Diese Arbeit untersucht die strategische Kostenerhöhung für eine dominante Firma und fragt, inwieweit diese ein sinnvolles Instrument ist. Die Strategische Kostenerhöhung beschreibt eine Erhöhung der Kosten auf der Seite des ausführenden Unternehmens als auch auf der Seite der Wettbewerber. Doch wie sieht sie genau aus und wo ist sie anwendbar? Ein möglicher Fall wäre die dominante Firma. Welche Auswirkungen auf die Märkte resultieren? Sollte eine verbesserte Stellung für die dominante Firma eintreten, ist es wahrscheinlich, dass eine solche Strategie bereits in der Vergangenheit Anwendung gefunden hat. Unter Umständen hat die strategische Kostenerhöhung auch negative Auswirkungen auf den Markt. Wenn das der Fall ist kommen Institutionen ins Spiel, die solche Strategien regulieren bzw. beaufsichtigen.
Zu Beginn der Arbeit werden die vorhandenen Markteintrittsbarrieren definiert und erläutert. Im Anschluss wird der Fokus auf die strategische Kostenerhöhung gelegt und wo sie angewandt werden kann. Der Fokus liegt dabei auf den Fall einer dominanten Firma. Die Idee und die Anwendung von der strategischen Kostenerhöhung werden anhand einer spieltheoretischen Darstellung beschrieben. Hierbei wird erläutert, welche Kriterien erfüllt werden müssen und welche kritischen Schranken möglicherweise die strategische Kostenerhöhung einschränken. Welche Einflüsse und Auswirkungen die Strategie auf die Märkte hat wird im Anschluss anhand eines industrieökonomischen Modells dargestellt.
An diesem Modell kann erklärt werden, ob sich die Strategie in gesamtwirtschaftlicher Betrachtung positiv oder negativ auswirkt. Außerdem kann definiert werden, ob die Strategie ein geeignetes Instrument für ein Unternehmen sein kann, um sich in einem Markt durchzusetzen. Die reale Anwendung der strategischen Kostenerhöhung soll anhand eines Beispiels erläutert werden: Am Fall der Deutschen Post AG. Im Anschluss folgt eine kritische Würdigung der verwendeten Modelle und der Auswirkungen. Wenn es nicht ausschließlich positive Wirkungen auf die Nachfrager und den Markt in seiner Gesamtheit hat, so bedarf es möglicherweise Regulierung und Aufsicht von staatlicher Instanz.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Markteintrittsbarrieren
2.1 Arten von Markteintrittsbarrieren
2.2 Der strategische Einsatz von Markteintrittsbarrieren
2.3 Anwendungsbereiche und -formen der Strategischen Kostenerhöhung
3 Modell
3.1 Spieltheoretische Darstellung der strategischen Kostenerhöhung
3.2 Dominante Firma und Wettbewerbsrand
4 Anwendungsbeispiel Deutsche Post
5 Kritische Würdigung: Raising Rivals‘ Cost
5.1 Modelle
5.2 Regulierung und Aufsicht
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die strategische Kostenerhöhung (Raising Rivals' Costs) als Instrument für dominante Firmen, um Wettbewerber aus dem Markt zu drängen oder neue Markteintritte zu verhindern. Im Zentrum steht die Analyse, ob eine solche Strategie unter ökonomischen Gesichtspunkten für ein marktbeherrschendes Unternehmen sinnvoll ist und welche Konsequenzen dies für den Wettbewerb und die Konsumenten hat.
- Grundlagen von Markteintrittsbarrieren nach Bain und Porter
- Spieltheoretische Modellierung der strategischen Kostenerhöhung
- Industrieökonomische Analyse der Markteffekte
- Empirische Untersuchung am Fallbeispiel der Deutschen Post AG
- Kritische Reflexion der ökonomischen Annahmen und regulatorischer Herausforderungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Spieltheoretische Darstellung der strategischen Kostenerhöhung
Die Idee hinter RRC bzw. der strategischen Kostenerhöhung wurde von den amerikanischen Ökonomen Steven C. Salop und David T. Scheffman entwickelt. Hinter der Idee steckt die Erhöhung der Kosten Abwendung des Markteintritts einer neuen Firma oder zur Förderung des Austritts einer etablierten Firma. Hierbei werden jedoch nicht nur die Kosten der Konkurrenz, sondern ebenso die der dominanten Firma selbst erhöht.
