In dieser Arbeit wird die Frage, inwieweit Fahrerassistenzsysteme für ältere Menschen eine sichere Teilnahme am Verkehr ermöglichen, untersucht.
Fahrerassistenzsysteme sollen den Fahrer entlasten und mehr Sicherheit auf den Straßen gewährleisten. Daher empfiehlt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat älteren Menschen ab 65 den Gebrauch von Fahrerassistenzsystemen, besonders den Notbrems-, den Spurwechsel-, den Nachtsicht- und den Parkassistenten. Allerdings wurde noch nicht umfassend untersucht, in welchem Rahmen diese Systeme tatsächlich zu einer sicheren Teilhabe älterer Menschen am Straßenverkehr beitragen. Exemplarisch soll diese Fragestellung unter Berücksichtigung von Forschungsergebnissen verwandter Fahrerassistenten anhand des Notbremsassistenten untersucht und Risikofaktoren herausgearbeitet werden.
Die interindividuellen Unterschiede zwischen den Kraftfahrern ab 65 sind sehr groß und daher stellt das Alter keinen guten Prädikator für die Stärken und Schwächen hinsichtlich der Fahrleistung dar. Somit ist es schwierig, pauschale Empfehlungen für Fahrerassistenzsysteme, die hilfreich für die gesamte Generation wären, auszusprechen. Es haben sich aber vier Systeme herausgebildet, die laut der Informationskampagne des deutschen Verkehrssicherheitsrates bester-beifahrer.de die Bedürfnisse und Schwächen eines großen Teils der älteren Autofahrer abdecken: der Notbrems-, der Spurwechsel-, der Nachtsicht- und der Parkassistent (Deutscher Verkehrssicherheitsrat, 2017).
Inhaltsverzeichnis
- 1. Ziel der Arbeit
- 2. Ältere Menschen und Fahrerassistenzsysteme
- 2.1 Ältere Menschen im Straßenverkehr
- 2.2 Fahrerassistenzsysteme für ältere Kraftfahrer
- 3. Sicherheitsrelevante Auswirkungen von Fahrerassistenzsystemen
- 3.1 Behavioural Adaptation
- 3.2 Mentale Modelle
- 4. Sicherheitsrelevante Auswirkungen für ältere Menschen durch die Benutzung von Fahrerassistenzsysteme am Beispiel des Notbremsassistenten
- 4.1 Übertragung von Ergebnissen aus der Forschung des ACC
- 4.2 Mögliche Gefahrenquellen bei der Nutzung des Notbremsassistenten
- 4.2.1 Unkenntnis der Limitierungen des Systems
- 4.2.2 Falsches Vertrauen in ein System
- 4.2.3 Behavioural Adaptation
- 5. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die Rolle von Fahrerassistenzsystemen für ältere Menschen im Straßenverkehr. Insbesondere wird die Frage untersucht, ob diese Systeme eine sichere Teilhabe am Verkehr ermöglichen. Der Fokus liegt dabei auf dem Notbremsassistenten, der exemplarisch für die potenziellen Risiken und Chancen dieser Technologien steht.
- Sicherheitsrelevante Auswirkungen von Fahrerassistenzsystemen
- Behavioural Adaptation und die Anpassung des Fahrverhaltens
- Mentale Modelle und die Interpretation von Systemfeedback
- Sichere Teilhabe älterer Menschen am Straßenverkehr
- Risikofaktoren bei der Nutzung von Fahrerassistenzsystemen
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 legt die Zielsetzung der Arbeit dar, die sich mit der Frage beschäftigt, ob Fahrerassistenzsysteme eine sichere Teilhabe älterer Menschen am Verkehr ermöglichen. Kapitel 2 beleuchtet den Kontext der Arbeit: Es werden die Herausforderungen für ältere Menschen im Straßenverkehr diskutiert und die Funktionsweise verschiedener Fahrerassistenzsysteme vorgestellt. Kapitel 3 widmet sich den sicherheitsrelevanten Auswirkungen von Fahrerassistenzsystemen im Allgemeinen und analysiert die Phänomene der Behavioral Adaptation und der Bildung mentaler Modelle. Schließlich fokussiert sich Kapitel 4 auf die spezifischen Auswirkungen des Notbremsassistenten für ältere Menschen. Es werden die Übertragbarkeit von Forschungsergebnissen aus anderen Bereichen, wie dem ACC, betrachtet und mögliche Gefahrenquellen bei der Nutzung des Notbremsassistenten untersucht.
Schlüsselwörter
Fahrerassistenzsysteme, Notbremsassistenten, ältere Menschen, Verkehrssicherheit, Behavioural Adaptation, Mentale Modelle, sichere Teilhabe, Risikofaktoren, ACC.
Häufig gestellte Fragen
Welche Fahrerassistenzsysteme werden für Senioren empfohlen?
Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat empfiehlt besonders Notbrems-, Spurwechsel-, Nachtsicht- und Parkassistenten für Menschen ab 65.
Was versteht man unter "Behavioural Adaptation"?
Es beschreibt die Anpassung des Fahrverhaltens an die Technik, etwa wenn Fahrer durch das Vertrauen in Assistenten unaufmerksamer werden oder höhere Risiken eingehen.
Warum ist das Alter allein kein guter Prädiktor für die Fahrleistung?
Die interindividuellen Unterschiede zwischen 65-Jährigen sind sehr groß; Stärken und Schwächen hängen mehr vom individuellen Gesundheitszustand als von der Jahreszahl ab.
Welche Gefahren birgt der Notbremsassistent?
Gefahrenquellen sind die Unkenntnis der Systemlimitierungen, falsches Vertrauen in die Automatik und eine daraus resultierende verringerte Bremsbereitschaft des Fahrers.
Was sind "Mentale Modelle" beim Autofahren?
Es sind die Vorstellungen, die sich Fahrer von der Funktionsweise der Technik machen; falsche Modelle können zu Fehlbedienungen oder gefährlichen Situationen führen.
Können Assistenten die sichere Teilhabe am Verkehr garantieren?
Sie können entlasten und Sicherheit erhöhen, jedoch müssen Risikofaktoren wie die Überforderung durch Systemfeedback oder falsche Erwartungshaltungen berücksichtigt werden.
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- Stefanie Linde (Author), 2017, Stellen Fahrerassistenzsysteme für ältere Menschen eine Möglichkeit zur sicheren Teilhabe am Verkehr dar?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/512962