Schaden zufügen soll“.

Damit wird deutlich, daß LOCKE (1989: 209-211) im Gegensatz zu Hobbes Natur- und Kriegszustand nicht gleichsetzt. Vielmehr herrscht im Naturzustand Lockes nur solange Krieg, wie eine Partei, die durch einen Verstoß gegen das Gesetz der Natur geschädigt wurde, keine Wiedergutmachung und keinen Schutz für die Zukunft erhalten hat. Ist dies aber geschehen, so kehrt wieder Frieden ein.

Trotzdem schildert auch LOCKE (1989: 278-279) schwerwiegende Mängel des Naturzustandes: Es gibt keine feststehenden und allgemein anerkannten Gesetze, die das Gesetz der Natur ausreichend konkretisieren, es existiert kein unparteiischer Richter, der zur Regelung von Konflikten herangezogen werden könnte, und es fehlt an einer Macht, die stark genug wäre, eine angemessene Vollstreckung des Gesetzes zu garantieren. Und in der Tat sieht LOCKE (1989: 203) im Naturzustand „die Vollstreckung des natürlichen Gesetzes in jedermanns Hände gelegt“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Forschungsfrage, ob der moderne Staat als „neues Mittelalter“ zu bezeichnen ist, und Darlegung der methodischen Vorgehensweise.

2 Der mittelalterliche „Staat“ und seine Krise: Erläuterung der fragmentierten, polyarchischen Struktur des Mittelalters und der Entstehung der Krise, die zum modernen Staat führte.

3 Die ideengeschichtliche Entwicklung des Souveränitätsbegriffs: Darstellung der theoretischen Herleitung von Staatlichkeit und Souveränität bei den Denkern Hobbes, Locke und Rousseau.

3.1 Thomas Hobbes - Absolute Souveränität: Analyse des „Leviathan“ als absolutistische Herrschaftsgewalt zur Überwindung des kriegerischen Naturzustands.

3.2 John Locke – Der Staat als Hüter der privaten Autonomie: Diskussion von Lockes Konzeption des Staates als begrenztes Instrument zum Schutz individueller Eigentums- und Freiheitsrechte.

3.3 Jean-Jacques Rousseau – Ein neuer Leviathan: Untersuchung von Rousseaus Gesellschaftsvertrag, der trotz Demokratisierung eine beinahe unbeschränkte Macht des „allgemeinen Willens“ postuliert.

4 Die geschichtliche Entwicklung der staatlichen Souveränität und ihre theoretische Bewertung in der Gegenwart: Historische und systemtheoretische Reflexion über den Machtverlust und die veränderte Steuerungsrolle des modernen Staates.

4.1 Die historische Degeneration der staatlichen Souveränität: Beschreibung des Übergangs vom liberalen Staat hin zur wachsenden Abhängigkeit von gesellschaftlichen Kooperationen durch steigende Komplexität.

4.2 Die Steuerungsfunktion des Staates aus systemtheoretischer Perspektive: Analyse der Grenzen direkter staatlicher Steuerung autonomer Funktionssysteme und Diskussion dezentraler Kontextsteuerung.

4.3 Die Position des Staates innerhalb moderner Verhandlungssysteme: Bewertung der verbleibenden Handlungsfähigkeit des Staates als Akteur in komplexen Verhandlungsnetzwerken.

Schlüsselwörter

Souveränität, Staatstheorie, Thomas Hobbes, John Locke, Jean-Jacques Rousseau, Leviathan, Systemtheorie, Kontextsteuerung, Verhandlungssysteme, gesellschaftliche Differenzierung, politische Steuerung, moderne Staatlichkeit, Gewaltmonopol, Gesellschaftsvertrag.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Untersuchung des Zustands des modernen Staates und der Frage, ob dieser als „neues Mittelalter“ bezeichnet werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die ideengeschichtliche Entwicklung der Souveränität, die systemtheoretische Analyse der Steuerungsfunktion des Staates sowie die Rolle staatlicher Akteure in modernen Verhandlungssystemen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, in wissenschaftlicher Auseinandersetzung zu prüfen, inwieweit der Staat heute noch als Träger innerer Souveränität betrachtet werden kann oder ob er seine souveräne Position eingebüßt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretische Analyse angewandt, die sich auf klassische staatsphilosophische Texte sowie systemtheoretische Ansätze stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung des Souveränitätsbegriffs von Hobbes, Locke und Rousseau sowie die aktuelle Debatte über den Funktionsverlust des Staates angesichts moderner, komplexer Gesellschaftssysteme.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Souveränität, Gesellschaftsvertrag, Systemtheorie, Verhandlungssysteme und die staatliche Handlungsfähigkeit.

Warum zieht der Autor Rousseau in die Nähe von Hobbes?

Der Autor argumentiert, dass Rousseau trotz völlig anderer theoretischer Herleitung mit seiner Konzeption des „allgemeinen Willens“ und der unbeschränkten Macht des Staatskörpers zu einem ähnlich absolutistischen Ergebnis gelangt wie Hobbes.

Wie bewertet der Autor den Begriff des „neuen Mittelalters“?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Begriff „neues Mittelalter“ nur mit Einschränkungen angebracht ist, da der Staat trotz eines Verlusts an direkter hierarchischer Kontrolle weiterhin spezifische souveräne Handlungsoptionen besitzt.

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Details

Title
Vom souveränen Staat zum neuen Mittelalter?
College
University of Constance  (FB Politik-/Verwaltungswissenschaft)
Course
Politische Theorie
Grade
1,3
Author
Frank Walter (Author)
Publication Year
2000
Pages
16
Catalog Number
V5255
ISBN (eBook)
9783638132039
Language
German
Tags
Souveränität Ideengeschichte Hobbes Locke Rousseau Systemtheorie Staatstheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Frank Walter (Author), 2000, Vom souveränen Staat zum neuen Mittelalter?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/5255
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