Das Ziel dieser Arbeit ist es zu beschreiben, wie ungleich das erweiterte Nettovermögen in Deutschland verteilt ist. Dafür muss zunächst geklärt werden, wie das Nettovermögen bzw. das erweiterte Nettovermögen in Deutschland verteilt ist. Anschließend werden theoretische Überlegungen angestellt, wie die Vermögensungleichheit erklärt werden kann. Zum Schluss wird noch untersucht, wie die Zugehörigkeit zu einer Berufsgruppe die Position innerhalb der Verteilung des erweiterten Nettovermögens bestimmt.
Die Vermögensungleichheit wird in Deutschland viel diskutiert. Oftmals werden sogar Nor-men gesetzt, wie sie sein soll. Diese Soll-Vorstellungen werden oft im Wahlkampf propagiert. Um zu wissen, was Vermögensungleichheit wirklich bedeutet, muss man sich mit ihr intensiv auseinandersetzen. Diese Arbeit bildet hierfür einen deskriptiven Ansatz.
Inhaltsverzeichnis
1 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Deskriptive Elemente
2.1 Erläuterung wichtiger Begriffe
2.2 Vermögensverteilung in Deutschland
2.2.1 Verteilung des Nettovermögens
2.2.2 Verteilung und Zusammensetzung des erweiterten Nettovermögens
3 Theoretische Überlegungen
4 Empirische Elemente
4.1 Berechnung der Vermögenskoeffizienten einzelner Berufsgruppen
4.2 Auswertung der Vermögenskoeffizienten einzelner Berufsgruppen
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Ungleichheit des erweiterten Nettovermögens in Deutschland zu analysieren und zu beschreiben, wobei der Fokus insbesondere auf dem Einfluss der Zugehörigkeit zu verschiedenen Berufsgruppen sowie der Berücksichtigung von Renten- und Pensionsansprüchen liegt.
- Analyse der Nettovermögensverteilung in Deutschland
- Bedeutung von Renten- und Pensionsansprüchen für die Vermögenssituation
- Einfluss des Lebenszyklus und der beruflichen Qualifikation auf die Vermögensbildung
- Vergleichende Untersuchung verschiedener Berufsgruppen mittels Vermögenskoeffizienten
- Diskussion der Chancenungleichheit innerhalb der Vermögensverteilung
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Verteilung des Nettovermögens
Nach der SOEP-Studie hatten im Jahr 2012 die deutschen Bürger insgesamt ein Bruttovermögen in Höhe von 7,4 Billionen Euro. Davon entfiel der größte Teil auf den Grund- und Immobilienbesitz (5,1 Billionen Euro). Die Verbindlichkeiten der deutschen Privatleute beliefen sich auf 1,1 Billionen Euro, wobei die Hypothekarkredite eine Billion Euro ausmachten. Nach Abzug der Schulden ergibt sich so ein Nettovermögen in Höhe von 6,3 Billionen Euro. Somit besaß im Jahr 2012 jede Person ab 17 Jahre durchschnittlich 83.000 Euro. Der Median lag hierbei mit 16.663 Euro deutlich niedriger, was auf die ungleiche Verteilung zurückzuführen ist (vgl. Grabka & Westermeier, 2014, S. 153–156).
Die ungleichmäßige Verteilung des individuellen Nettovermögens ist mit Hilfe von Perzentilen in Abbildung 1 dargestellt. Hierbei fällt besonders der Unterschied zwischen vermögensarmen und –reichen Personen auf. Es ist ersichtlich, dass im Jahr 2012 das ärmste Prozent maximal -24.100 Euro besaß (vgl. Grabka & Westermeier, 2014, S. 156). Ein negatives Nettovermögen liegt dann vor, wenn die Schulden das Bruttovermögen übersteigen. Dies war 2012 bei etwa sieben Prozent der Personen über 17 Jahren der Fall. Dazu kommt, dass etwa jeder fünfte Erwachsene (20,2 Prozent) kein eigenes Vermögen besitzt. Auffällig ist dagegen auch die Vermögenskonzentration im oberen Bereich. So besitzen im Jahr 2012 die reichsten zehn Prozent in Deutschland mindestens 216.971 Euro, die reichsten fünf Prozent mindestens 323.180 Euro und das reichste Prozent sogar mindestens 817.279 Euro (vgl. Grabka & Westermeier, 2014, S. 153).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit: Einleitung in die Thematik der Vermögensungleichheit und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise sowie des Aufbaus der Arbeit.
2 Deskriptive Elemente: Klärung grundlegender Definitionen wie Netto- und erweitertes Nettovermögen sowie Darstellung der allgemeinen Vermögensverteilung in Deutschland auf individueller und Haushaltsebene.
3 Theoretische Überlegungen: Analyse theoretischer Faktoren, die die Vermögensbildung beeinflussen, wie Alter, berufliche Qualifikation, Rentensysteme und Erwerbsform.
4 Empirische Elemente: Empirische Untersuchung der Vermögenskoeffizienten verschiedener Berufsgruppen zur Identifikation von Chancenungleichheiten.
5 Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Kernergebnisse zur Bedeutung des Alterssicherungsvermögens und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Vermögensungleichheit, Erweitertes Nettovermögen, Rentenansprüche, Pensionsansprüche, Gini-Koeffizient, Berufsgruppen, Vermögensbildung, Lebenszyklushypothese, Alterssicherung, Chancenungleichheit, Bruttovermögen, Haushaltsebene, Vermögenskoeffizient, Sozialpolitik, Deutschland.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse der Vermögensungleichheit in Deutschland und untersucht dabei, wie sich die Einbeziehung von Renten- und Pensionsansprüchen auf das Gesamtvermögen der Haushalte auswirkt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die Verteilungsungleichheit, die Bedeutung des erweiterten Nettovermögens, den Einfluss der beruflichen Qualifikation auf das Vermögen sowie Unterschiede in der Alterssicherung zwischen verschiedenen Gruppen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu beschreiben, wie ungleich das erweiterte Nettovermögen verteilt ist und wie die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufsgruppe die Vermögensposition innerhalb dieser Verteilung bestimmt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen deskriptiven Ansatz und stützt sich auf empirische Daten (u.a. SOEP und PHF), wobei Vermögenskoeffizienten berechnet werden, um die relative Vermögenssituation verschiedener Berufsgruppen abzubilden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst Begriffe definiert, die Vermögensverteilung dargestellt, theoretische Erklärungsansätze für Vermögensbildung erörtert und schließlich die empirische Auswertung der Berufsgruppen vorgenommen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Vermögensungleichheit, erweitertes Nettovermögen, Gini-Koeffizient, Renten- und Pensionsansprüche sowie die Analyse von Berufsgruppen anhand von Vermögenskoeffizienten.
Warum ist das Renten- und Pensionsvermögen für die Untersuchung so relevant?
Da es für eine alternde Gesellschaft von großer Bedeutung ist und die Vermögensungleichheit bei Einbeziehung in die Betrachtung nachweislich verringert, da es über die Bevölkerung hinweg breiter verteilt ist als das reine Nettovermögen.
Welche Rolle spielt die berufliche Qualifikation für das Vermögen?
Eine höhere Qualifikation korreliert in der Regel mit einer besseren beruflichen Stellung, einem höheren Einkommen und somit einer stärkeren Vermögensbildung, wobei Beamte und Führungskräfte hier oft überdurchschnittlich abschneiden.
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- Jürgen Häusler (Author), 2018, Vermögensungleichheit in Deutschland unter Berücksichtigung des Renten- und Pensionsvermögens, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/505243