Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Insolvenzrecht in Deutschland. Neben den Grundzügen des Insolvenzrechts soll im Rahmen der betriebswirtschaftlichen Beurteilung die Arbeit abgerundet werden. Der Schwerpunkt der betriebswirtschaftlichen Beurteilung liegt in dieser Arbeit dabei hauptsächlich auf den Eröffnungsgründen des Insolvenzverfahrens.
Im zweiten Kapitel wird zunächst auf die Geschichte des Insolvenzrechts eingegangen, sowie die Verfahrensziele des Insolvenzverfahrens genauer erläutert. Im dritten Kapitel soll dann der typische Ablauf eines (Regel-)Insolvenzverfahrens dargestellt werden, wobei hier zwischen dem Eröffnungsverfahren, dem eröffneten Verfahren sowie der Beendigung des Verfahrens unterschieden wird. Im vorletzten Kapitel sollen als besondere Verfahren im Insolvenzrecht das Insolvenzplanverfahren sowie die Eigenverwaltung genauer betrachtet und kritisch beurteilt werden.
Zum Schluss erfolgt eine Schlussbetrachtung. Durch die vorliegende Arbeit soll vor allem auch deutlich gemacht werden, dass eine Insolvenz nicht immer gleich die Liquidation, sondern auch immer einen Neuanfang für das Unternehmen bedeuten kann. Das Verbraucherinsolvenzverfahren sowie die Restschuldbefreiung sind nicht Bestandteil dieser Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Die Insolvenzordnung und ihre Verfahrensziele
3. Ablauf des (Regel-) Insolvenzverfahrens
3.1 Das Eröffnungsverfahren
3.1.1 Voraussetzungen für die Eröffnung
3.1.2 Die vorläufigen Sicherungsmaßnahmen
3.1.3 Entscheidung über den Antrag
3.2 Das eröffnete Verfahren
3.2.1 Wirkungen der Eröffnung
3.2.2 Befriedigung der Gläubiger
3.3 Beendigung des Verfahrens
4. Besondere Verfahrensarten nach der Insolvenzordnung
4.1 Das Insolvenzplanverfahren
4.2 Die Eigenverwaltung
4.3 Kritische Würdigung
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das deutsche Insolvenzrecht mit dem Fokus auf die betriebswirtschaftliche Beurteilung. Das Hauptziel besteht darin aufzuzeigen, dass eine Insolvenz nicht zwingend die Liquidation bedeutet, sondern durch moderne Verfahrenswege einen unternehmerischen Neuanfang ermöglichen kann.
- Grundlagen und Verfahrensziele der Insolvenzordnung
- Ablauf des Regelinsolvenzverfahrens vom Eröffnungsantrag bis zur Beendigung
- Analyse der Eröffnungsgründe (Zahlungsunfähigkeit, drohende Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung)
- Besondere Verfahrensarten wie das Insolvenzplanverfahren und die Eigenverwaltung
- Kritische Würdigung der Sanierungschancen versus Risiken in der Insolvenzpraxis
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Die vorläufigen Sicherungsmaßnahmen
Das Gericht muss zum Schutz der Gläubiger schon vor Eröffnungsbeschluss bestimmte Maßnahmen einleiten, welche der Sicherstellung und insbesondere Erhaltung der Vermögensmasse dienen sollen. Eine der wichtigsten Sicherungsmaßnahmen im vorläufigen Insolvenzverfahren stellt die Bestellung des so genannten „vorläufigen Insolvenzverwalters“ dar.
Unterschieden wird hier noch zwischen einem „schwachen“ sowie einem „starken“ vorläufigen Insolvenzverwalter. Der „schwache“ vorläufige Insolvenzverwalter wird deshalb als ein solcher bezeichnet, weil er i. G. z starken vorläufigen Verwalter über keinerlei Vertretungsbefugnisse besitzt. Nach Fahlbusch hat dieser die Rolle eines „Beraters“. Die Verfügungsmacht des Schuldners bei Rechtsgeschäften ist hier jedoch nur mit Zustimmung des schwachen Verwalters wirksam. Wenn der Gerichtsgeber die Notwendigkeit eines „starken“ vorläufigen Verwalters sieht, geht die gesamte Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis des Schuldners auf diesen über.
