China ist mehrere tausend Kilometer entfernt, doch es gibt täglich Meldungen zum Zollstreit mit den USA, zur Wirtschaft im Allgemeinen oder weiteren chinesischen Aktivitäten und Verflechtungen. China ist mit mehr als einer Milliarde Menschen das bevölkerungsreichste Land der Welt, ein sehr wichtiger Absatzmarkt und Handelspartner sowie international einflussreich. China hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten verändert und die Welt schaut auf China. Aber wo kommt China her? Welches politische und wirtschaftliche System herrscht im „Reich der Mitte“ vor? Ist China mit unserer kapitalistischen Welt zu vergleichen? Welche Auswirkungen hat dies auf die chinesischen Banken? Um die chinesische und die westliche Bankenbranche vergleichen zu können, können nicht nur Kennzahlen gegenübergestellt werden, es muss versucht werden, die Banken als Teil des großen Ganzen zu sehen. Im praktischen Teil werden die beiden Bankensysteme mit Hilfe verschiedener Kriterien im Rahmen einer Nutzwertanalyse verglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Leitfragen
1.2 Vorgehensweise
2. Theoretischer Teil
2.1 Kapitalismus
2.1.1 Anfänge des Kapitalismus
2.1.2 Kaufmannskapitalismus
2.1.3 Kapitalismus und Industrialisierung
2.1.4 Theorie des Kapitalismus
2.2 Politische Systeme
2.2.1 Politisches System China
2.2.2 Politisches System USA und Deutschland
2.3 Bankensysteme
2.3.1 Bankensystem China
2.3.2 Bankensystem USA und Deutschland
3. Praktischer Teil
3.1 Nutzwertanalyse
3.1.1 Einführung in die Nutzwertanalyse
3.1.2 Kriterienbaum
3.2 Bewertung
3.3 Ergebnis
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit verfolgt das Ziel, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der chinesischen und westlichen Bankenbranche im Kontext ihrer jeweiligen politischen und ökonomischen Systeme zu untersuchen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die chinesische Bankenbranche im Vergleich zu westlichen Instituten wettbewerbsfähig ist und welche Rolle der Staatskapitalismus dabei spielt.
- Historische Entwicklung des Kapitalismus und seine globalen Ausprägungen.
- Vergleichende Analyse politischer Systeme (China, USA, Deutschland).
- Strukturmerkmale und Funktionsweise der Bankensysteme in China und im Westen.
- Qualitative Bewertung durch eine Nutzwertanalyse ausgewählter Großbanken.
- Diskussion der Wettbewerbsfähigkeit unter Berücksichtigung unterschiedlicher Wirtschaftsmodelle.
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Kaufmannskapitalismus
Die folgenden Jahrhunderte (5. Jh. bis 15. Jh.) in China, dem arabischen sowie dem europäischen Raum sollten den Weg in Richtung Kapitalismus weiter fortsetzen. Diese vor-kapitalistischen Formen werden auch „Kaufmannskapitalismus“ genannt und finden je nach Region in unterschiedlichen Jahrhunderten statt. Das Kaiserreich in China, das arabische Großreich sowie das mittelalterliche Europa wurden geprägt von unterschiedlichen kulturellen, religiösen und gesellschaftlichen Einflüssen. Damit gemeint sind zum Beispiel ein mächtiger Zentralstaat als politisches System in China, der Islam und die Ausbreitung des arabischen Großreiches in Richtung Afrika und Südostasien oder das Christentum und die große Anzahl an Stadtstaaten, Fürstentümer oder Territorialstaaten im mittelalterlichen Europa. Trotzdem hatten alle drei Regionen die Gemeinsamkeit, dass dort Kaufleute damit anfingen, Handel zu treiben.
