Im Rahmen der Berufspraktischen Studien meines Studiengangs absolvierte ich ein Praktikum in der Jugendhilfe W. im Bereich der Mädchenarbeit. Hierzu war mein Einsatzort die Außenwohngruppe in F. Das Praktikum betrug 768 Stunden mit einer variablen wöchentlichen Stundenzahl.
Die Einrichtung ist mir seit einigen Jahren bekannt. Ich beendete dort 2011 mein Anerkennungsjahr zur staatlich anerkannten Erzieherin und bin seitdem Angestellte dieser Einrichtung. Zwischenzeitlich erhielt ich Einblicke in verschiedene Arbeitsbereiche der Einrichtung. So begann ich zunächst in der Mädchenwohngruppe, wechselte im Sommer 2012 aufgrund personeller Umstrukturierungen in die koedukative Intensivwohngruppe, bis ich schließlich im Februar 2014 zurück in mein vorheriges Team der Mädchenwohngruppe kehrte. Zwischenzeitlich habe ich in zwei weiteren Wohngruppen der Einrichtung Vertretungsdienste übernommen und konnte die Unterschiede der konzeptionellen Arbeit der verschiedenen Gruppen kennenlernen.
Während meiner Dienstzeit in der Vitos Jugendhilfe Wabern begann ich neben einigen Fortbildungen auch eine Weiterbildung im Bereich des DBT-A1. Diese Zusatzqualifizierung ermöglichte mir einen neuen professionellen Zugang zu Jugendlichen, die vorwiegend an einer Störung der emotionalen Bindung bzw. Persönlichkeit leiden. Ich beschloss das Praktikum in dieser Wohngruppe zu absolvieren, da die intensive Mädchenarbeit Weiterentwicklungen meines professionellen Handelns ermöglichte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kurzcharakteristik der Praktikumsstelle
2.1 Jugendhilfe W.
2.1.1 Wohngruppenstruktur
2.1.2 Aktueller Diskurs, Finanzierung und Rechtsgrundlagen
2.2 Einsatzort: Wohngruppe F
2.2.1 Leitidee und Kontext des Arbeitsauftrags
2.2.2 Angebotsstruktur und pädagogische Ziele
3. Das Praktikum – Berufspraktische Studien
3.1 Die Rolle der Praktikantin/Ausbildungsplan und Ausbildungsrealität
3.2 Praxisanleitung
3.3 Schlüsselsituation im Rahmen des Praktikums
3.3.1 Kontext
3.3.2 Situationsmerkmale bezüglich des Titels der Schlüsselsituation
3.3.3 Situationsmerkmale bezüglich der konkreten Schlüsselsituation
3.3.4 „reflection in action“ in den Handlungssequenzen
3.5 Ressourcen
3.5.1 Erklärungswissen
3.5.2 Interventionswissen
3.5.3 Erfahrungswissen
3.5.4 Organisation und Kontext
3.5.5 Fähigkeiten
3.5.6 Voraussetzungen
3.5.7 Wertewissen
3.6 Qualitätsstandards
3.7 Reflexion anhand der Qualitätsstandards
3.8 Handlungsalternativen
4. Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit dokumentiert und reflektiert eine Schlüsselsituation im Rahmen eines studienbegleitenden Praktikums in der Jugendhilfe, mit dem Ziel, das eigene professionelle Handeln durch die Anwendung theoretischer Konzepte wie der DBT-A (Dialektisch-Behaviorale Therapie für Adoleszente) zu evaluieren und weiterzuentwickeln.
- Reflexion des professionellen Handelns in einer Krisensituation
- Anwendung des Konzepts der Schlüsselsituation
- Einsatz klientenzentrierter Gesprächsführung und DBT-A-Methoden
- Analyse von Rahmenbedingungen und Ressourcen in der stationären Jugendhilfe
- Weiterentwicklung der professionellen Identität und Handlungskompetenz
Auszug aus dem Buch
3.3.4 „reflection in action“ in den Handlungssequenzen
Sequenzen
1. Aufsuchen der Klientin und Setting festlegen
2. Die PSA spricht W. auf die VA an
3. Entscheidungssituation
4. Entscheidung
5. Die PSA vermittelt die Aufnahme in die Kinder- und Jugendpsychiatrie
6. Abschluss und positiver Ausklang des Gesprächs
Erste Sequenz: Aufsuchen der Klientin und Setting festlegen
Die PSA sucht das W. bezüglich der am Vortag (im Dienst der Kollegin) stattgefundenen Autoaggression auf. Die PSA klopft an die Tür und wartet bis diese geöffnet wird. Die PSA fragt W. wann sie im Laufe des Tages Zeit habe, die Verhaltensanalyse (VA) zu besprechen. W. reagiert aufgebracht. Sie beginnt zu diskutieren und sagt, dass sie es dann jetzt sofort machen könne. Beide verlassen ihr Zimmer und gehen ins Erdgeschoss ins Büro, wo das Telefon ununterbrochen klingelt.
