Die vorliegende Arbeit betrachtet die Soziale Arbeit im Öffentlichen Raum und die Exklusion von Obdachlosen. Der öffentliche Raum gewinnt in der Öffentlichkeit, aber auch in der Fachwelt zunehmend an Aufmerksamkeit. Themen, wie die Nutzung, die Gestaltung und die Bedeutung dessen, geraten vermehrt in Diskussion. Die Soziale Arbeit ist stark im öffentlichen Raum tätig, sei es in der Gemeinwesenarbeit, Stadtteilarbeit oder auch Einzelfallhilfe in Form von Streetwork. Sozialarbeiter/innen arbeiten im öffentlichen Raum mit unterschiedlichem Klientel, wie zum Beispiel mit Jugendlichen, Alkoholikern oder Obdachlosen. Obdachlose Personen sind besonders stark im öffentlichen Raum vertreten. Daher befasst sich diese Arbeit mit dem öffentlichen Raum und der Sozialen Arbeit in diesem, mit dem besonderem Bezug auf Obdachlose und deren Exklusion.
Zunächst erfolgt eine allgemeine Beschreibung des öffentlichen Raumes. Anschließend geht es um die Arbeit von Sozialarbeitern/innen an öffentlichen Orten. Als drittes werden Zahlen im Hinblick auf Obdachlosigkeit genannt, sowie die Abgrenzung des Begriffes der "Obdachlosigkeit" zur "Wohnungslosigkeit". Im Folgenden wird der Begriff "Exklusion" definiert und daraufhin auf die Exklusion von Obdachlosen im öffentlichen Raum näher eingegangen. Abschließend wird ein Hilfsangebot des ASB Neubrandenburg vorgestellt, als ein Beispiel für die Soziale Arbeit mit obdachlosen Personen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Öffentlicher Raum
1.1 Allgemeines zum öffentlichen Raum
1.2 Soziale Arbeit im öffentlichen Raum
2 Obdachlosigkeit
2.1 Obdachlosigkeit in Zahlen
2.2 Obdachlosigkeit in Abgrenzung zur Wohnungslosigkeit
3. Exklusion
3.1 Definition
3.2 Exklusion von Obdachlosen
4 Hilfsangebote des ASB Neubrandenburg
5 Schluss
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der Nutzung des öffentlichen Raums und der zunehmenden Exklusion obdachloser Menschen. Dabei wird analysiert, wie städtische Entwicklungen, Verdrängungsmaßnahmen und Kriminalisierungsprozesse die Handlungsspielräume obdachloser Personen einschränken und welche Rolle die Soziale Arbeit in diesem Kontext spielt.
- Struktur und Funktionen des öffentlichen Raums
- Definition und statistische Erfassung von Obdachlosigkeit
- Mechanismen der sozialen Exklusion von Obdachlosen
- Auswirkungen von Repressionsmaßnahmen und Verdrängung
- Praxisbeispiele für Hilfsangebote und integrative Ansätze
Auszug aus dem Buch
3.2 Exklusion von Obdachlosen
Die Exklusion im öffentlichen Raum äußert sich durch die Verdrängung von Menschen, denen man ihre prekäre Lebenslage ansieht. Solche Personen sind von Verdrängungsmaßnahmen beziehungsweise von Repressionsmaßnahmen betroffen. Das sind zum Beispiel Jugendliche, Alkoholiker, Drogenabhängige oder Obdachlose. Hierbei sind obdachlose Menschen die am häufigsten von solchen Maßnahmen betroffene Personengruppe, da sie am stärksten auf den öffentlichen Raum angewiesen sind.15 Der öffentliche Raum, insbesondere belebte Plätze, wie die Innenstadt, übernimmt für sie die Funktion einer Wohnung. 16
Um diese Funktion für obdachlose Personen näher erläutern zu können, muss zunächst geklärt werden, was eine Wohnung ist und welche Funktionen diese hat. Nach Paragraph elf Absatz fünf Satz eins des Melderechtsrahmengesetz (§11 Abs. 5 S.1 MRRG) ist eine Wohnung „jeder umschlossene Raum, der zum Wohnen oder Schlafen benutzt wird“17. Eine Wohnung ist ein Ort für Körperlichkeit und Intimität, Erholung und Unterhaltung, der Kindererziehung, der Individualität und Geselligkeit. Durch Hausarbeiten und Reparaturen, die man in ihr erledigt, ist die Wohnung auch ein Ort der vielfältigen Arbeit. Somit ist die Wohnung das Zentrum des privaten Lebens. 18
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des öffentlichen Raums für die Soziale Arbeit ein und skizziert die Problematik der Exklusion obdachloser Menschen.
