In dieser Arbeit hat der Autor im Rahmen mehrerer Interviews untersucht, welche Rolle Hörspiele im Alltag von Kindern einnehmen. Drei zu bewertende Hörspiel-Hörproben sollen darüber Aufschluss geben, nach welchen Kriterien die Kinder Hörspiele beurteilen und ob es bevorzugte Genres gibt.
Zunächst wird erläutert welche Rolle auditive Medien im Alltag von Kindern einnehmen. Anschließend werden rechtliche Grundlagen und somit der vom Bildungsplan geschaffene Rahmen für die Hörspielarbeit im Grundschulunterricht genauer betrachtet. Den Kern der Arbeit bilden die vielfältigen Potentiale und Herausforderungen der Hörspielarbeit. Hierbei richtet der Autor ein besonderes Augenmerk auf die Schulung des aktiven Zuhörens und die Medienbildung. Mit Blick auf die PISA-Ergebnisse stellt sich die Frage, inwiefern sich die Arbeit mit Hörspielen positiv auf die Lesekompetenz und Lesemotivation der Schüler auswirkt. Schließlich ist das Lesen nach wie vor eine wichtige Schlüsselqualifikation in unserer Gesellschaft, die es zu fördern gilt.
Kinder nehmen die Welt ganzheitlich wahr. Darum wird heute zunehmend ein verknüpfendes Denken und Handeln gefordert. Es gilt daher Lernsituationen zu schaffen, die diesem ganzheitlichen Lernen gerecht werden. Hörspiele bieten eine gute Möglichkeit, diesen komplexen Anforderungen gerecht zu werden. Das aktive Zuhören und die bewusste Wahrnehmung der Umwelt kann durch die Hörspielarbeit gelernt werden und ist eine essentiell wichtige Kompetenz, um an der Gesellschaft aktiv teilnehmen zu können. Schließlich ist das Hören ein wichtiger Prozess der Wahrnehmung und beeinflusst einen Großteil unserer Kommunikation
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Auditive Medien im Alltag von Kindern
3. Rechtliche Grundlagen
4. Auditive Wahrnehmung und Verarbeitung
5. Kritische Betrachtung der Hörspielarbeit
5.1 Potentiale der Hörspielarbeit
5.2 Risiken der Hörspielarbeit
6. Medienbildung in der Grundschule
7. Auswertung der Interviews
8. Zusammenfassung und Ausblick
9. Literaturverzeichnis
9.1 Buchquellen
9.2 Internetquellen
11. Anhang
11.1 Interview Fragebogen
11.2 Interview Antworten der Kinder
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potential von Hörspielen als pädagogisches Werkzeug im Grundschulunterricht, um sowohl auditive Kompetenzen als auch die allgemeine Medienbildung zu fördern und die Lesemotivation zu steigern.
- Analyse der Rolle auditiver Medien im kindlichen Alltag
- Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen und Kompetenzbereiche
- Untersuchung der Potentiale und Risiken der Hörspielarbeit
- Empirische Auswertung von Schülerinterviews zur Hörspielnutzung
- Didaktische Einordnung von Hörspielprojekten in der Grundschule
Auszug aus dem Buch
4. Auditive Wahrnehmung und Verarbeitung
Frei nach dem Motto „Die Welt mit den Ohren gesehen“, in Anlehnung an das Gedicht von Federico García Lorca („Paysage visto por el nariz“), nimmt der Mensch die Welt noch bevor er sie sehen kann, über das Gehör wahr. Die Sinne erschließen uns die Welt, durch sie begreifen wir unsere Umgebung. Bis zum Schuleintritt ist die Sprache der Kinder ausschließlich mündlich. 70 bis 80 Prozent des Unterrichts in der Schule basieren auf dem Sprechen und Zuhören (Wellmann 2006, S. 319), wobei dem Zuhören meist noch eine größere Rolle zukommt als dem Sprechen (Bergmann 2000, S. 73). Es gilt also, den Kindern ein größeres Spektrum des Wahrnehmens und Zuhörens zu eröffnen (Bergmann 2000, S. 14).
