Das Einlagengeschäft ist aus unserem Alltag nicht wegzudenken und in vielen Belangen Teil unseres Lebens. Aktuelle Entwicklungen machen es so bedeutsam wie noch nie. Ziel dieser Arbeit ist, zu erörtern, welchen Nutzen das Einlagengeschäft für die Kreditinstitute und ihre Kunden hat, wie wichtig es ist und wie es sich in der Zukunft entwickeln wird. Nacheinander wird dies erst aus der Perspektive der Kunden, dann aus der Perspektive der Kreditinstitute geschehen.
Es gibt einen klaren Trend bei den Volumen der Einlagen von Privatpersonen bei Kreditinstituten: steigend. Die Einlagen der Deutschen wachsen von Jahr zu Jahr und unterstreichen so die Relevanz des Einlagengeschäfts. Während das Volumen der Spareinlagen jedes Jahr annähernd konstant bleiben das der Termineinlagen etwas an Höhe verlieren, ist das Wachstum bei den Sichteinlagen stark ausgeprägt. Während sie Ende des Jahres 2000 bei 259,4 Milliarden Euro waren, sind sie Ende 2017 bei 1287,7 Milliarden Euro angelangt. Über die gesamte Zeit lässt sich ein monoton positives Wachstum erkennen.
Das Einlagengeschäft nach Kreditwesengesetz ist die Annahme fremder Gelder als Einlagen oder anderer unbedingt rückzahlbarer Gelder des Publikums, sofern der Rückzahlungsanspruch nicht in Inhaber- oder Orderschuldverschreibungen verbrieft wird, ohne Rücksicht darauf, ob Zinsen vergütet werden. Wer das Einlagengeschäft betreibt, ist nach dem Kreditwesengesetz ein Kreditinstitut. Es ist eines der Kerngeschäfte der Banken. Es wird auch Passivgeschäft genannt, da es sich auf der Passivseite der Bilanz wiederfindet. Einlagen werden auch als Depositen bezeichnet. Die Einlagen werden in Sicht-, Termin- und Spareinlagen unterteilt. Sichteinlagen sind täglich fällige Einlagen, wie beispielsweise ein Girokonto oder ein Tagesgeldkonto, sie dienen meist vorrangig dem bargeldlosen Zahlungsverkehr. Termineinlagen sind auf eine feste Laufzeit (Festgeld) oder eine feste Kündigungsfrist (Kündigungsgeld) vereinbart. Spareinlagen müssen eine Kündigungsfrist von mindestens drei Monaten aufweisen, unbefristet sein und durch eine Sparurkunde gekennzeichnet sein. Sie sind nicht für den Zahlungsverkehr bestimmt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Definition Einlagengeschäft
3 Bedeutung des Einlagengeschäfts für die Privatkunden
3.1 Teilnahme am bargeldlosen Zahlungsverkehr
3.2 Vermögensbildung
3.3 Inanspruchnahme weiterer Dienstleistungen
4 Bedeutung des Einlagengeschäfts für die Kreditinstitute
4.1 Refinanzierung des Aktivgeschäfts
4.2 Kundenbindung
4.3 Verrechnung aller Forderungen und Verbindlichkeiten
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die aktuelle Relevanz des Einlagengeschäfts im deutschen Bankensektor zu analysieren und dessen Nutzen sowie die Zukunftsperspektiven aus der Perspektive von sowohl Kreditinstituten als auch Privatkunden zu erörtern.
- Grundlagen und rechtliche Definition des Einlagengeschäfts
- Bedeutung für Privatkunden (Zahlungsverkehr, Vermögensbildung, weitere Dienstleistungen)
- Bedeutung für Kreditinstitute (Refinanzierung, Kundenbindung, Verrechnungsfunktion)
- Einfluss von Digitalisierung und neuen regulatorischen Rahmenbedingungen
- Zukunftsaussichten des Passivgeschäfts
Auszug aus dem Buch
3.1 Teilnahme am bargeldlosen Zahlungsverkehr
Heutzutage ist der bargeldlose Zahlungsverkehr aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Neben Überweisungen und Lastschriften nehmen auch die Kartenzahlungen am Point of Sale jährlich zu. Ein wachsender Teil der zahlungspflichtigen entscheidet sich für die unbaren Methoden, vor allem, wenn es um die höheren Beträge geht. So wird zwar der Großteil der Zahlungen noch bar getätigt, nämlich 74,3% in 2017, was das Volumen angeht, liegen die unbaren Zahlungsmethoden mit 52,4% in 2017 jedoch vor der Barzahlung. Diese starke Entwicklung hin zu den unbaren Zahlungsmethoden lässt sich in den beiden obergraphen erkennen. Sie stellen den prozentualen Anteil unbarer Zahlungen nach Anzahl der Transaktionen und Umsatz da. Bei diesem Trend spielt die Digitalisierung eine entscheidende Rolle.