1 Öffentlicher Raum: Dieses Kapitel beschreibt die verschiedenen Kategorien öffentlicher Räume und deren Funktionen im städtischen Alltag.
2 Obdachlosigkeit: Hier werden Schätzmodelle zur Erfassung von Obdachlosigkeit diskutiert und eine begriffliche Abgrenzung zur Wohnungslosigkeit vorgenommen.
3. Exklusion: Das Kapitel befasst sich mit der theoretischen Definition von Exklusion und der konkreten Ausgrenzung von Obdachlosen durch Repressions- und Verdrängungsmaßnahmen.
4 Hilfsangebote des ASB Neubrandenburg: Anhand des ASB Neubrandenburg werden konkrete Möglichkeiten der Unterstützung für obdachlose Menschen aufgezeigt.
5 Schluss: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über die Verdrängung im öffentlichen Raum zusammen und unterstreicht die Bedeutung der Sozialen Arbeit.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Öffentlicher Raum, Obdachlosigkeit, Wohnungslosigkeit, Exklusion, Verdrängung, Repressionsmaßnahmen, Kriminalisierung, Broken-Windows-Theorie, Stadtsoziologie, Hilfesysteme, Soziale Ausgrenzung, Unsicherheitsgefühl, Lebenslage, Neubrandenburg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Zusammenwirken von öffentlichen Räumen und der sozialen Ausgrenzung von Obdachlosen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Soziologie des öffentlichen Raums, die Definition von Obdachlosigkeit sowie die Auswirkungen städtischer Repressionspolitik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Mechanismen aufzuzeigen, durch die Obdachlose aus dem öffentlichen Raum verdrängt werden und wie professionelle Hilfe diesen Prozessen entgegenwirken kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit stadtsoziologischen Modellen und einer Analyse von Hilfsangeboten der Sozialen Arbeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Funktionen des öffentlichen Raums, die Definitionen von Wohnungslosigkeit sowie Ursachen und Folgen der Exklusion obdachloser Personen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Obdachlosigkeit, Exklusion, Öffentlicher Raum und Soziale Arbeit geprägt.
Was besagt die „Broken-Windows-Theorie“ in diesem Kontext?
Sie liefert die theoretische Grundlage für Null-Toleranz-Strategien, indem sie davon ausgeht, dass sichtbare Unordnung zu Kriminalität führt und somit Repressionen gegenüber Obdachlosen legitimiert.
Warum erschwert die Vertreibung aus Innenstädten die Soziale Arbeit?
Durch die Verlagerung in Randgebiete bricht der Kontakt zu den dort konzentrierten Hilfesystemen ab, was eine effektive Unterstützung der Betroffenen deutlich erschwert.
Welche Rolle spielen informelle Arrangements?
Sie ermöglichen obdachlosen Personen unter bestimmten Bedingungen einen geschützten Aufenthaltsort, indem sie mit Geschäftstreibenden Vereinbarungen treffen, die eine gegenseitige Win-win-Situation schaffen.
- Quote paper
- Christin Burchardt (Author), 2017, Soziale Arbeit im Öffentlichen Raum und die Exklusion von Obdachlosen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/501263