Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der räumlichen und thematischen Konzeption des Deutschen Historischen Museums in Berlin, sowie der künstlerischen Erweiterung durch das Schwule Museum*. Anschließend wird auf die Umstände eines Coming-Outs in der NS-Zeit und heute eingegangen.
Die Doppelausstellung "Homosexualität_en" des Schwulen Museums* und des Deutschen Historischen Museums in Berlin war vom 26.06.2015 bis zum 01.12.2015 zu besuchen und verteilt auf 1.600 Quadratmetern. Es handelt sich um eine von der Kulturstiftung des Bundes und der Kulturstiftung der Länder geförderten Initiative zur Repräsentation der 150-jährigen Geschichte, Politik und Kultur der Homosexualität des späten 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart und auch in Hinblick auf die zukünftigen Entwicklungen.
Aufgezeigt werden soziale, juristische sowie wissenschaftliche Aspekte einer schrittweisen Emanzipation der Geschlechterrolle Homosexueller. Unüblicherweise wird der Fokus nicht auf die Verbindung von Homosexualität mit schwulen Männern, sondern auf die Bedeutung lesbischer Frauen bei dem Fortschritt in den Punkten Gesellschaft, Politik, Kunst, Recht und Wissenschaften gesetzt. Als Widmung der Lesben- und Schwulenbewegung beschäftigt sich die Ausstellung besonders mit der Kriminalisierung durch die Gesetzgebung und der Ausgrenzung seitens der Gesellschaft.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Räumliche und thematische Konzeption des DHM
3. Künstlerische Erweiterung durch das Schwule Museum*
4. Coming-Out
4.1 Coming-Out: In der NS-Zeit
4.2 Coming-Out: Heute
5. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand der Doppelausstellung „Homosexualität_en“ in Berlin, inwiefern sich die Ängste eines Coming-Outs sowie die gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen für Homosexuelle im Laufe der Geschichte verändert haben.
- Historische und zeitgenössische Konzepte der Homosexualitäts-Repräsentation
- Der Wandel rechtlicher Rahmenbedingungen und Kriminalisierung
- Künstlerische und persönliche Auseinandersetzung mit der Identität
- Soziale Dimensionen und Herausforderungen des Coming-Outs
- Kontraste zwischen historischer Verfolgung und heutiger gesellschaftlicher Akzeptanz
Auszug aus dem Buch
Coming-Out: Heute
Heutzutage beruhen in Deutschland die Ängste eines Coming-Outs eher auf den sozialen und nicht mehr auf den rechtlichen Aspekten. Homosexualität gilt seit 1994 offiziell nicht mehr als Straftat und etabliert sich schrittweise in der Gesellschaft. Statt vor Verfolgung durch die Gesetzesvertreter, wird bei einem Outing nun an erster Stelle die Verachtung und das der Familie gefürchtet. Während ein Outing derzeit meist lediglich zu Diskussionen und Streitigkeiten innerhalb dieser führt, war vor Jahrzehnten Verstoßung und Kontaktabbruch seitens der Verwandtschaft nicht unüblich und tritt in Einzelfällen auch heute noch auf. Speziell das Verhältnis zwischen Vater und Sohn scheint in dieser Situation häufig unter eine Zerreißprobe gestellt.
In der Pubertät sind außerdem auch Beleidigungen der Mitmenschen belastend und führen häufig zu Depressionen, Essstörungen, selbstverletzendem Verhalten und Suizidgedanken. Im Durchschnitt wird beinahe jeder dritte Suizidversuch von lesbischen und schwulen Jugendlichen unternommen. Des Weiteren führt die Entwicklung sozialer Netzwerke dazu, dass Cybermobbing sich immer weiterverbreitet, da es dem Täter online möglich ist sich hinter der Anonymität zu verstecken und somit Abwehr oder Gegenangriffe nicht möglich macht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert den Hintergrund der Doppelausstellung „Homosexualität_en“ und stellt das zentrale Ziel der Untersuchung vor.
2. Räumliche und thematische Konzeption des DHM: Das Kapitel beschreibt die verschiedenen Ausstellungsbereiche des Deutschen Historischen Museums und deren Fokus auf die Geschichte der Homosexualität.
3. Künstlerische Erweiterung durch das Schwule Museum*: Hier werden die komplementären Ausstellungsansätze des Schwulen Museums* und deren Fokus auf zeitgenössische Positionen analysiert.
4. Coming-Out: Dieses Kapitel untersucht die historische Entwicklung und die gegenwärtigen sozialen Herausforderungen eines Coming-Outs.
5. Schluss: Der abschließende Teil bewertet den Erfolg der Ausstellung und zieht ein Fazit zur Fragestellung der Arbeit.
Schlüsselwörter
Homosexualität, Ausstellung, Coming-Out, NS-Zeit, Emanzipation, Geschlechterrolle, Kriminalisierung, Schwules Museum, Deutsches Historisches Museum, Identität, Soziale Netzwerke, Cybermobbing, Menschenrechte, Homophobie, Diskriminierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Doppelausstellung „Homosexualität_en“ in Berlin und nutzt diese als Ausgangspunkt, um die historischen und sozialen Veränderungen im Umgang mit Homosexualität zu beleuchten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die rechtliche Geschichte der Homosexualität, die gesellschaftliche Wahrnehmung, die Bedeutung von Coming-Out-Prozessen sowie die künstlerische Auseinandersetzung mit Identität.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis der Ausstellung zu beantworten, wie sich die Ängste eines Coming-Outs im Laufe der Zeit in Bezug auf rechtliche und soziale Faktoren gewandelt haben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse des Ausstellungskonzepts, die Auswertung begleitender Literatur sowie eine Untersuchung rechtlicher und sozialer Quellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der musealen Konzeption, die Differenzierung zwischen historischen Perioden und der heutigen Situation sowie eine vertiefende Betrachtung des Coming-Out-Begriffs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Identität, Emanzipation, Kriminalisierung, Diskriminierung und das historische Spannungsfeld zwischen Verfolgung und Akzeptanz charakterisiert.
Warum wurde die Ausstellung bewusst nicht chronologisch ausgerichtet?
Die Ausstellung verzichtet auf eine chronologische Struktur, um Kausalitäten und Verbindungen zu vermeiden, die nicht der historischen Wahrheit entsprechen oder die Komplexität der Themen vereinfachen könnten.
Was bedeutet der Begriff „Corrective rape“ in diesem Kontext?
„Corrective rape“ bezeichnet einen Euphemismus für die Vergewaltigung lesbischer Frauen mit der Intention, deren sexuelle Orientierung gewaltsam ändern zu wollen, ein Thema, das in der Ausstellung im Bereich „Schimpf und Schande“ thematisiert wird.
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- Anonym (Author), 2016, Das private Politische der "Homosexualität_en" Ausstellung in Berlin, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/508239