Unsicherheit kann im Kunstunterricht beim Betrachten von Werken Monets, Van Goghs, Klees oder Dürers entstehen, wie sich in einem Kunstseminar der Carl von Ossietzky Uni Oldenburg "Beschreiben und Besprechen von Kunst" in einzelnen Sitzungen bemerkbar zeigte. Das Seminar hielt pro Sitzung jeweils ein Referat, welches nach dem Analysesystem von Erwin Panofsky aufgebaut werden sollte.
Panofsky, welcher als einer der bedeutendsten Kunsthistoriker des zwanzigsten Jahrhunderts gilt und dessen Schema heute noch im Kunstunterricht verwendet wird, stellt hohen Anspruch an den Betrachter des Mediums. Ob den Referenten und Referentinnen des Kunstseminares ein Unterricht nach Panofskys 3-Stufen-Modell gelungen ist, soll anhand der Sitzung, dessen Gegenstand die Bilderserie "L' Árlésienne" von Vincent van Gogh und der literarische Text von Robert Walser "Das Van Gogh Bild" ist, in dieser Ausarbeitung reflektiert werden.
Als erstes wird das Drei-Stufen-Modell nach Panofsky kurz vorgestellt, die Seminarsitzung des Kunstinstitutes beschrieben und der Versuch erprobt, diese anschließend mithilfe des Drei-Stufen-Modells zu reflektieren. Am Ende wird beides kritisch beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
Ikonographie und Ikonologie
Ikonographie und Ikonologie nach Panofsky
Das 3-Stufen-Modell
Wie erreicht Panofskys Stufenmodell Korrektheit?
Sitzung am 18.06.2019: Vincent Van Gogh: „L´Árlésienne”, ca. 1888 und 1890 und literarischer Text von Robert Walser: „Das Van Gogh Bild”
Einstieg
Gruppenarbeit Input 1
Gruppenarbeit Input 2
Brief von Vincent van Gogh
Powerpoint-Präsentation
Die Fassungen von L´Árlésienne und der literarische Textauszug von Robert Walser
Soziale Bekanntschaften von Van Gogh
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit reflektiert eine Seminarsitzung, in der die Bilderserie „L'Arlésienne“ von Vincent van Gogh unter Anwendung des 3-Stufen-Modells von Erwin Panofsky analysiert wurde. Ziel ist es, die Eignung dieses kunsthistorischen Modells für den praktischen Kunstunterricht kritisch zu hinterfragen und die methodischen Herausforderungen bei der Interpretation von Kunstwerken aufzuzeigen.
- Erwin Panofskys 3-Stufen-Modell (Ikonographie und Ikonologie)
- Methodische Anwendung des Modells im kunstpädagogischen Kontext
- Vergleich zwischen theoretischer Analyse und praktischer Seminarsituation
- Die Bedeutung von Kontext und Dokumenten (z. B. Briefe von van Gogh)
- Analyse der Rezeptionsgeschichte am Beispiel literarischer Texte von Robert Walser
Auszug aus dem Buch
Ikonographie und Ikonologie nach Panofsky
Um das 3-Stufen-Modell von Panofsky verstehen zu können, werden als erstes die Begriffe Ikonographie und Ikonologie, nach der Definition von Panofsky, erklärt.
Ikonographie nach Panofsky, ist rein deskriptiv und eine begrenzte Disziplin, die eine Hilfe für das Erforschen über Datierung und Herkunftsort eines Kunstwerkes sei und damit das Kunstwerk beschreibe und klassifiziere. Die Ikonographie sammelt und klassifiziert Material zum Erfassen des eigentlichen Gehalts eines Kunstwerkes, jedoch nicht durch eine externe Quelle, sondern allein durch das Kunstwerk selbst. Panofsky stellt die Ikonographie als eine Beschreibung von Sujet und Form eines Kunstwerkes dar, dies wird im späteren Verlauf der Reflexion noch einmal aufgegriffen. Der eigentliche Gehalt bezeichnet die korrekte Interpretation eines Kunstwerkes, welchen es zu analysieren gilt.
„[Ich] schlage […] vor, das gute alte Wort 'Ikonologie' überall dort wiederaufleben zu lassen, wo Ikonographie aus ihrer Isolierung geholt und mit anderen Methoden – der historischen, der psychologischen, der kritischen, welcher auch immer – vereinigt wird.“
Zusammenfassung der Kapitel
Ikonographie und Ikonologie: Dieses Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen des 3-Stufen-Modells nach Erwin Panofsky ein und erläutert die Mechanismen zur Erreichung analytischer Korrektheit.
Sitzung am 18.06.2019: Vincent Van Gogh: „L´Árlésienne”, ca. 1888 und 1890 und literarischer Text von Robert Walser: „Das Van Gogh Bild”: Hier wird die praktische Umsetzung des Modells im Seminar reflektiert, wobei Gruppenarbeiten, Briefe und Präsentationen kritisch mit der Theorie abgeglichen werden.
Fazit: Das Fazit stellt fest, dass eine strikte Trennung von Sujet und Form in der Praxis kaum möglich ist und betont, dass jede Analyse eines Kunstwerks immer auch Teil der Rezeptionsgeschichte bleibt.
Schlüsselwörter
Ikonographie, Ikonologie, Erwin Panofsky, 3-Stufen-Modell, Vincent van Gogh, L'Arlésienne, Robert Walser, Kunstvermittlung, Bildanalyse, Kunstunterricht, Methodik, Rezeptionsgeschichte, Kunsthistorik, Kulturwissenschaften, Interpretation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit reflektiert eine Seminarsitzung der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, in der die Bilderserie „L'Arlésienne“ von Vincent van Gogh analysiert wurde.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die Themen umfassen die kunsthistorische Theorie von Panofsky, die methodische Analyse im Seminar sowie die Bedeutung von Begleitdokumenten wie Briefen und literarischen Texten für die Bildinterpretation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist die kritische Reflexion darüber, ob Werke von van Gogh mithilfe des 3-Stufen-Modells von Panofsky im Kunstunterricht erfolgreich interpretiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die theoretische Anwendung und kritische Reflexion des 3-Stufen-Modells (Ikonographie und Ikonologie) von Erwin Panofsky.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des theoretischen Modells, die Beschreibung der Seminarsitzung inklusive Gruppenarbeiten und die Analyse von Briefen van Goghs sowie Texten von Robert Walser.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Ikonographie, Ikonologie, 3-Stufen-Modell, Bildanalyse, Kunstvermittlung und Rezeptionsgeschichte.
Wie bewertet die Autorin die Anwendbarkeit des Modells auf die Bilderserie „L'Arlésienne“?
Die Autorin stellt fest, dass die strikte Trennung von Sujet und Form, wie Panofsky sie vorschlägt, in der Praxis oft schwierig ist, da Form und Inhalt untrennbar miteinander verschmelzen.
Welche Rolle spielen die Texte von Robert Walser in der Analyse?
Walsers literarischer Text dient als poetisches Dokument und ikonologische Quelle, um die subjektive Weltansicht und die Interpretation des Kunstwerks durch einen Dritten zu beleuchten.
Warum wird die Anwendung des Modells im 90-minütigen Seminar als schwierig eingestuft?
Der Zeitrahmen ist zu kurz, um eine fundierte ikonologische Analyse durchzuführen, da diese tiefgreifende Recherchen zur Sozialgeschichte und Rezeptionsgeschichte erfordern würde.
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- Lara Bösking (Author), 2019, Interpretation von Werken Vincent van Goghs mithilfe des 3-Stufen-Modells von Erwin Panofsky, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/512399