In dieser Studienarbeit wird die Systemische Arbeitsweise beschrieben und über deren Nutzen im Kinderschutz diskutiert. Die zielführende Frage dazu lautet: Welche Chancen bietet das frühzeitige systemische Arbeiten im Unterstützungssystem einer Familie, um eine Inobhutnahme des Kindes entweder abzuwenden oder ihren Verlauf im notwendigen Fall bestmöglich zu gestalten? Zu Beginn werden für das Thema relevante Begriffe und deren Kontext ausführlich erklärt. Vor diesem Hintergrund wird dann der Prozess der Inobhutnahme durch das Jugendamt, sowohl mit als auch ohne systemische Arbeitsweise, beschrieben.
Systemisches Arbeiten kann grob dargestellt in sieben verschiedene Ansätze unterteilt werden. Es gibt den strukturellen Ansatz, den entwicklungsorientierten Ansatz, den strategischen Ansatz und das Mailänder Modell. Hinzu kommt der lösungsorientierte Ansatz, mit welchem sich die vorliegende Arbeit näher befassen wird, sowie der narrative und sozialkonstruktionistische Ansatz und der systemisch-phänomenologische Ansatz.
Der lösungsorientierte Ansatz entwickelte sich aus dem Konstruktivismus heraus, wobei angenommen wird, dass es keine absolute Wahrheit gibt. Vielmehr geht man davon aus, dass jeder Mensch seine eigene Wahrheit habe und sich seine eigene Wirklichkeit durch Denken, Sprache und Handeln konstruiere.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmungen
2.1 Systemisches Arbeiten
2.2 Kinder- und Jugendhilfe
2.3 Kindeswohlgefährdung
2.3.1 Formen der Kindeswohlgefährdung
2.3.2 Folgen einer Kindeswohlgefährdung für das Kind
2.4 Kindliche Bedürfnisse nach Brazelton und Greenspan
3 Prozess der Inobhutnahme durch das Jugendamt
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Nutzen systemischer Arbeitsweisen im Kinderschutz und analysiert, inwiefern ein frühzeitiger systemischer Ansatz dazu beitragen kann, Inobhutnahmen abzuwenden oder deren Verlauf konstruktiv zu gestalten.
- Grundlagen des systemischen Arbeitens und lösungsorientierter Gesprächsführung
- Rechtliche Rahmenbedingungen und Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe
- Definition und Formen der Kindeswohlgefährdung
- Die Bedeutung kindlicher Bedürfnisse für eine gesunde Entwicklung
- Der formale und methodische Prozess der Inobhutnahme
Auszug aus dem Buch
Systemisches Arbeiten
Systemisches Arbeiten kann grob dargestellt in sieben verschiedene Ansätze unterteilt werden. Es gibt den strukturellen Ansatz, den entwicklungsorientierten Ansatz, den strategischen Ansatz und das Mailänder Modell. Hinzu kommt der lösungsorientierte Ansatz, mit welchem sich die vorliegende Arbeit näher befassen wird, sowie der narrative und sozialkonstruktionistische Ansatz und der systemisch-phänomenologische Ansatz. (Pfeifer-Schaupp, 2002, S. 19f.)
Der lösungsorientierte Ansatz entwickelte sich aus dem Konstruktivismus heraus, wobei angenommen wird, dass es keine absolute Wahrheit gibt. Vielmehr geht man davon aus, dass jeder Mensch seine eigene Wahrheit habe und sich seine eigene Wirklichkeit durch Denken, Sprache und Handeln konstruiere. Aus dieser Annahme hat sich ein Menschenbild entwickelt, das in der Arbeit mit Klienten oftmals hilfreich sein kann: Kein Mensch handelt aus Bosheit destruktiv. Jeder macht von sich aus gesehen das Bestmögliche, er handelt so, weil er im Moment nicht anders handeln kann, weil ihm nichts Besseres einfällt. Jedes Verhalten ist immer ein Lösungsversuch, manchmal mit negativen Auswirkungen. (Baeschlin & Baeschlin, 2001, S. 16)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung umreißt die Relevanz des systemischen Arbeitens im Kinderschutz und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Chancen dieses Ansatzes in Unterstützungssystemen von Familien.
2 Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Konzepte wie systemisches Arbeiten, die Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe, verschiedene Formen der Kindeswohlgefährdung sowie die grundlegenden Bedürfnisse von Kindern.
3 Prozess der Inobhutnahme durch das Jugendamt: Es wird der rechtliche und praktische Ablauf einer Inobhutnahme erläutert und diskutiert, wie systemische Methoden diesen Prozess unterstützen können.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass systemisches Arbeiten einen wertvollen Gewinn für Familien darstellt, da es eine ganzheitliche Perspektive ermöglicht und die Bedürfnisse aller Beteiligten in den Fokus rückt.
Schlüsselwörter
Kinderschutz, Systemisches Arbeiten, Inobhutnahme, Kindeswohlgefährdung, Lösungsorientierung, Jugendhilfe, SGB VIII, Beratung, Konstruktivismus, Kindliche Bedürfnisse, Prävention, Risikoabschätzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Anwendung systemischer Arbeitsweisen im Kontext des Kinderschutzes.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die systemische Beratung, die gesetzlichen Aufgaben der Jugendhilfe, Definitionen der Kindeswohlgefährdung und die Inobhutnahme durch das Jugendamt.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, welche Chancen ein frühzeitiges systemisches Arbeiten im Unterstützungssystem einer Familie bietet, um eine Inobhutnahme abzuwenden oder den Prozess bestmöglich zu gestalten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur und rechtlichen Grundlagen zur Systemik und Kinder- und Jugendhilfe.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Begriffsarbeit, die Analyse der Kindeswohlgefährdung sowie eine detaillierte Betrachtung des Prozesses der Inobhutnahme und der darin integrierbaren systemischen Methoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Kinderschutz, Systemisches Arbeiten, Inobhutnahme und Jugendhilfe charakterisieren.
Warum spielt das „Nichtwissen“ im lösungsorientierten Arbeiten eine Rolle?
Das Nichtwissen ermöglicht es dem Berater, eigene Werte zurückzustellen, damit der Klient als Experte für sein eigenes Leben fungieren kann.
Wie kann die „Wunderfrage“ in der Praxis eingesetzt werden?
Sie hilft dem Klienten, über die aktuelle Problemlage hinaus zu blicken, einen hypothetischen Lösungszustand zu konstruieren und die eigenen Ziele klarer zu definieren.
- Quote paper
- Maike Gillwaldt (Author), 2018, Systemisches Arbeiten. Welchen Nutzen hat es im Kinderschutz?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/508892