Emotional PSA: Leicht angespannt; unter Zeitdruck, da noch einige Termine anstehen, sie ist allein im Dienst; Betroffenheit, dass sich das Mädchen wieder in dieser Situation befindet; motiviert die VA zu besprechen und ihr neue Strategien aufzuzeigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin beschreibt den Kontext ihres Praktikums in der Jugendhilfe W. und ihre Motivation, die intensive Mädchenarbeit zur Weiterentwicklung ihres professionellen Handelns zu nutzen.
2. Kurzcharakteristik der Praktikumsstelle: Dieses Kapitel stellt die Jugendhilfe W. als Einrichtung für stationäre und ambulante Hilfen zur Erziehung vor und erläutert die Strukturen sowie rechtlichen Grundlagen der Wohngruppe F.
3. Das Praktikum – Berufspraktische Studien: Der Hauptteil fokussiert auf die Reflexion einer konkreten Krisensituation mit einer Klientin, wobei Ressourcen, Qualitätsstandards und theoretische Konzepte wie DBT-A zur Analyse und professionellen Einordnung herangezogen werden.
4. Resümee: Die Autorin reflektiert ihre persönlichen und professionellen Lernprozesse während des Praktikums und betont die Bedeutung der Arbeit mit Schlüsselsituationen für die eigene berufliche Identitätsentwicklung.
Schlüsselwörter
Jugendhilfe, Wohngruppe, Praktikum, Schlüsselsituation, Krisenintervention, DBT-A, Selbstgefährdung, professionelles Handeln, Reflexion, Gesprächsführung, Pädagogik, Fallanalyse, Sozialarbeit, Emotionsregulation, Mädchenarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Der Bericht dokumentiert ein studienbegleitendes Praktikum in der Jugendhilfe W., wobei der Schwerpunkt auf der Reflexion einer spezifischen, kritischen Situation mit einer betreuten Jugendlichen liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Krisenintervention bei selbstgefährdetem Verhalten, die Anwendung des DBT-A-Konzepts (Dialektisch-Behaviorale Therapie für Adoleszente) im Alltag sowie die Bedeutung professioneller Reflexion.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, durch die systematische Reflexion einer „Schlüsselsituation“ das eigene professionelle Handeln zu analysieren und theoretisch fundierte Handlungsalternativen für zukünftige Krisen zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt die Methode der Reflexion nach dem Konzept der „Schlüsselsituation“, ergänzt durch klientenzentrierte Gesprächsführung und theoretische Einordnungen psychosozialer Krisen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert eine spezifische Krisensituation, unterteilt in einzelne Handlungssequenzen, und reflektiert diese anhand von Erklärungswissen, Interventionswissen, Erfahrungswissen sowie festgelegten Qualitätsstandards.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Jugendhilfe, Krisenintervention, DBT-A, Reflexion und professionelles Handeln charakterisieren.
Wie beeinflusste die Personalsituation die Arbeit?
Die personelle Unterbesetzung erschwerte das professionelle Arbeiten, da oft nur eine Person im Dienst war, was die Einhaltung eines „geschützten Rahmens“ für sensible Gespräche und Kriseninterventionen maßgeblich beeinträchtigte.
Warum ist die Unterscheidung zwischen „Beschreiben“ und „Erklären“ für die Autorin wichtig?
Die Unterscheidung ist zentral, um intuitives pädagogisches Handeln bewusst zu machen, fachlich zu evaluieren und somit vom rein laienhaften Vorgehen abzugrenzen.
- Arbeit zitieren
- Diana Johanna Volkmer (Autor:in), 2016, Praktikum in einer Mädchenwohngruppe der Jugendhilfe, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/506513