Die vorliegende Arbeit soll die Kritik Platons an der Dichtkunst, sowie das Verhältnis zwischen Philosophie und Dichtung näher untersuchen.
Platon deutete bereits in seinem Werk "der Staat" darauf hin, dass "ein alter Streit zwischen Philosophie und Dichtkunst" besteht, da er den Wahrheitsgehalt der Kunst in Frage stellt. Er kritisiert beispielsweise auch die Kunst eines Malers. Die nachahmende Kunst scheint für ihn nicht in den Idealstaat zu passen, unter anderem wirft er der Dichtkunst Lüge und Täuschung vor. Auch in seinem Werk "Ion" stellt Platon den Unterschied zwischen Fachwissen und göttlicher Begeisterung dar, da er den Dichtern vorwirft im Zustand des Enthusiasmus zu dichten.
Doch diese Punkte seiner Kritik sind nur einige von mehreren, welche in dieser Arbeit genauer betrachtet werden sollen. Platon galt als einer der größten Kritiker der schönen Kunst. Er sah in der Kunst eines Tischlers mehr Nähe zur göttlichen Wahrheit, als in der eines Malers. Es wird untersucht, was eigentlich unter der die Idee der archaí verstanden wird um so Platons Verständnis der Dichterkritik zu verstehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Platons Kritik an den Künsten. Der hervorbringende und der nachahmende Künstler
3. Die Konkurrenz zwischen Philosophie und Poesie in den Grundgedanken Platons. Die Kritik an der Dichtkunst
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Philosophie und Poesie bei Platon und analysiert, warum er die Dichtkunst kritisch betrachtet und teilweise aus dem Idealstaat verbannen wollte. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie sich das philosophische Streben nach Wahrheit zum mimetischen Anspruch der Kunst verhält.
- Die philosophische Unterscheidung zwischen Wissen und Meinung
- Platons Kritik am mimetischen Charakter der Dichtkunst
- Das Verhältnis von künstlerischer Nachahmung zur Idee des Schönen
- Die psychologische Wirkung von Poesie auf den menschlichen Seelenteil
- Anforderungen an den "guten Dichter" als Dolmetscher der Götter
Auszug aus dem Buch
3. Die Konkurrenz zwischen Philosophie und Poesie in den Grundgedanken Platons. Die Kritik an der Dichtkunst
Bereits in Platons Werk Politeia heißt es, dass „ein alter Streit zwischen Philosophie und Dichtkunst“ besteht.
Die Dichtung, beziehungsweise die Dichter wurden hinsichtlich vieler Aspekte kritisiert. Platon wirft ihnen vor, dass sie lügen bis hin zu der „staatspolitischen Forderung, sie zu evakuieren.“ Sie „bedeutet unangemessene Sinnesvermittlung, die Darstellung von Leidenschaften und Trieben, etwa provoziere zur Nachahmung unrichtigen Handelns und habe insgesamt verführerische Funktion,“ da sie an den niederen Teil der Seele appelliert. Im Verhältnis zur Philosophie besteht hier ein Unterschied zwischen Wissen und Meinung, der Wahrheitsgehalt der Dichtung muss in den Augen Platons kritisch betrachtet werden. Die Dichtung selbst versucht „um die Seelen der Menschen zu kämpfen, um ihnen Wahrheiten im Gewand sinnlicher Bilder einzuflößen,“ doch eigentlich geht es bei der wahren Kunst um die Darstellung des Wesens der Natur, beziehungsweise der „urbildhaften Idee hinter den Dingen.“
Die Dichter, sowie auch die Maler ahmen bereites geschaffene Dinge nach und schaffen Abbilder, wobei ein Handwerker nach seinen Vorstellungen eine Idee umsetzt. Platon wirft den Dichtern somit Täuschung vor, da sie keine „Abbilder ihrer archai“, also des Wesens der Dinge erzeugen. Laut Platon ist für den Menschen ein guter Dichter, bei welchem uns das „ästhetische Erleben“ nahekommt und der uns in einen Zustand voller Empfindungen versetzen kann. Unsere Selbstbeherrschung wird jedoch geringer durch das „Mitreißen lassen“ auf der emotionalen Ebene, durch die Dichtung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt den "alten Streit" zwischen Philosophie und Dichtkunst vor und umreißt Platons fundamentale Skepsis gegenüber der Kunst als bloße Nachahmung.
2. Platons Kritik an den Künsten. Der hervorbringende und der nachahmende Künstler: Dieses Kapitel differenziert zwischen schöpferischen Handwerkern, die sich an Ideen orientieren, und nachahmenden Künstlern, die lediglich Abbilder der Realität erzeugen.
3. Die Konkurrenz zwischen Philosophie und Poesie in den Grundgedanken Platons. Die Kritik an der Dichtkunst: Hier wird analysiert, wie die Dichtkunst durch ihren Appell an irrationale Seelenteile und ihre fehlende Wahrheitsnähe mit dem philosophischen Wahrheitsanspruch in Konflikt gerät.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Poesie aus platonischer Sicht den Zugang zur göttlichen Wahrheit durch Täuschung behindert und daher in einem Idealstaat kritisch bewertet werden muss.
Schlüsselwörter
Platon, Philosophie, Poesie, Dichtkunst, Mimesis, Idee, Wahrheit, Schönes, Seele, Staatsphilosophie, Kunstkritik, Nachahmung, Vernunft, Erkenntnistheorie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Auseinandersetzung Platons mit der Dichtkunst und untersucht die Gründe für seine kritische Haltung gegenüber der künstlerischen Mimesis.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören Platons Ideenlehre, die Abgrenzung von Wissen und Meinung, die psychologische Wirkung der Dichtung sowie der Stellenwert der Kunst im platonischen Idealstaat.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, das Spannungsverhältnis zwischen dem philosophischen Wahrheitsstreben und der Dichtkunst zu ergründen und Platons Argumente gegen die nachahmende Kunst systematisch aufzuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine philosophisch-analytische Methode, basierend auf der Textanalyse platonischer Primärquellen und einschlägiger ästhetik-philosophischer Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Unterscheidung zwischen schöpferischen und nachahmenden Künstlern sowie die spezifischen Vorwürfe Platons, dass Dichtung an niedere Seelenteile appelliert und zur Täuschung führt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mimesis, Idealstaat, Ideenlehre, Wissensbegriff und die Konkurrenz zwischen Dichtung und Philosophie charakterisiert.
Warum hält Platon die Kunst für eine "Nachahmung der Nachahmung"?
Da die Kunst nicht die Idee selbst (das Urbild) darstellt, sondern nur ein physisches Abbild der sinnlich wahrnehmbaren Welt wiedergibt, entfernt sie sich laut Platon um drei Stufen von der Wahrheit.
Was unterscheidet den "guten Dichter" vom gewöhnlichen Dichter?
Ein guter Dichter agiert im Zustand göttlicher Begeisterung als "Dolmetscher der Götter", während gewöhnliche Dichter lediglich aus subjektiver Überheblichkeit und Unwissenheit handeln.
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- Anonym (Author), 2019, Die Konkurrenz zwischen Philosophie und Poesie in den Grundgedanken Platons, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/520448