Diese Arbeit befasst sich mit der Einführung der Person Helena in Konrad von Würzburgs "Trojanerkrieg" und in der aktuellen Fernsehserie "Troja - Untergang einer Stadt" des Onlineanbieters Netflix. Untersucht wird die Darstellung der Helena zunächst sowohl im Hinblick auf den Aspekt ihrer äußerlichen Erscheinung als auch auf ihre Persönlichkeit. Die beiden Versionen der Helena werden miteinander verglichen. Im Zuge dessen wird versucht, Konrads Werk besser verstehbar zu machen.
Durch die Analyse soll Helenas zentrale Rolle in Konrads Werk herausgestellt und unter Berücksichtigung der Netflix-Fassung gefestigt werden. Natürlich ist sie durch ihre Liebe zu Paris der Auslöser des Trojanerkriegs. Die Arbeit möchte aber zeigen, dass Helena mehr als das ist. Deshalb wird sie vor allem auf ihre Beziehung zu Paris eingehen und an dieser aufzeigen, dass Helena als eigenständige Person zu sehen ist und ihre eigenen Entscheidungen trifft.
In Konrads Schilderung ist Helena eine zentrale Figur. Ihrer Person widmet er sich mit einer besonderen Intensität. Elisabeth Lienert macht diese Gegebenheit in ihrer Arbeit ebenfalls deutlich. Vor allem anhand der hohen Versanzahl (Vers 19900-20281) wird deutlich, wie viel Bedeutsamkeit Konrad Helenas Darstellung beimisst.
In der Netflix-Serie "Troja - Untergang einer Stadt" trifft Paris das erste Mal in Sparta auf Helena. In dieser Situation gibt Menelaos ein Festmahl zu Ehren von Paris, dem wiedergekehrten Sohn Trojas. Nachdem Paris vor Menelaos getreten ist und ihm seine Gastgeschenke unterbreitet hat, setzen sie sich zum Mahl. Paris erkundigt sich ob "die Königin fernbleibt". Hier wird Helenas Name erstmalig erwähnt, da Menelaos antwortet, dass Helena an den Feierlichkeiten aufgrund von Unwohlbefinden nicht teilnimmt und "schmaust, wenn sie sich erholt hat".
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einführung der Helena in Konrad von Würzburgs Trojanerkrieg
3. Einführung Helena in der Netflix Serie Troja - Untergang einer Stadt
4. Vergleich der beiden Darstellungen
5. Fazit
6. Literatur- und Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Charakterisierung und Rollengestaltung der Helena in zwei unterschiedlichen medialen Kontexten: dem mittelhochdeutschen Epos "Trojanerkrieg" von Konrad von Würzburg sowie der modernen Netflix-Serie "Troja – Untergang einer Stadt". Das zentrale Ziel ist es aufzuzeigen, dass Helena in beiden Darstellungen weit mehr als nur der passive Auslöser des Krieges ist, sondern als eine eigenständige Persönlichkeit agiert, die ihre eigenen Entscheidungen trifft.
- Vergleich der Darstellung Helenas hinsichtlich äußerer Erscheinung und Persönlichkeit.
- Analyse der Rolle von Helena in Konrad von Würzburgs "Trojanerkrieg".
- Untersuchung der Helena-Figur in der Netflix-Serie "Troja – Untergang einer Stadt".
- Herausarbeitung der Selbstbestimmtheit und individuellen Handlungsfähigkeit Helenas.
- Gegenüberstellung der unterschiedlichen Motive hinter Helenas Weggang von Sparta.
Auszug aus dem Buch
2. Einführung der Helena in Konrad von Würzburgs Trojanerkrieg
In Konrads Schilderung nimmt Helena eine zentrale Figur ein. Ihrer Person widmet er sich mit einer besonderen Intensität. Elisabeth Lienert macht diese Gegebenheit in ihrer Arbeit ebenfalls deutlich. „Keine Beschreibung indes ist derart umfangreich und überschwänglich wie die Helenas.“ Vor allem anhand der hohen Versanzahl (V. 19900-20281) wird deutlich, wieviel Bedeutsamkeit Konrad Helenas Darstellung beimisst.
