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Der Völkermord an den Armeniern. Jungtürkische Visionen - Turanismus und Turkismus

Titel: Der Völkermord an den Armeniern. Jungtürkische Visionen - Turanismus und Turkismus

Referat (Ausarbeitung) , 2005 , 7 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Philipp Gaier (Autor:in)

Geschichte Europas - Zeitalter Weltkriege

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Nach neuesten Forschungen kostete das Verbrechen an den Armeniern zwischen 1878 – 1922 über 2 Millionen Menschen das Leben. Seinen Höhepunkt fand der Völkermord ab dem Jahre 1914. Dieses zweifelsohne schwärzeste Kapitel der türkischen Geschichte ist bis heute, 90 Jahre danach, wenig erforscht und aufgearbeitet worden, nicht zuletzt wegen der mangelnden Kooperation durch türkische Behörden, wenn es um die Veröffentlichung von Archivbeständen ging. Trotzdem lässt sich die Situation des Jahres relativ genau rekonstruieren, so dass mit Sicherheit behauptet werden kann, dass das Massaker an den Armeniern in drei Stufen ablief. Bis zum Jahre 1914 hatte es auf dem Gebiet der heutigen Türkei regelmäßig gewaltsame Übergriffe auf Armenier gegeben. So wurden beispielsweise 1909 in der Provinz Adana bis zu 20 000 Armenier getötet.1 Festzuhalten bleibt, dass es sich bei diesen Gewalttaten um Bestrafungsmaßnahmen, nicht um eine geplante Vernichtung der Armenier gehandelt hat. 1864 weigerten sich Armenier beispielsweise ihre angefallenen Steuern zu zahlen, da sie sich durch doppelte finanzielle Verpflichtung, den Kurden und den Osmanen gegenüber, ungerecht behandelt fühlten. Die Folge war eine Strafexpedition des Sultans, der um die Stabilität seines Reiches besorgt war.2 Im Unterschied zu, auf die Vernichtung eines Volkes hinzielenden, geplanten Völkermordaktionen konnten die geflüchteten Teile der armenischen Bevölkerung in ihre Heimat zurückkehren, sobald die Expeditionen eingestellt wurden und waren damit dem Morden zunächst einmal entkommen. Auch Zwangsvertreibungen oder größer angelegte und geplante Deportationen blieben aus, was typisch für eine ethnische Säuberung gewesen wäre.3
Der Umgang mit der armenischen Bevölkerung sollte unter der revolutionären Bewegung der Jungtürken einen völlig anderen Charakter erhalten, da sich die jungtürkischen Ideologien des Turanismus und Turkismus nur schwerlich mit einer ethnischen Minderheit im eigenen Lande verbinden ließen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Jungtürken

Turanismus und Turkismus und ihre ideologischen Inhalte

Von der Machterlangung der Jungtürken bis zur Katastrophe 1915

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die ideologischen Hintergründe sowie den historischen Kontext, die im Kontext der jungtürkischen Herrschaft zum Völkermord an den Armeniern im Jahr 1915 führten. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen dem Streben nach einem homogenen türkischen Nationalstaat und der gewaltsamen Umsetzung der Ideologien des Turanismus und Turkismus.

  • Die Entstehung und politischen Visionen der jungtürkischen Bewegung.
  • Die ideologische Fundierung durch Ziya Gökalp und den Pan-Turanismus.
  • Die Verschiebung vom osmanischen Vielvölkergedanken hin zum rassistisch geprägten Nationalismus.
  • Der Übergang von der Machtübernahme zur systematischen Verfolgung und Deportation der armenischen Bevölkerung.

Auszug aus dem Buch

Turanismus und Turkismus und ihre ideologischen Inhalte

Im Osmanischen Reich galten die Armenier als loyale Untertanen und wurden wegen ihres Fleißes und Erfolges im Kunsthandwerk und im Handel bewundert, sicherlich aber auch beneidet. Sie genossen, wie alle Minderheiten im Osmanischen Reich gewisse Freiheiten bei der Ausübung des Glaubens und politische Autonomie. Für höhere Anerkennung und möglicherweise Ausübung höherer Ämter waren allerdings absolute Loyalität, dem Sultan und dem Islam gegenüber, Voraussetzung. Es darf dabei aber nicht außer Acht gelassen werden, dass „Ungläubige“ vom Islam als minderwertige Geschöpfe bezeichnet wurden und Gleichberechtigung ein Fremdwort war. Der Chefideologe der Jungtürken Ziya Gökalp pries den Gedanken des Pan – Turanismus als die höchste Tugend und entfernte sich dadurch vom osmanischen Prinzip, Minderheiten grundsätzlich anzuerkennen. Unter Turanismus wird die Einheit aller Türken in Form eines Nationalstaates vom Gebiet der heutigen Türkei bis nach China nach dem Vorbild des antiken Reiches Turan verstanden.