Als weitere Sicherungsmaßnahme kann der Gesetzgeber dem Schuldner seine gesamte Verfügungsmacht entziehen. Betroffen sind alle Vermögensgegenstände bzw. das gesamte Vermögen des Schuldners, die der Schuldner seit seiner Antragstellung besitzt sowie neu erworbene Vermögensgegenstände. Damit nicht einzelne Gläubiger vor Eröffnung des Verfahrens die Möglichkeit ergreifen können, im Rahmen einer Zwangsvollstreckung an ihre Forderungen zu kommen, kann das Gericht außerdem ein Vollstreckungsverbot zu Gunsten der gemeinschaftlichen Gläubigerbefriedigung im Insolvenzverfahren verordnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung und die veränderte Rolle des Insolvenzrechts ein, das heute neben der Liquidation verstärkt auf Unternehmenssanierung setzt.
2. Die Insolvenzordnung und ihre Verfahrensziele: Dieses Kapitel erläutert die Ablösung der alten Konkursordnung durch die InsO und definiert das Hauptziel der gemeinschaftlichen Gläubigerbefriedigung.
3. Ablauf des (Regel-) Insolvenzverfahrens: Hier wird der Prozess vom Eröffnungsverfahren über die Wirkungen der Eröffnung bis hin zur Befriedigung der verschiedenen Gläubigergruppen detailliert beschrieben.
4. Besondere Verfahrensarten nach der Insolvenzordnung: Der Fokus liegt hier auf dem Insolvenzplanverfahren und der Eigenverwaltung als Instrumente zur aktiven Unternehmenssanierung sowie deren kritischer Würdigung.
5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass trotz der gesetzlichen Möglichkeiten zur Sanierung diese in der Praxis noch zu selten genutzt werden, da oft zu spät gehandelt wird.
Schlüsselwörter
Insolvenzrecht, Insolvenzordnung, Insolvenzverfahren, Regelinsolvenzverfahren, Eröffnungsgründe, Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung, Insolvenzplan, Eigenverwaltung, Sanierung, Liquidation, Gläubigerbefriedigung, Insolvenzmasse, Fortführungsprognose, Insolvenzverwalter
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Übersicht über das deutsche Insolvenzrecht, wobei der Schwerpunkt auf der betriebswirtschaftlichen Beurteilung der verschiedenen Verfahrensarten liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die gesetzlichen Grundlagen der Insolvenzordnung, die Eröffnungsgründe sowie die Abwicklungsprozesse im Regelinsolvenzverfahren und bei Sanierungsmodellen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es zu verdeutlichen, dass eine Insolvenz nicht zwangsläufig das Ende eines Unternehmens bedeutet, sondern aktiv zur Sanierung und zum Neuanfang genutzt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Untersuchung rechtlicher Rahmenbedingungen sowie betriebswirtschaftlicher Verfahrensstrukturen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in den typischen Ablauf des Regelinsolvenzverfahrens sowie eine Analyse von Spezialverfahren wie dem Insolvenzplanverfahren und der Eigenverwaltung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Insolvenzrecht, Sanierung, Gläubigerbefriedigung, Insolvenzplan, Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit.
Warum spielt der Zeitpunkt der Antragstellung eine so wichtige Rolle?
Ein frühzeitiger Antrag bei drohender Zahlungsunfähigkeit ist entscheidend, um noch eine positive Fortführungsprognose zu ermöglichen und die Sanierungschancen zu wahren.
Worin unterscheiden sich "schwache" und "starke" vorläufige Insolvenzverwalter?
Ein schwacher Verwalter agiert primär beratend und kontrollierend, während bei einem starken Verwalter die gesamte Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis des Schuldners auf ihn übergeht.
Was sind die Hauptkritikpunkte am aktuellen Insolvenzplanverfahren?
Kritisiert werden vor allem der hohe Zeitaufwand bei der Erstellung des Plans sowie das Risiko, dass die Sanierung scheitert und die Gläubiger am Ende schlechter gestellt sind als bei einer Liquidation.
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- Tugce Aslan (Author), 2017, Insolvenzrecht in Deutschland. Grundlagen und betriebswirtschaftliche Beurteilung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/505049