Im Hinblick auf die von sich als Muslime verstandenen Menschen ausgeübten Terroranschläge in Europa im 21. Jahrhundert versucht dieser Essay oberflächlich die Frage zu beantworten, ob der Islam als Weltreligion und Ideologie die Ausübung von Gewalt und Anschlägen legitimieren kann.
Dieser Aufsatz versucht die Kriegslehren des Islam darzustellen, blickt daraufhin auf einige Beispiele aus dem Kontext des Dschihadismus, insbesondere mit Blick auf den so genannten Islamischen Staat und versucht abschließend die Leitfrage „ Ist die Hetze berechtigt, hat der Islam eine Gewaltideologie, welche ein Attentat wie das in Berlin legitimiert?“ zu beantworten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analyse der Sicht des Islam auf Krieg und Gewalt
3. Beispiel der Radikalisierung: Der Islamische Staat
4. Reflexion über Islam, Terrorismus und westliche Wahrnehmung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Verhältnis des Islam zu Krieg und Gewalt, analysiert die ideologische Instrumentalisierung von Koranversen durch den sogenannten Islamischen Staat und hinterfragt kritisch die öffentliche Wahrnehmung des Islam als vermeintliche Gewaltideologie im Kontext terroristischer Anschläge.
- Kriegslehren im Islam und deren historische sowie theologische Einordnung
- Analyse der bellizistischen Tendenzen im Koran im Vergleich zu friedlichen Interpretationen
- Mechanismen der Radikalisierung durch den Islamischen Staat
- Kritik an der pauschalen Stigmatisierung von Muslimen im Westen
- Bedeutung von Aufklärung und Bildung zur Prävention von Vorurteilen
Auszug aus dem Buch
Die Sicht des Islam auf Krieg und Gewalt
Um in diesem nächsten Schritt des Essays auf die Sicht des Islam auf Krieg und Gewalt zu blicken, muss zunächst klar gesagt werden, dass der Islam sehr viele, mehr oder auch weniger, nach der westlichen Weltanschauung, aufgeklärte, Strömungen impliziert, welche sich in vielen Ritualen und Ansichten klar voneinander unterscheiden. Es ist trotz alledem möglich die Kriegslehren des Islam darzustellen. Der Islam ist, wie die anderen beiden abrahamitischen Weltreligionen, also das Christen- und Judentum auf einem Schriftzeugnis aufgebaut, in diesem Falle auf dem Koran.
Der Koran besteht aus 114 Suren und circa 6236 Versen. Ihm wird häufig eine bellizistische und gewaltlegitimierende Tendenz unterstellt. Jedoch ist der Koran keinesfalls auf seine, sich mit dem Krieg und der Gewalt befassenden Verse, wie beispielsweise 2,216 : „ Und kämpft gegen sie, bis niemand (mehr) versucht, (Gläubige zum Abfall vom Islam) zu verführen, und bis nur noch Gott verehrt wird! Wenn sie jedoch (mit ihrem gottlosen Treiben) aufhören (und sich bekehren), darf es keine Übertretung geben, es sei denn gegen Frevler“ oder 9,5: „Und wenn die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Heiden, wo (immer) ihr sie findet, umzingelt sie und lauert ihnen überall auf! Wenn sie sich aber bekehren, das Gebet verrichten und Almosensteuer geben, dann laßt sie ihres Weges ziehen! Gott ist barmherzig und bereit zu vergeben.“ zu beschränken. Der Koran beinhaltet vielmehr Aussagen über andere Dinge, wie beispielsweise das Paradies, die Einzigartigkeit Gottes, oder die Geschichte der Vorläufer von Mohammed.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Das Kapitel führt in die Thematik ein, indem es den Anschlag auf den Berliner Breitscheidplatz als Ausgangspunkt nimmt und die Forschungsfrage nach der Legitimität von Gewalt im Islam stellt.
2. Analyse der Sicht des Islam auf Krieg und Gewalt: Hier wird das theologische Fundament des Korans beleuchtet und dargelegt, warum die einseitige Reduktion auf bellizistische Verse der Komplexität der Religion nicht gerecht wird.
3. Beispiel der Radikalisierung: Der Islamische Staat: Dieses Kapitel veranschaulicht anhand eines konkreten Fallbeispiels, wie radikale Gruppierungen religiöse Texte instrumentalisieren, um Gewalt zu legitimieren.
4. Reflexion über Islam, Terrorismus und westliche Wahrnehmung: Abschließend wird gefordert, den Islam nicht mit Terrorismus gleichzusetzen und die Notwendigkeit von Bildung sowie interreligiösem Dialog hervorgehoben.
Schlüsselwörter
Islam, Krieg, Gewalt, Koran, Islamischer Staat, Radikalisierung, Terrorismus, Breitscheidplatz, Weltreligion, Ideologie, Westliche Weltanschauung, Dschihadismus, Religion, Aufklärung, Friedensstifter
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der Lehre des Islam und der Instrumentalisierung religiöser Texte durch extremistische Gruppierungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Auslegung des Korans, die Ideologie des sogenannten Islamischen Staates und die öffentliche Debatte über den Islam im Westen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, der pauschalen Hetze gegen den Islam entgegenzuwirken und zu klären, ob die Religion selbst eine Gewaltideologie darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine analytische Auseinandersetzung, die auf Literaturrecherche und der kritischen Betrachtung religiöser Primärtexte sowie aktueller Zeitgeschehnisse basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Struktur des Korans, vergleicht gewaltlegitimierende mit friedfertigen Versen und beleuchtet die Propaganda des Islamischen Staates.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Islam, Radikalisierung, Koran, Terrorismus, Gewaltideologie und gesellschaftliche Aufklärung.
Wie unterscheidet der Autor zwischen dem Islam und dem IS?
Der Autor betont, dass der radikalisierte Islamismus nur einen verschwindend kleinen Teil der Weltreligion repräsentiert und nicht mit dem gelebten Glauben der breiten Masse gleichzusetzen ist.
Warum wird der Anschlag auf den Breitscheidplatz im Text so prominent hervorgehoben?
Er dient als empirisches Fallbeispiel, um die Relevanz der Untersuchung und die Mechanismen der Instrumentalisierung des Islam durch Terroristen zu veranschaulichen.
- Arbeit zitieren
- Robin Großkopf (Autor:in), 2017, Islam und Gewalt. Kritische Reflexion des Gewaltbegriffes im Islam, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/504641