Immer mehr Unternehmen und Organisationen aller Branchen gehen dazu ü-ber, komplexe Sachverhalte mit Hilfe von Teams, z.B. in Projektarbeit, bear-beiten zu lassen. Solche Teams müssen systematisch gemanagt werden, um verwertbare Ergebnisse sicher zu stellen.
Dies erfordert von den Mitarbeitern nicht nur fundiertes Fachwissen, sondern vielmehr müssen sie weitere Kompetenzen vorweisen, um ihren Aufgabenbereich zufrieden stellend ausfüllen zu können. So werden in diesem Zusammenhang häufig so genannte Softskills wie Eigeninitiative, Teamfähigkeit, Kreativität, Flexibilität und Kommunikationsfähigkeit genannt. Darüber hinaus besteht die Notwendigkeit, in größeren fachlichen Zusammenhängen analysieren, planen und Entscheidungen treffen zu können. Hierzu müssen die Mitarbeiter stärker als zuvor in der Lage sein, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen und sich selbstständig neues Wissen anzueignen. Ähnliche Beobachtungen können für die gesamte Gesellschaft gemacht werden. Zu einem erfolgreichen Management der privaten Lebensführung sind Fähigkeiten zur Selbstreflexion und zur Selbstorganisation unbedingt notwendig.
Es ist daher auch die Aufgabe der Bildungsinstitute, speziell des Berufskollegs, diese Kompetenzen zu vermitteln. Wer bereits in seiner Schulzeit Erfahrung im Umgang mit den grundlegenden Arbeitsweisen durch selbst gesteuertes und kooperatives Lernen und den damit verbundenen Chancen und Risiken gemacht hat, ist den ständig wachsenden Anforderungen im späteren Leben (Privat- und Berufsleben) sicherlich besser gewachsen. Niemand kann heute erwarten, in der Jugend soviel Wissen anzusammeln, dass es für das ganze Leben reicht. Aus diesem Grund befasst sich diese Arbeit mit der Entwicklung eines Konzepts zur Förderung der wohl wichtigsten Kompetenzen, dem selbst gesteuerten und kooperativen Lernen im Rahmen einer Existenzgründung.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 PROBLEMDARLEGUNG
2.1 Motivation
2.2 Rahmenbedingungen
2.3 Zielsetzung
2.4 Vorgehensweise
3 THEORETISCHER HINTERGRUND
3.1 Existenzgründung
3.2 Selbst gesteuertes Lernen
3.3 Kooperatives Lernen (Collaborative Learning)
4 MÖGLICHKEITEN ZUR PRAKTISCHEN UMSETZUNG
4.1 Darstellung eines möglichen Ablaufs eines Existenzgründungskurses
4.2 Anforderungen an die Lernenden
4.3 Förderung des selbst gesteuerten Lernens
4.4 Förderung des kooperativen Lernens
5 REFLEXION UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit entwickelt ein praxisorientiertes Konzept, um die Fähigkeiten von Schülerinnen und Schülern an Berufskollegs im Bereich des selbst gesteuerten und kooperativen Lernens durch die Durchführung einer simulierten Existenzgründung zu fördern. Ziel ist es, den Lernenden notwendige Kompetenzen für ihr späteres Berufsleben zu vermitteln und gleichzeitig Lehrenden Anregungen für eine methodische Neugestaltung des Unterrichts zu geben.
- Entwicklung von Kompetenzen zur Existenzgründung und Businessplan-Erstellung
- Förderung des selbst gesteuerten Lernens durch direkte und indirekte Ansätze
- Implementierung kooperativer Lernformen in Gruppen- und Teamarbeit
- Methodische Gestaltung von Lernumgebungen zur Steigerung der Eigenverantwortung
- Rolle des Lehrenden als Berater und Impulsgeber
Auszug aus dem Buch
3.2 Selbst gesteuertes Lernen
Die Selbstbestimmung des Menschen über seine Lebensgestaltung gehört schon lange zu den Leitideen und Zielen der Erziehung eines Menschen. Dieser Gedanke wird seither weiter auf den Sektor Bildung ausgedehnt. Mündige Erwachsene sollen nicht von außen geleitete Objekte, sondern Subjekte ihres Denkens, Handelns und Lernens sein.