Die Schulung des Zuhörens ist in einer zunehmend vom Auge dominierten Welt besonders wichtig (Oestreich 2006, S. 38). Die Fähigkeit zur bewussten, zielgerichteten akustischen Wahrnehmung kann von den Grundschullehrern nicht vorausgesetzt werden (vgl. Pöttinger 1997, S. 119). Wahrnehmung bedeutet, das Innere für das Äußere zu öffnen und sich so ganzheitlich ein Bild der Umgebung zu erschließen. „Nicht das Auge sieht, sondern der Mensch sieht, [und] nicht das Ohr hört, [sondern] der Mensch hört.“ (vgl. Kükelhaus 1978, S. 7,9). Die Wahrnehmung ist ein lebenslanger Entwicklungsprozess zunehmender Differenzierung (Bergmann 2000, S. 100). Die Schüler müssen zuerst für akustische Reize sensibilisiert werden und lernen, ihren Sinnen und ihrer eigenen Wahrnehmung vertrauen zu können. Die Zuhörkompetenz bedarf daher einer bewussten Pflege, die sich nicht auf ein bestimmtes Schuljahr begrenzen lässt, sondern kontinuierlich Berücksichtigung finden sollte (vgl. Neubauer 1989, S. 65). Es gilt, die Schüler Schritt für Schritt an eine wachere, aufmerksamere und bewusstere Wahrnehmung heranzuführen. Ohne gekonntes Zuhören ist eine aktive Teilnahme am kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Diskurs nicht möglich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der auditiven Wahrnehmung und die Bedeutung von Hörspielen zur Förderung ganzheitlichen Lernens in der Grundschule.
2. Auditive Medien im Alltag von Kindern: Untersuchung der Mediennutzungsgewohnheiten von Grundschulkindern und der Relevanz von Hörmedien in ihrem Alltag.
3. Rechtliche Grundlagen: Erläuterung der bildungspolitischen Vorgaben und des Bildungsplans 2016 in Bezug auf sprachliche und mediale Kompetenzen.
4. Auditive Wahrnehmung und Verarbeitung: Darstellung der Bedeutung des aktiven Zuhörens als grundlegende Kulturtechnik und deren Entwicklungsprozess.
5. Kritische Betrachtung der Hörspielarbeit: Analyse der methodischen Potentiale und der möglichen Risiken bei der Integration von Hörspielprojekten in den Unterricht.
6. Medienbildung in der Grundschule: Einordnung der aktiven Medienarbeit als essenzieller Bestandteil einer zeitgemäßen Grundschulbildung zur Förderung der Medienkompetenz.
7. Auswertung der Interviews: Präsentation und Interpretation der Befragungsergebnisse von Grundschülern bezüglich ihrer Hörspielpräferenzen und Kriterien.
8. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der Arbeit sowie Empfehlungen für die zukünftige Gestaltung von Hörspielprojekten in der schulischen Praxis.
Schlüsselwörter
Hörspiel, Grundschule, Auditive Wahrnehmung, Medienkompetenz, Zuhörkompetenz, Handlungsorientierung, Sprachförderung, Lesemotivation, Medienbildung, Produktive Medienarbeit, Unterricht, Kindermedien, Hörverstehen, Kommunikation, Didaktik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem pädagogischen Einsatz von Hörspielen in der Grundschule, um die auditive Wahrnehmungsfähigkeit sowie die allgemeine Medienkompetenz der Schüler gezielt zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die auditive Wahrnehmungspsychologie, die medienpädagogische Didaktik in der Grundschule, die Analyse von Hörgewohnheiten bei Kindern sowie die praktische Umsetzung von Hörspielprojekten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Mehrwert von Hörspielen für den Lernprozess aufzuzeigen und zu klären, inwiefern diese die Lesekompetenz, Sprachfähigkeit und Motivation von Grundschulkindern positiv beeinflussen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse zu didaktischen und wahrnehmungspsychologischen Grundlagen mit einer empirischen Erhebung in Form von Interviews mit einer Stichprobe von Grundschulkindern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Möglichkeiten und Grenzen der Hörspielarbeit, der Integration in den Bildungsplan sowie der Analyse der kindlichen Perspektive durch die Auswertung von Hörproben und Interviews.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Medienkompetenz, Hörspielarbeit, auditive Wahrnehmung, Lesemotivation und aktive Medienarbeit geprägt.
Welche Kriterien nutzen Kinder laut der Untersuchung für die Bewertung eines Hörspiels?
Die befragten Kinder bewerten Hörspiele vor allem nach den Kriterien Spannung, Unterhaltungswert, Identifikationspotential mit den Figuren, Sprachverständlichkeit und dem Einsatz von akustischen Elementen.
Wie stehen Kinder der Idee gegenüber, im Unterricht selbst ein Hörspiel zu produzieren?
Die befragten Kinder zeigten ein durchweg hohes Interesse an der aktiven Produktion eigener Hörspiele, da dies ihre Kreativität anspricht und sie sich als handelnde Personen einbringen können.
- Arbeit zitieren
- Heike Fuhrmann (Autor:in), 2019, Aktives Zuhören. Produktiver Einsatz von Hörspielen in der Grundschule, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/507526