Die Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema "Depressionen bei Kindern und Jugendlichen - Anders als die Anderen, wenn die Kinderseele Hilfe braucht". Sie beginnt mit der Definition der Depression. Was ist eine Depression und woran erkennt man diese? Hier werden auch die Symptome einer Depression aufgezeigt. Anschließend wird dargestellt, wie sich Depressionen auf das Familienleben und das soziale Umfeld auswirken. Wie geht es Eltern depressiver Kinder? Danach widmet sich die Autorin den personalen und sozialen Ressourcen der Angehörigen. Der wichtigste Punkt in Bezug auf die Soziale Arbeit sind die sozialpädagogischen Hilfen und Methoden. Die Autorin beschäftigt sich mit der kognitiven Verhaltenstherapie, welche die am meisten angewandte Therapie bei depressiven Kindern und Jugendlichen ist, und mit Selbsthilfegruppen. Abschließend folgt ein Fazit.
Depression kann jeden Menschen treffen - ob jung oder alt, Frau oder Mann, selbst Kinder und Jugendliche können depressiv werden. Leichte Verstimmungen bis hin zu schweren depressiven Störungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Aktuell erkranken etwa 3-10 Prozent aller Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren an einer Depression. In der Altersgruppe von 15-20 Jahren ist sie nach Störungen im Substanzkonsum die zweithäufigste Ursache für einen stationären Aufenthalt. Bei Kindern und Jugendlichen ist es eher die Regel als die Ausnahme, dass die Depression mit weiteren psychischen Erkrankungen, wie Angststörungen und ADHS einhergeht. Während sich in der Kindheit keine Geschlechterunterschiede aufzeigen lassen, sind im Jugendalter Mädchen deutlich häufiger betroffen als Jungen.
Depressionsforschung bei Kindern und Jugendlichen ist erst circa 35 Jahre alt. Wie viele andere Verhaltensstörung wird dieses Gebiet erst seit den späten 70ern und den frühen 80ern untersucht und diagnostiziert. In der Literatur, die vor dieser Zeit erschien, waren Depressionen bei Kindern und Jugendlichen nicht existent oder durch Symptome beschrieben, die nicht in das klassische Bild einer Depression bei Erwachsenen passten beziehungsweise dazugehörten. Es gab nur sehr wenige Versuche, depressive Ausdrucksformen bei Kindern und Jugendlichen zu beschreiben. Heute wird davon ausgegangen, dass bereits Kinder im Alter von 5 Jahren elementare Merkmale von Depressionen aufweisen können; jene, die auch bei Erwachsenen auftreten können.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Was ist eine Depression?
2.1 Woran erkennt man eine Depression bei Kindern und Jugendlichen?
2.2 Symptome einer Depression bei Kindern und Jugendlichen
2.3 Die klinischen Störungsbilder
III. Auswirkung auf die Gesellschaft
3.1 Auswirkungen auf das Familienleben
3.2 Auswirkungen auf das soziale Umfeld
IV. Hilflosigkeit und Ressourcen der Angehörigen
4.1 Selbstverantwortungen der Angehörigen
4.2 personale und soziale Ressourcen
V. Sozialpädagogische Hilfen und Methoden
5.1 Spieltherapien
5.2 Verhaltenstherapien
VI. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, das Krankheitsbild der Depression bei Kindern und Jugendlichen aus sozialpädagogischer Perspektive zu beleuchten, die Symptomatik einzuordnen und die Auswirkungen auf das familiäre sowie soziale Umfeld sowie die Bewältigungsstrategien der Angehörigen zu untersuchen.
- Definition und klinische Einordnung depressiver Störungen bei Minderjährigen
- Analyse der Symptomatik nach verschiedenen Altersstufen
- Untersuchung der Belastungen für Eltern, Geschwister und das soziale Umfeld
- Rolle von Ressourcen bei der Krankheitsbewältigung
- Darstellung sozialpädagogischer und therapeutischer Interventionsmöglichkeiten
Auszug aus dem Buch
2.2 Symptome einer Depression bei Kindern und Jugendlichen
Symptome depressiver Störungen finden sich auf unterschiedlichen Ebenen bzw. auch in unterschiedlichen Systemen in verschiedener Ausprägung. Eine Unterscheidung dieser Systeme erscheint sinnvoll, weil damit bestimmte Symptome beim Betroffenen gezielter beobachtet werden können. Beispielsweise sind die Symptome einer depressiven Störung im sehr frühen Kindesalter eher somatischer Natur. Je älter Kinder werden, desto stärker wandern diese Symptome in den Bereich des Denkens. Auf dieser kognitiven Ebene sind es vor allem negative Gedanken und Pessimismus, während die Kopf- und Bauchschmerzen jeden Morgen vor der Schule eher im somatischen System zu verorten sind (vgl. Nevermann, Reicher 2001,S.21).