Konrad bedient sich bei Helenas Beschreibung nicht nur vieler Elemente aus der Natur, wie zum Beispiel die Vergleiche mit dem Schwan, der Rose, der Lilie oder dem Schnee, sondern verwendet vor allem auch farbliche Vergleiche um sie genauer zu beschreiben.
Mit denen von ihm verwendeten Farben in Bezug auf Helenas Schönheit verknüpft man sofort bedeutsame Begriffe - wie die Farbe Rot mit der Liebe und Weiß mit der Unschuld. So formt sich im Kopf schon bei der Beschreibung ihres Äußeren das Bild ihres Charakters.
Konrad beschreibt den gesamten Körper Helenas sehr detailreich. Es gibt einige Körperteile, die besonders stark betont werden. Dies sind vor allem Mund, Augen, Haare, Gesicht und Hände.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema der Helena-Darstellung ein und stellt die Forschungsfrage nach ihrer Rolle als eigenständige Person im Vergleich zwischen Konrad von Würzburg und der Netflix-Serie.
2. Einführung der Helena in Konrad von Würzburgs Trojanerkrieg: Dieses Kapitel analysiert die detailreiche, idealisierte Beschreibung Helenas durch Konrad und betont ihre Rolle trotz ihrer Einbindung in ein höfisches Pflichtgefüge.
3. Einführung Helena in der Netflix Serie Troja - Untergang einer Stadt: Hier wird die moderne Inszenierung Helenas als dunkelhaarige, optisch nahbare Frau untersucht, deren Selbstbestimmtheit sich im Handlungsverlauf deutlicher herauskristallisiert.
4. Vergleich der beiden Darstellungen: Das Kapitel kontrastiert die literarische Idealfigur des Mittelalters mit der modernen, psychologisch motivierten Serienfigur und beleuchtet die Unterschiede in der Motivation ihres Weggangs.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Helena in beiden Werken als eigenständige, handelnde Akteurin erkennbar ist, wobei die moderne Fassung diesen Aspekt stärker in den Vordergrund rückt.
6. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Literatur, Primärquellen und audiovisuellen Medien.
Schlüsselwörter
Helena, Trojanerkrieg, Konrad von Würzburg, Netflix, Troja, Literaturvergleich, Medienanalyse, Selbstbestimmtheit, Paris, Menelaos, Frauenbild, Mittelalter, Moderne, Mythologie, Rollenverständnis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit vergleicht die Darstellung der Helena in der mittelalterlichen Dichtung von Konrad von Würzburg mit der modernen Netflix-Serie "Troja – Untergang einer Stadt".
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die äußere Beschreibung, die Persönlichkeitsentwicklung und die Frage nach der Selbstbestimmung Helenas in den beiden unterschiedlichen Erzählkontexten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass Helena mehr ist als bloß der Auslöser des Krieges, und zu belegen, dass sie als eigenständige Person mit eigenen Entscheidungen wahrgenommen werden muss.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein komparativer Ansatz gewählt, der literaturwissenschaftliche Analyse von Konrads Werk mit medienwissenschaftlicher Analyse der Netflix-Serie kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der Helena-Einführung bei Konrad, die Betrachtung der Netflix-Serie sowie einen direkten Vergleich beider Darstellungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Trojanerkrieg, Selbstbestimmtheit, Rollenbild, mediale Transformation und literarische Charakterisierung geprägt.
Wie unterscheidet sich die äußere Erscheinung Helenas in den beiden Werken?
Während Konrad Helena durch klassische Naturvergleiche und Superlative als ideales, fast überschwängliches Schönheitsideal beschreibt, setzt die Netflix-Serie auf eine natürlichere, weniger spektakuläre Optik, um Identifikationspotential zu schaffen.
Warum wird der "Raub" der Helena in der Netflix-Serie anders interpretiert als bei Konrad?
In der Serie entscheidet sich Helena aktiv und freiwillig für Paris, wodurch der "Raub" als gewaltsamer Akt entfällt, während er bei Konrad eher als ein Ausweg aus einer schwierigen Situation dargestellt wird.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Helena als selbstständige Person. Vergleich der Figur Helena in Konrads von Würzburg "Trojanerkrieg" und in der Netflix-Serie "Troja - Untergang einer Stadt", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/514404