In den letzten Jahren haben bequeme Online-Einkäufe an Bedeutung gewonnen, somit auch die unbaren Zahlungsmöglichkeiten. Die Bequemlichkeit des Onlineshoppings spiegelt sich auch in der Bezahlung wieder, nur die Kreditkartennummer eingeben oder die Überweisung im Onlinebanking veranlassen, schon hat man bezahlt. Niemand muss mehr zur Bank gehen und einen Überweisungsträger ausfüllen, geschweige denn einen Scheck ausstellen. Die Bequemlichkeit des Bezahlens wird zunehmend auch beim Einkaufen im Supermarkt durch die Kontaktlostechnologie etabliert. Es reicht, seine ec- oder Kreditkarte an das Zahlungsterminal zu halten, keine Eingabe der PIN oder eine Unterschrift ist nötig. So ist das Bezahlen auch außerhalb des Internets äußerst schnell und einfach.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet den stetigen Zuwachs des Einlagenvolumens bei deutschen Kreditinstituten und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2 Definition Einlagengeschäft: Dieses Kapitel definiert das Einlagengeschäft nach dem Kreditwesengesetz und ordnet die verschiedenen Einlagenarten rechtlich und betriebswirtschaftlich ein.
3 Bedeutung des Einlagengeschäfts für die Privatkunden: Der Abschnitt untersucht den Nutzen des Einlagengeschäfts für Kunden hinsichtlich Zahlungsverkehr, Vermögensaufbau und der Nutzung ergänzender Bankdienstleistungen.
4 Bedeutung des Einlagengeschäfts für die Kreditinstitute: Hier wird analysiert, wie Kreditinstitute Einlagen zur Refinanzierung, zur Kundenbindung und zur effizienten Abwicklung von Geschäftsbeziehungen nutzen.
5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Relevanz des Einlagengeschäfts als existenzielle Grundlage für Banken zusammen und reflektiert kritisch die Zukunftsperspektiven des Passivgeschäfts.
Schlüsselwörter
Einlagengeschäft, Kreditinstitute, Privatkunden, bargeldloser Zahlungsverkehr, Vermögensbildung, Refinanzierung, Kundenbindung, Kreditwesengesetz, Passivgeschäft, Digitalisierung, Einlagensicherung, Kontoführung, Zinsumfeld, Bankgeschäft, Finanzdienstleistungen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung des Einlagengeschäfts im deutschen Bankenmarkt und dessen Einfluss auf sowohl die Kreditinstitute als auch die Privatkunden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den zentralen Themen zählen die Definition und rechtliche Einordnung von Einlagen, die Rolle im Zahlungsverkehr, die Funktion als Instrument der Vermögensbildung sowie die Bedeutung für Banken als Refinanzierungs- und Kundenbindungsinstrument.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Nutzen des Einlagengeschäfts für die verschiedenen Marktakteure zu erörtern und dessen Wichtigkeit in einem sich wandelnden, zunehmend digitalisierten Umfeld aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer literaturgestützten Analyse, ergänzt durch die Auswertung statistischer Daten der Deutschen Bundesbank und anderer Fachquellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Perspektive der Privatkunden (Nutzung des Kontos, Vermögensbildung, weitere Dienste) und die Perspektive der Kreditinstitute (Refinanzierung des Aktivgeschäfts, Kundenbindung, Verrechnungsfunktion).
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Einlagengeschäft, Passivgeschäft, bargeldloser Zahlungsverkehr, Refinanzierung und Kundenbindung charakterisiert.
Warum ist das Einlagengeschäft für Privatkunden heute unverzichtbar?
Es bildet die notwendige Basis für den bargeldlosen Zahlungsverkehr, der im Alltag essenziell geworden ist, und dient gleichzeitig als sichere Basis für die Vermögensbildung und den Zugang zu weiteren Finanzdienstleistungen.
Wie nutzen Kreditinstitute das Einlagengeschäft zur Kundenbindung?
Das Konto dient als „Schlüssel zum Kunden“: Durch die Geschäftsbeziehung erhalten Banken wertvolle Informationen, die es ihnen ermöglichen, Cross-Selling-Ansätze zu verfolgen und weitere Produkte gezielt anzubieten.
Welche Rolle spielt die Digitalisierung im Kontext des Einlagengeschäfts?
Die Digitalisierung fördert den Trend zu bargeldlosen Zahlungsmethoden (z. B. durch Instant Payments oder Kontaktlosbezahlen), was die Bedeutung des Kontos weiter erhöht, aber auch den Wettbewerb durch FinTechs verschärft.
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- Leonie Diestel (Author), 2018, Bedeutung, Nutzen und Zukunftsprognosen des Einlagengeschäfts für Kreditinstitute und Privatkunden, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/503094