Der Begriff „Geldwäsche“ und dessen Wirtschaftsmodell reichen bis in die 30er Jahre. Dem deutschen Journalisten Ulli Kulke zufolge findet diese kriminelle Handlung ihren Ursprung in Amerika wieder, welches gegen Ende der 1920er-Jahre erstmalig von der Mafia angewendet wurde. Die Geldwäsche ist ein wichtiger Mittelpunkt der organisierten Machenschaften. Als Mittel zur Strafverfolgung und aufgrund der Verstärkung zur Beseitigung von Finanzkriminalität, wurde in Deutschland gegen Ende der 1980er Jahre entsprechend eine prägnante Ausarbeitung von Gesetzen gegen die Geldwäsche entworfen. Die Einführung des Geldwäschegesetzes befähigen das Zusammenspiel zwischen den Finanzbehörden und den Staatsanwaltschaften. Hierbei werden auf die Erneuerungen des Geldwäschegesetzes eingegangen, sowie auf den Aufbau und die steuerliche Praxis in der Beratung.
Inhaltsverzeichnis
2. Einleitung
3. Erneuerungen Geldwäschegesetzes
4. Aufbau des Geldwäschegesetzes
4.1 Begriffsbestimmungen und Verpflichtete
4.2 Risikomanagement
4.3 Sorgfaltspflichten in Bezug auf Kunden
4.4 Transparenzregister
4.5 Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen
4.6 Pflichten im Zusammenhang mit Meldungen von Sachverhalten
4.7 Aufsicht, Zusammenarbeit, Bußgeldvorschriften, Datenschutz
5. GWG in der steuerlichen und rechtlichen Beratungspraxis
6. Fazit
Zielsetzung und Themenfelder
Diese Seminararbeit untersucht die zentrale Rolle des Geldwäschegesetzes (GwG) und dessen Auswirkungen auf die professionelle Tätigkeit von Steuerberatern und Rechtsanwälten. Ziel ist es, die verschärften Compliance-Anforderungen und die daraus resultierenden Herausforderungen für beratende Kanzleien im Kontext der Geldwäscheprävention kritisch zu beleuchten.
- Entwicklung und Intention des Geldwäschegesetzes
- Struktur und Kerninhalte der aktuellen GwG-Regelungen
- Sorgfaltspflichten und Risikomanagement in der Beratungspraxis
- Spannungsfeld zwischen Verschwiegenheitspflicht und Meldepflicht
Auszug aus dem Buch
4.2 Risikomanagement
Im Abschnitt zwei beschreibt das Gesetz gezielt die Verpflichtungen vor der Abwicklung von Geschäften oder während dem Agieren mit dem Geschäftspartner. Nach Paragraph 4 Absatz 1 des Geldwäschegesetzes muss als Maßnahme zur Unterbindung von Geldwäsche und von Terrorismusfinanzierung ein effektives Risikomanagement eingeführt werden. Ebenso wird bei Überschreitung der 10.000 Euro Grenze bei Bargeldgeschäften, wie in Punkt 3 beschrieben, nach § 4 Absatz 4 Geldwäschegesetz das Risikomanagement für die Verpflichteten zwingend erforderlich. Das Thema Bargeld hat einen essentiellen Fokus bei der Geldwäschebekämpfung, da die Herkunft und die Spur von bares Geld meist schwierig zu identifizieren sind.
Die Risikoidentifizierungsmethode bestehend aus der Risikoanalyse, sowie interne Sicherungsmaßnahmen, benötigen die Genehmigung von einem Verantwortlichen, welches als Mitglied aus der Leitungsebene bevollmächtigt wird. Die Risikoanalyse nach § 5 Geldwäschegesetz sind nach Art und Umfang abhängig von dem möglichen Eintritt der Risiken und stehen in Folge dessen im Zusammenhang mit den Unternehmenstätigkeiten der wirtschaftlich Berechtigten. Gemäß § 5 Absatz 2 müssen bei der Durchführung der Analyse die Dokumentation, konstante Überprüfung und Aktualisierung sowie die Zurverfügungstellung von der gegenwärtigen Version der Risikoanalyse stets beachtet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
2. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den historischen Ursprung des Begriffs Geldwäsche und beschreibt die Mechanismen, mit denen kriminelle Organisationen illegale Gelder in den Wirtschaftskreislauf einschleusen.
3. Erneuerungen Geldwäschegesetzes: Der Abschnitt behandelt die legislative Entwicklung seit 2008, insbesondere die Einführung des Transparenzregisters durch die Novelle von 2017 zur Umsetzung EU-weiter Richtlinien.
4. Aufbau des Geldwäschegesetzes: Dieses Kernkapitel analysiert detailliert die gesetzlichen Pflichten, angefangen bei Begriffsdefinitionen und Risikomanagement bis hin zur Aufsicht und Datenschutz.
5. GWG in der steuerlichen und rechtlichen Beratungspraxis: Die Analyse konzentriert sich auf die spezifischen Herausforderungen für Steuerberater und Anwälte, die aufgrund ihrer Mandatsnähe eine besondere Verantwortung bei der Prävention tragen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Belastung für Kanzleien durch den zusätzlichen administrativen Mehraufwand zusammen und bewertet die Effektivität der staatlichen Bekämpfungsstrategien.
Schlüsselwörter
Geldwäschegesetz, GwG, Geldwäscheprävention, Transparenzregister, Risikomanagement, Compliance, Steuerberater, Rechtsanwälte, Terrorismusfinanzierung, Sorgfaltspflichten, Meldepflicht, Wirtschaftlich Berechtigter, Finanzkriminalität, Aufsichtsbehörden, Verschwiegenheitspflicht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung des Geldwäschegesetzes (GwG) und dessen Auswirkungen auf die berufliche Praxis von steuer- und rechtsberatenden Berufen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen umfassen das Risikomanagement, die Identifizierung wirtschaftlich Berechtigter, die Meldepflichten und das neue Transparenzregister.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, zu analysieren, wie die verschärften gesetzlichen Vorgaben zur Geldwäschebekämpfung die tägliche Arbeit von Beratern beeinflussen und welche Compliance-Herausforderungen dabei entstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche und praxisorientierte Analyse, die auf der Auswertung aktueller Gesetzestexte, einschlägiger Literatur und Fachaufsätze basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der Gesetzesstruktur, spezifische Sorgfalts- und Meldeaspekte sowie die Anwendung dieser Vorschriften in Kanzleien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Geldwäscheprävention, Compliance, Transparenzregister und Sorgfaltspflichten geprägt.
Welches Dilemma entsteht für Steuerberater durch das GwG?
Steuerberater befinden sich in einem Dilemma zwischen der gesetzlich geforderten Offenheit bzw. Meldepflicht und ihrer berufsrechtlichen Verschwiegenheitspflicht gegenüber Mandanten.
Inwieweit sind Kanzleien von den Anforderungen befreit?
Kanzleien mit einer geringen Anzahl an Berufsträgern können unter bestimmten Voraussetzungen von intensiven Dokumentationspflichten befreit werden, müssen jedoch dennoch eine Risikoanalyse durchführen.
- Arbeit zitieren
- Long Nguyen (Autor:in), 2018, Die Bedeutung des Geldwäschegesetzes (GWG) in der steuerlichen und rechtlichen Beratungspraxis, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/507382