Sowohl auf Landwegen als auch auf Seewegen wurden Produkte wie Porzellan, Seide, Möbel, Gold, Silber, Tee, Gewürze, Öle, allerlei Metalle und Metallwaren, Schmuck, Edelsteine, aber auch Tiere und Sklaven gehandelt. Die Kaufleute gewannen an Einfluss und es entstanden erste Netzwerke, Reichtümer und Einfluss- und Machtstrukturen. Neben Kaufleuten, Händlern, Reeder und Seefahrern kristallisierte sich auch eine andere Geschäftstätigkeit heraus. Bankgeschäfte, damals insbesondere in Form von Geldwechsel, die Aufnahme und Vergabe von Krediten oder Wechsel- und Girogeschäfte, wurden immer lukrativer. Schon bald spezialisierten sich einige Kaufleute auf Bankgeschäfte. In dem geschilderten Zeitraum (5. Jh. bis 15. Jh.) blieb der europäische Raum lange rückständig, hat mehr von den anderen gelernt und übernommen als umgekehrt, doch trotzdem gestaltete sich die Entwicklung dort dynamischer. Im Gegensatz zum zentralisierten Reich in China herrschte in Europa eine harte und kriegerische Konkurrenz der vielzähligen Stadtstaaten und Fürstentümer. Die politisch Herrschenden förderten dementsprechend die Wirtschaftspotenziale in ihren Herrschaftsgebieten, wohingegen die Beamtenregierung in China dieses Motiv nicht bewegte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage hinsichtlich des Vergleichs zwischen chinesischen und westlichen Banken unter Berücksichtigung politischer und wirtschaftlicher Systeme.
2. Theoretischer Teil: Analyse der historischen Grundlagen des Kapitalismus, der verschiedenen politischen Systeme in China und dem Westen sowie der daraus resultierenden Bankenstrukturen.
3. Praktischer Teil: Durchführung einer Nutzwertanalyse, bei der ausgewählte Banken anhand quantitativer und qualitativer Kriterien bewertet und verglichen werden.
4. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Wettbewerbsfähigkeit der chinesischen Bankenbranche und Reflexion über die Divergenz zwischen Staatskapitalismus und westlichem Marktsystem.
Schlüsselwörter
Kapitalismus, Kaufmannskapitalismus, Bankensystem, China, USA, Deutschland, Nutzwertanalyse, Staatskapitalismus, Wettbewerbsfähigkeit, Kreditwesen, Marktkapitalisierung, Weltwirtschaft, Finanzsystem, politische Systeme, Globalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einem vergleichenden Blick auf die chinesische und die westliche Bankenbranche unter Einbeziehung ihrer jeweiligen ökonomischen und politischen Hintergründe.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung des Kapitalismus, den politischen Rahmenbedingungen in China, den USA und Deutschland sowie den Unterschieden der jeweiligen Bankenlandschaften.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit und das Modell der chinesischen Banken im Vergleich zu westlichen Pendants zu bewerten und die Auswirkungen des staatlichen Einflusses zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Als methodisches Werkzeug dient eine Nutzwertanalyse, die verschiedene finanzielle Fakten und weiche Faktoren zur Bewertung der Banken heranzieht.
Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt im Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Kapitalismusbegriffs und der politischen Systeme sowie den praktischen Teil, in dem konkrete Kennzahlen und strategische Ausrichtungen der analysierten Banken gegenübergestellt werden.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Charakteristika sind Staatskapitalismus, Bankenvergleich, Nutzwertanalyse, Wettbewerbsfähigkeit und die historische Divergenz zwischen den Systemen.
Welche chinesischen Banken wurden für die Nutzwertanalyse ausgewählt?
Es wurden die drei nach Marktkapitalisierung größten Banken ausgewählt: Industrial and Commercial Bank of China (ICBC), China Construction Bank (CCB) und Bank of China (BOC).
Wie schneidet die Deutsche Bank im direkten Vergleich ab?
Die Deutsche Bank landet im Ranking der Nutzwertanalyse auf dem letzten Platz, was primär auf negative Finanzergebnisse und eine geringere Marktkapitalisierung im Vergleich zu den anderen untersuchten Instituten zurückgeführt wird.
Welches Fazit zieht der Autor zur Stabilität der untersuchten Bankensysteme?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass sowohl der westliche Kapitalismus als auch der chinesische Staatskapitalismus ihre spezifischen Vor- und Nachteile haben und keines der beiden Systeme als immun gegenüber zukünftigen Krisen betrachtet werden kann.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Vergleichende Analyse der chinesischen und der westlichen Bankenbranche, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/501850