Stand im Osmanischen Reich der Islam und dessen Verbreitung im Mittelpunkt, so geriet die Religion in den Hintergrund und die Idee des Turkismus erlangte deren Stellenwert. Gökalp verherrlichte die Rasse der Türken und proklamierte den Zusammenschluss und die Expansion aller Turkvölker zu einem mächtigen Nationalstaat mit gemeinsamer Kultur und Sprache. Die Anhänger des Turkismus betrachteten die Türken als allen anderen Völkern überlegen, die türkische Kultur und Sprache als die weltweit höchstentwickelte. Das gefährliche Potential, welches in der Ideologie des Turkismus verborgen lag und welches die Armenier mit aller Gewalt zu spüren bekommen sollten, ist in der Definition von Gökalp, nach der Turkismus „keine politische Partei, sondern eine wissenschaftliche, philosophische und ästhetische Schule des Denkens“ ist, kaum zu erahnen. Bleibt zusammenfassend zu erwähnen, dass die reformierenden Kräfte in der Türkei keine Expansion im Stile der Sultane, sondern eine Zurückgewinnung und Vereinigung aller ehemaligen türkischen Gebiete anstrebten. Es gab im Gedankengut der Jungtürken eindeutig rassistische Tendenzen, die den Grundsatz verfolgten: „Eine Nation ist eine Rasse, eine Sprache, eine Tradition“, jedoch bemühte sich Ziya Gökalp um ein moderateres Programm, dessen Umsetzung realistischer erschien.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den historischen Hintergrund der Gewalt gegen Armenier zwischen 1878 und 1922 und grenzt frühere Übergriffe vom geplanten Völkermord ab.

Die Jungtürken: Hier wird die Entstehung der jungtürkischen Bewegung als ultra-nationalistische Reformkraft analysiert, die nach der Machtübernahme 1909 ihre liberalen Vorstellungen zugunsten nationaler Homogenität aufgab.

Turanismus und Turkismus und ihre ideologischen Inhalte: Das Kapitel untersucht die zentralen Ideologien des Pan-Turanismus und Turkismus, die durch Ziya Gökalp geprägt wurden und den Ausschluss von Minderheiten theoretisch rechtfertigten.

Von der Machterlangung der Jungtürken bis zur Katastrophe 1915: Diese Sektion beschreibt die Eskalation der politischen Lage während der Balkankriege und den Ersten Weltkrieg als Auslöser für die systematische Deportation und Vernichtung der armenischen Bevölkerung.

Schlüsselwörter

Völkermord an den Armeniern, Jungtürken, Turanismus, Turkismus, Osmanisches Reich, Ziya Gökalp, Nationalismus, Rasse, Deportation, Ideologie, Geschichte, Minderheitenpolitik, 1915, Genozid, Ethnische Säuberung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert den Völkermord an den Armeniern im Jahr 1915 und untersucht, wie jungtürkische Ideologien diesen Prozess vorantrieben.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Die Schwerpunkte liegen auf der jungtürkischen Ideengeschichte, dem Wandel vom Osmanismus zum Nationalismus und den historischen Ereignissen, die zum Genozid führten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Untersuchung fragt nach der Verbindung zwischen der Vision eines homogenen Nationalstaates (Turanismus/Turkismus) und der systematischen Verfolgung der armenischen Bevölkerung.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung von Fachliteratur und historischen Quellen basiert, um politische Prozesse und Ideologien zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Entwicklung der Jungtürken, die Analyse der zugrundeliegenden Rassenideologien und den chronologischen Ablauf von der Machterlangung bis zur Deportationskatastrophe 1915.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren den Text?

Wesentliche Begriffe sind Turanismus, Turkismus, Jungtürken, Genozid, Nationalstaat und ethnische Homogenisierung.

Wie unterschied sich die Politik der Jungtürken nach 1909 von ihrer ursprünglichen Ausrichtung?

Anfangs agierten die Jungtürken mit liberalen Versprechen, um Unterstützung zu gewinnen; nach der Machterlangung dominierten jedoch zunehmend nationale und rassistische Tendenzen, die keinen Platz mehr für eine Minderheitenintegration ließen.

Welche Rolle spielte Ziya Gökalp bei der Entstehung des Völkermords?

Gökalp war der Chefideologe, der den Pan-Turanismus und Turkismus als wissenschaftlich-philosophisches System propagierte und damit den theoretischen Nährboden für den Ausschluss und die Vernichtung der Armenier schuf.

Inwiefern beeinflussten die Balkankriege die Haltung gegenüber den Armeniern?

Die Gebietsverluste und die Vertreibung von Muslimen vom Balkan führten zu einem verstärkten Hass auf christliche Minderheiten, die zunehmend als potentielle Feinde oder Kollaborateure im eigenen Land diffamiert wurden.

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Völkermord an den Armeniern. Jungtürkische Visionen - Turanismus und Turkismus
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Übung zur Historiographie
Note
2,3
Autor
Philipp Gaier (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
7
Katalognummer
V50452
ISBN (eBook)
9783638466684
ISBN (Buch)
9783656538493
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Völkermord Armeniern Jungtürkische Visionen Turanismus Turkismus Historiographie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Philipp Gaier (Autor:in), 2005, Der Völkermord an den Armeniern. Jungtürkische Visionen - Turanismus und Turkismus, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/50452
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Leseprobe aus  7  Seiten
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