Das Ziel dieser Arbeit ist eine Betrachtung der Entstehung, Entwicklung und Analyse der sich seit den 90er Jahren stetig weiterentwickelten Theorie der Total Cost of Ownership (TCO). Obwohl der Ursprung in der grundsätzlichen Produktbeschaffung liegt, findet das Konzept besonders in der Informationsverarbeitung großen Anklang. Sie legt in der heutigen Zeit den Grundstein für die Produktivität von Unternehmen und entscheidet über eine erfolgreiche oder nicht erfolgreiche Entwicklung. Dabei ist die Informationstechnologie (IT) selbst einer rasanten Weiterentwicklung ausgesetzt sowie die Anforderungen zum Ausbau der unternehmensspezifischen IT-Infrastruktur in betriebswirtschaftlicher Hinsicht auch.
Bei der Beschaffung eines Produktes stehen zu Beginn immer die Anschaffungskosten, die einmalig auftreten und bei der Auswahl keine große Herausforderung darstellen. Die eigentliche Kaufentscheidung lässt sich jedoch nicht nur auf den einmaligen Anschaffungspreis reduzieren, da im Laufe der Nutzung bzw. des Betriebs dieses Produktes weitere Kosten entstehen, welche es zusätzlich bei der Anschaffung zu beachten gilt. Hierbei spielen Nutzungsintensität und daraus resultierende Folgekosten eine entscheidende Rolle. Für eine solche ganzheitliche Kostenbetrachtung ist im Supply Chain Management ein Instrument nötig, dass die notwendige Kostentransparenz schafft und das Produkt als eine Investition mit weitreichenden Folgekosten versteht, analysiert und ein fundiertes Ergebnis zur finalen Kaufentscheidung liefert. Hier setzt das Konzept der TCO an.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangspunkt
1.2 Ziel dieser Arbeit
2 Theoretischer Ansatz
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Entstehung und Entwicklung
2.3 TCO-Modelle
2.3.1 Grundstruktur
2.3.2 Gartner-Group
2.3.3 Forrester Research
2.3.4 META Group
2.3.5 Positive Aspekte
2.3.6 Negative Aspekte
3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Analyse und Entwicklung des Total Cost of Ownership (TCO) Konzepts mit besonderem Fokus auf den IT-Bereich. Ziel ist es, die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Kostenbetrachtung bei IT-Investitionen aufzuzeigen und die verschiedenen, existierenden TCO-Modelle sowie deren Vor- und Nachteile kritisch zu beleuchten.
- Grundlagen und Definition der Total Cost of Ownership
- Historische Entwicklung des TCO-Ansatzes
- Detaillierte Analyse verschiedener TCO-Modelle (Gartner, Forrester, META Group)
- Gegenüberstellung von direkten und indirekten IT-Kosten
- Kritische Bewertung der Anwendbarkeit und methodischen Grenzen von TCO-Modellen
Auszug aus dem Buch
2.3.2 Gartner-Group
Das TCO-Modell von Gartner stellt im Kern eine Unterscheidung zwischen direkten und indirekten Kosten dar.
Direkte Kosten werden nach Gartner in Kapitalkosten und Kosten für Administration und Support unterteilt. Unter Kapitalkosten fällt alles was in Verbindung mit der Anschaffung von Hard- und Software steht, wie Client-Rechner, Server, Peripheriegeräte, Netzwerkgeräte, Betriebssysteme und Anwendungen. Über Abschreibungen, Leasinggebühren, Kosten für Upgrades, Ersatzteile und Betriebsstoffe wird der Wertverzehr durch die Hardware erfasst. Hinzu kommen Personalkosten, die in den Kategorien Administration und Operations angesiedelt sind. Im Bereich Operations werden Kosten, die für die Planung, Steuerung und Kontrolle der IT-Infrastruktur entstehen, angesiedelt und dem Planungs- und Prozessmanagement zugeordnet. Unter die Kostenkategorie des technischen Supports fallen die zur Aufrechterhaltung des Betriebs von IT-Infrastrukturen anfallenden Personalkosten. Zusätzlich erfolgt eine Personalkostentrennung zwischen internen und externen Leistungen. Kosten im Bereich der Administration sind Personalkosten für Unterstützungsprozesse wie Kosten für Verwaltung- und Finanzaufgaben oder Schulungskosten für Mitarbeiter aus DV-Abteilungen und Endanwendern.
Bei den indirekten Kosten findet eine Unterteilung in End-User Operations und Downtime statt, die Produktivitätsverluste bei der Nutzung der IT-Infrastruktur erfassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Ausgangslage, warum reine Anschaffungskosten bei Produktbeschaffungen nicht ausreichen, und definiert die Zielsetzung der Arbeit bezüglich der TCO-Thematik.
2 Theoretischer Ansatz: Hier erfolgt die grundlegende Begriffsdefinition von TCO, die Darstellung der historischen Entwicklung des Konzepts sowie die detaillierte Beschreibung und kritische Analyse verschiedener TCO-Modelle im IT-Kontext.
3 Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung von TCO als Controllinginstrument zusammen, weist jedoch auf die methodischen Schwächen hin und betont, dass für einen erfolgreichen Einsatz ein pragmatischer Ansatz notwendig ist.
Schlüsselwörter
Total Cost of Ownership, TCO, IT-Infrastruktur, Beschaffungsmanagement, Kostentransparenz, Lebenszykluskosten, Gartner-Group, Forrester Research, META Group, Direkte Kosten, Indirekte Kosten, IT-Controlling, Investitionsentscheidung, IT-Kosten, Produktivität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Konzept der Total Cost of Ownership (TCO) und dessen Anwendung zur ganzheitlichen Kostenbetrachtung bei IT-Investitionen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition von TCO, die historische Entwicklung, die Analyse bekannter TCO-Modelle (wie Gartner oder Forrester) sowie die Differenzierung zwischen direkten und indirekten IT-Kosten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Betrachtung der Entstehung, Entwicklung und Analyse der TCO-Thematik, insbesondere unter dem Aspekt, wie Unternehmen damit Kostentransparenz bei IT-Entscheidungen schaffen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich verschiedener existierender TCO-Modelle sowie deren kritischer Würdigung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen, die Historie von TCO, die Modellvarianten der Gartner Group, Forrester Research und der META Group sowie eine kritische Auseinandersetzung mit den Vor- und Nachteilen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind TCO, IT-Infrastruktur, Kostentransparenz, Lebenszykluskosten, IT-Controlling und direkte sowie indirekte IT-Kosten.
Was versteht man unter dem in der Arbeit erwähnten "Futzing Faktor"?
Der "Futzing Faktor" bezeichnet im Modell der Gartner Group indirekte Kosten, die durch anwenderbedingte Zeitverluste oder private Nutzung der IT-Ressourcen am Arbeitsplatz entstehen.
Warum wird das Modell der META Group als Real Cost of Ownership (RCO) bezeichnet?
Es wird so bezeichnet, um eine methodische Kritik an der Gartner-Methodik zu üben, da es den Fokus stärker auf quantifizierbare Kosten und faktisch vergleichbare Bestimmungsgrößen legt.
- Arbeit zitieren
- Leo Christmann (Autor:in), 2016, Bestandteile der Total Cost of Ownership (TCO), München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/509768