Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit die Herkunft den Bildungserfolg beeinflusst. Trotz der vermeintlichen Chancengleichheit in Schulen hängt der Bildungserfolg noch von weiteren Faktoren ab. Der Zugang zu Bildung ist nicht immer uneingeschränkt. Zum einen ist das Bildungsniveau der Herkunftsfamilie ein wichtiger Indikator für die schulische Lauf- und Bildungsbahn einer Person. Laut dem Bildungsbericht der Bundesregierung von 2018 besteht im Allgemeinen ein Trend zur Höherqualifizierung.
Neben dem Bildungsniveau der Eltern, stellt die Region in der man aufgewachsen ist, einen wichtigen Aspekt dar. Wo heute zumeist eine gute Infrastruktur zwischen ländlichen und städtischen Gebieten vorherrscht, war es früher für die meisten Kinder kaum möglich eine Schule in der Stadt zu besuchen. Dort war das Angebot an weiterführenden Schulen und Hochschulen jedoch größer. So hat man während der Bildungskampagne in den 60er Jahren herausgefunden, dass Kinder aus ländlichen Regionen seltener höhere Schulen besucht haben, als solche aus der Stadt. Neben der Erreichbarkeit waren auch die Erwerbschancen unterschiedlich, wobei hohe Qualifikationen eher in der Stadt als auf dem Land gesucht wurden und somit die Bildungsaspiration für letztere deutlich geringer war. Neben dem Bildungsniveau, der Region und des Einkommens, spielt die ethnische Herkunft eine entscheidende Rolle im Bildungsprozess und beeinflusst die Bildungschancen meist negativ.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Bildungsungleichheit
2.2 Soziale Herkunft
3. Ursachen von Bildungsungleichheit
3.1 Bildungsniveau der Familie
3.2 Regionale Disparitäten
3.3 Einkommen
3.4 Ethnische Herkunft
4. Kapitalsorten nach Bourdieu
4.1 Kapitalsorten
4.1.1 Ökonomisches Kapital
4.1.2 Kulturelles Kapital
4.1.3 Soziales Kapital
4.2 Kapitalumwandlung
5. Bildungsungleichheit aufgrund sozialer Herkunft?
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den Einfluss der Kapitalsorten nach Pierre Bourdieu auf die Bildungschancen und den Schulerfolg von Kindern in Deutschland zu untersuchen und zu analysieren, wie soziale Herkunft diese Prozesse prägt.
- Die Rolle der Kapitalsorten (ökonomisch, kulturell, sozial) in der Bildungsbiografie.
- Einflussfaktoren wie das Bildungsniveau der Familie und regionale Disparitäten.
- Die Bedeutung der sozialen Herkunft für den Bildungserfolg im deutschen Schulsystem.
- Mechanismen der Kapitalumwandlung und deren Auswirkung auf Chancengleichheit.
- Kritische Reflexion der Bildungsinstitutionen als Orte der Reproduktion sozialer Ungleichheit.
Auszug aus dem Buch
4.1 Kapitalsorten
„Kapital ist akkumulierte Arbeit, entweder in Form von Materie oder in verinnerlichter, ‚inkorporierter‘ Form“ (Bourdieu, 1983, S. 183, Hervorhebungen im Original).
Während der Kapitalbegriff vor dem Kapitalismus nur im wirtschaftlichen Sinn genutzt wurde, erweiterte ihn Bourdieu und nutzte ihn zur Analyse der sozialen Welt. „In welcher Gestalt es jeweils erscheint, hängt von dem jeweiligen Anwendungsbereich sowie den mehr oder weniger hohen Transformationskosten ab, die Voraussetzung für sein wirksames Auftreten sind […]“ (ebd., 1983, S. 184 f., Auslassung: A.H.). Kapital kann nach Bourdieu in drei verschiedenen Formen auftreten: Das ökonomische, das kulturelle und das soziale Kapital.
Im Folgendem werde ich kurz auf die drei Kapitalsorten eingehen, sowie der Kapitalumwandlung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die historisch gewachsene Bildungsungleichheit in Deutschland und stellt die Forschungsfrage nach den Auswirkungen der sozialen Herkunft auf den Schulerfolg.
2. Begriffsdefinitionen: Hier werden zentrale Termini wie Bildungsungleichheit und soziale Herkunft definiert, um ein einheitliches Verständnis für die weitere Analyse zu schaffen.
3. Ursachen von Bildungsungleichheit: Dieses Kapitel identifiziert verschiedene Einflussfaktoren auf Bildungschancen, darunter das familiäre Bildungsniveau, regionale Unterschiede, das Einkommen sowie die ethnische Herkunft.
4. Kapitalsorten nach Bourdieu: Eine theoretische Auseinandersetzung mit den drei Kapitalsorten (ökonomisch, kulturell, sozial) und der Frage, wie diese ineinander umgewandelt werden können.
5. Bildungsungleichheit aufgrund sozialer Herkunft?: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Konzepte von Bourdieu mit den zuvor identifizierten Ursachen, um die Reproduktion von Ungleichheit durch Bildungsinstitutionen zu beleuchten.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt dar, wie Bildungsinstitutionen zur sozialen Selektion beitragen, und skizziert mögliche Lösungsansätze.
Schlüsselwörter
Bildungsungleichheit, Soziale Herkunft, Pierre Bourdieu, Ökonomisches Kapital, Kulturelles Kapital, Soziales Kapital, Kapitalumwandlung, Bildungschancen, Schulerfolg, Bildungssystem, Habitus, Soziale Selektion, Bildungsniveau, Bildungsaspiration, Migrationshintergrund
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie soziale Ungleichheit im deutschen Bildungssystem entsteht und welche Faktoren den Bildungserfolg von Kindern maßgeblich beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Kapitalsorten nach Pierre Bourdieu, der Einfluss des familiären Hintergrunds sowie die Rolle von Bildungsinstitutionen bei der Reproduktion sozialer Schranken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Ausstattung mit ökonomischem, kulturellem und sozialem Kapital die Bildungsbiografien von Kindern steuert und warum Chancengleichheit in Deutschland oft eine Illusion bleibt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziologischer Konzepte, insbesondere unter Rückgriff auf die Kapitaltheorie von Pierre Bourdieu.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachenanalyse von Bildungsungleichheit und die detaillierte Darstellung der Bourdieu'schen Kapitalsorten sowie deren praktische Anwendung auf das Schulsystem.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind Bildungsungleichheit, Habitus, Kapitaltheorie (ökonomisch, kulturell, sozial) sowie die soziale Reproduktion innerhalb von Bildungseinrichtungen.
Welche Rolle spielt der Habitus laut der Autorin?
Der Habitus, als verinnerlichtes System von Denk- und Verhaltensweisen, fungiert als Filter, der Bildungsentscheidungen von Eltern und Kindern in einer Weise lenkt, die bestehende soziale Ungleichheiten meist zementiert.
Warum erschweren kulturelle Hindernisse den Bildungserfolg?
Kulturelles Kapital, wie etwa die Beherrschung einer bestimmten Sprache oder Bildungsinteressen, wird im Elternhaus vermittelt. Kinder aus bildungsfernen Schichten, denen dieses Kapital fehlt, stehen vor größeren Anpassungshürden innerhalb der Schule.
- Arbeit zitieren
- Aurela Hajzeraj (Autor:in), 2018, Bildungsungleichheit. Wie die Kapitalausstattung den Bildungserfolg beeinflusst, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/504485