Trotz des in letzter Zeit stark gestiegenen Interesses am Konzept des „selbst gesteuerten Lernens“ ist dieser Begriff nicht einheitlich definiert. Er ist wohl vor allem als Übersetzung des international eingebürgerten Begriffs „self-directed learning“ in Umlauf gekommen.
Aufgrund der verschiedenartigen Diskussionen über das Thema „selbst gesteuertes Lernen“, die weltweit geführt werden, gibt es keine allgemein akzeptierte Definition dieses Lehr-Lern-Konzeptes. So findet man neben dem Begriff „selbst gesteuertes Lernen“ Begriffe wie „selbst organisiertes“, „selbst reguliertes“ oder „autonomes Lernen“. Diese Begriffe werden häufig synonym verwendet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Erläutert die wachsende Bedeutung von Softskills und Eigenverantwortung in der modernen Arbeitswelt sowie die Notwendigkeit, diese Kompetenzen durch selbst gesteuertes und kooperatives Lernen in der Schule zu fördern.
2 PROBLEMDARLEGUNG: Analysiert die mangelnde Lern- und Beteiligungsbereitschaft vieler Schülerinnen und Schüler und begründet die Wahl einer Existenzgründung als praxisnahes Unterrichtsprojekt zur Motivationssteigerung.
3 THEORETISCHER HINTERGRUND: Definiert die zentralen Konzepte der Existenzgründung, des selbst gesteuerten Lernens sowie des kooperativen Lernens und deren wechselseitige Abhängigkeiten.
4 MÖGLICHKEITEN ZUR PRAKTISCHEN UMSETZUNG: Konkretisiert die theoretischen Erkenntnisse in ein fünfphasiges Unterrichtskonzept und beschreibt Methoden für die Lehrkraft zur Anleitung von Selbststeuerung und Kooperation.
5 REFLEXION UND AUSBLICK: Kritische Würdigung der Vor- und Nachteile des problemorientierten Lernens unter Berücksichtigung der zeitlichen Ressourcen und der Herausforderungen für die neue Rolle des Lehrenden.
Schlüsselwörter
Selbst gesteuertes Lernen, kooperatives Lernen, Existenzgründung, Businessplan, Berufskolleg, Eigenverantwortung, Sozialkompetenz, Lernmotivation, Lehrerrolle, Unterrichtsentwicklung, Gruppenarbeit, Fachhochschulreife, Handlungskompetenz, Didaktik, Projektmethode
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie durch das Projekt einer simulierten Existenzgründung an einem Berufskolleg die Kompetenzen zum selbst gesteuerten und kooperativen Lernen bei Schülern gezielt gefördert werden können.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des selbst gesteuerten Lernens, die methodische Umsetzung von Gruppenarbeit und die Anwendung von Businessplan-Elementen als fächerübergreifender Unterrichtsgegenstand.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erstellung eines Konzepts, das Lehrern hilft, Lernumgebungen zu gestalten, in denen Schüler aktiver an ihrem eigenen Lernprozess beteiligt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse lernpsychologischer Konzepte und deren Transfer in die unterrichtliche Praxis, ergänzt durch erste Erfahrungen aus dem Referendariat.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erarbeitet zunächst die theoretischen Grundlagen und überführt diese dann in eine praktische fünfphasige Kursstruktur, inklusive konkreter Strategien zur Lernberatung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind die Begriffe Selbststeuerung, Kooperatives Lernen, Existenzgründung, Eigenverantwortung und Berufskolleg.
Wie wichtig ist die Rolle der Lehrkraft in diesem Konzept?
Die Lehrkraft wandelt sich vom reinen Vermittler zum Berater, Impulsgeber und Beobachter, der den Lernprozess der Schüler strukturiert und individuell begleitet.
Wie wird das kooperative Lernen in die Praxis umgesetzt?
Dies erfolgt über methodische Ansätze wie die Think-Pair-Square-Share-Methode, den Einsatz von Sozialtrainings (T-Charts) und die strukturierte Arbeit in Langzeit-Gruppen.
- Quote paper
- Patrick Ketelaer (Author), 2005, Planung einer Existenzgründung zur Förderung selbst gesteuerten und kooperativen Lernens, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/51375