Das Konzept lässt sich in einer spieltheoretischen Abbildung darstellen. Noch bevor Salop die strategische Kostenerhöhung als diese bezeichnet hat, entwickelte er eine Auszahlungsmatrix, die eine strategische Kostenerhöhung darstellt. In seiner Version handelt es sich jedoch um einen Monopolisten, der versucht, mögliche Markteintritte abzuwenden. Im Gegensatz dazu fokussiert diese Arbeit den Spezialfall einer dominanten Firma, die versucht neue Anbieter aus dem Markt herauszuhalten, um die Position als dominante Firma zu halten. Doch Salops Ideen lassen sich hier übertragen. Da die dominante Firma bereits im Markt ist und (als erstes) die Kostenerhöhung durchführt, bietet sich die Darstellung anhand eines sequentiellen Spiels an. D.h. das Spiel wird in Form eines Spielbaums abgebildet. Unsere Spieler sind die dominante Firma (DM) und die potentiellen Wettbewerber (W).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Zielsetzung der Arbeit dar, die Rolle von Markteintrittsbarrieren zu untersuchen und die strategische Kostenerhöhung als Instrument dominanter Unternehmen zu beleuchten.
2 Markteintrittsbarrieren: Hier werden theoretische Grundlagen zu Markteintrittsbarrieren nach Bain und Porter erläutert sowie deren bewusster strategischer Einsatz zur Schwächung von Konkurrenten diskutiert.
3 Modell: In diesem Kapitel wird die strategische Kostenerhöhung mittels Spieltheorie und industrieökonomischer Modelle (Salop & Scheffman) dargestellt, um die Gewinnmaximierung einer dominanten Firma zu analysieren.
4 Anwendungsbeispiel Deutsche Post: Anhand der Privatisierung der Deutschen Post und der Einführung eines Mindestlohns wird die reale Anwendung der Strategie im Postsektor empirisch untersucht.
5 Kritische Würdigung: Raising Rivals‘ Cost: Es erfolgt eine kritische Reflexion der theoretischen Modellannahmen sowie eine Diskussion über die Notwendigkeit staatlicher Regulierung und Aufsicht bei wettbewerbsschädigendem Verhalten.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die strategische Kostenerhöhung für dominante Firmen theoretisch und empirisch ein wirksames, wenn auch regulatorisch zu überwachendes Instrument darstellt.
Schlüsselwörter
Strategische Kostenerhöhung, Raising Rivals' Costs, Markteintrittsbarrieren, dominante Firma, Spieltheorie, Wettbewerb, Deutsche Post AG, Mindestlohn, Industrieökonomik, Marktstruktur, Regulierung, Konsumentenwohlfahrt, Marktmacht, Preiselastizität, Privatisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie marktbeherrschende Unternehmen durch gezielte Erhöhung der Betriebskosten – sowohl für sich selbst als auch für Konkurrenten – den Markteintritt erschweren oder Wettbewerber verdrängen können.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Schwerpunkten gehören Markteintrittsbarrieren, die Spieltheorie in der Industrieökonomik, die strategische Nutzung politischer Instrumente sowie die Rolle staatlicher Regulierung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Es soll geklärt werden, unter welchen Bedingungen die "Strategische Kostenerhöhung" ein sinnvolles und profitables Instrument für eine dominante Firma ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Untersuchung basiert auf einer theoretischen spieltheoretischen Modellierung, ergänzt durch eine empirische Fallstudienanalyse der Deutschen Post AG.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des RRC-Konzepts (Raising Rivals' Costs) und die Anwendung dieser Theorie auf das Fallbeispiel des deutschen Postmarktes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Zentrale Begriffe sind Strategische Kostenerhöhung, Markteintrittsbarrieren, dominante Firma, Wettbewerb und Regulierung.
Wie spielt die Politik bei der Kostenerhöhung eine Rolle?
Wie am Beispiel des Mindestlohns bei der Deutschen Post gezeigt wird, kann Politik dazu genutzt werden, durch gesetzliche Standards die Kosten der Konkurrenz gezielt in die Höhe zu treiben.
Warum ist eine kritische Würdigung des Modells wichtig?
Die theoretischen Modelle beruhen oft auf idealisierten Annahmen (z. B. vollständige Informationen), die in der Realität nicht immer zutreffen, was eine empirische Validierung notwendig macht.
- Quote paper
- Nathan Kuriewicz (Author), 2017, Chancen und Risiken einer strategischen Kostenerhöhung im Fall der dominanten Firma, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/502418