Insgesamt kann sich die psychische Problemlage in unterschiedlichen Bereichen des eigenen Systems zeigen:
- Emotionen: Traurigkeit, Das Gefühl, nicht geliebt zu werden, Gefühle der Wertlosigkeit, Lustlosigkeit, gereizte Stimmung und Wut
- Kognitive Merkmale: Pessimismus, negatives Denken, negative Selbstbewertungen, geringes Selbstwertgefühl, Schuldgefühle, Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Suizid Gedanken, Phantasien und Träume, Gedächtnisprobleme, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörung
- Verhaltensmerkmale: Weinen, Verlust an Interesse, Verlangsamung, Antriebslosigkeit, psychomotorische Unruhe, sozialer Rückzug, Rückgang schulischer Leistungen, suizidales Verhalten, gestörte soziale Beziehungen, Schulverweigerung, Verlust der Aktivitäten
- Körperliche (somatische) Merkmale: Müdigkeit, Schlafstörungen, Appetitstörungen, Gewichtszu- oder Abnahme, Schmerzen, körperliche Beschwerden z.B. Magen- Darm-Beschwerden
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Thematik Depression bei Kindern und Jugendlichen ein und erläutert den Aufbau der wissenschaftlichen Arbeit.
II. Was ist eine Depression?: Dieses Kapitel definiert den Depressionsbegriff und differenziert zwischen Symptomen und klinisch relevanten Störungsbildern in verschiedenen Altersgruppen.
III. Auswirkung auf die Gesellschaft: Hier wird der Fokus auf die Belastungen gelegt, die durch eine Depression im familiären Umfeld und im sozialen Kontext des Kindes entstehen.
IV. Hilflosigkeit und Ressourcen der Angehörigen: Das Kapitel thematisiert die psychische Belastungssituation von Angehörigen und erläutert Möglichkeiten zur Aktivierung personaler und sozialer Ressourcen.
V. Sozialpädagogische Hilfen und Methoden: Es werden therapeutische Ansätze wie die Spieltherapie und Verhaltenstherapie im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe vorgestellt.
VI. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit fachkundiger Begleitung bei depressiven Kindern.
Schlüsselwörter
Depression, Kinder, Jugendliche, psychische Gesundheit, Symptome, Familienleben, soziale Ressourcen, Spieltherapie, Verhaltenstherapie, Bewältigung, klinische Störungsbilder, Sozialpädagogik, Angehörige, Jugendhilfe, Major Depression.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Thema der depressiven Störungen bei Kindern und Jugendlichen sowie deren Auswirkungen auf das soziale Umfeld und die Bewältigungsstrategien.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Definition, Symptomatik, familiäre Belastungsfaktoren, Ressourcenmanagement und therapeutische Interventionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Sensibilisierung für das Krankheitsbild und die Darstellung von Hilfsmöglichkeiten aus sozialpädagogischer Sicht.
Welche wissenschaftlichen Ansätze werden verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die theoretische Grundlagen aus der Psychologie und Pädagogik aufbereitet.
Welche Schwerpunkte liegen im Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die klinische Definition, die Auswirkungen auf das soziale System der Betroffenen und die verschiedenen Therapiemöglichkeiten.
Welche Keywords beschreiben das Werk?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Depression, Kinder, Jugendliche, Verhaltenstherapie, Spieltherapie und soziale Ressourcen.
Was unterscheidet die Depression bei Kleinkindern von der bei Jugendlichen?
Bei jüngeren Kindern äußert sich die Störung eher somatisch (z.B. Bauchschmerzen), während bei Jugendlichen kognitive und verhaltensbezogene Symptome wie Pessimismus oder Antriebslosigkeit in den Vordergrund rücken.
Welche Rolle spielen Angehörige im Prozess der Krankheitsbewältigung?
Angehörige sind stark belastet und benötigen selbst Unterstützung; sie müssen lernen, eigene Bedürfnisse nicht vollständig zu vernachlässigen, um handlungsfähig zu bleiben.
Warum ist die Abgrenzung von Erziehungsschwierigkeiten wichtig?
Depressive Symptome werden oft fälschlicherweise als Trotz oder Unwillen interpretiert, weshalb eine fachkundige Diagnose essenziell ist, um das Kind nicht weiter zu isolieren.
Welche Bedeutung kommt der Spieltherapie zu?
Die Spieltherapie ermöglicht es Kindern, komplexe Gefühle und Konflikte symbolisch auszudrücken, die sie sprachlich noch nicht erfassen können.
- Quote paper
- Solmaz Saligheh (Author), 2017, Depression bei Kinder und Jugendlichen. Auswirkungen auf das soziale Umfeld und Therapiemöglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/513004