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Pädagogische Diagnostik bei Leserechtschreibschwierigkeiten

Titel: Pädagogische Diagnostik bei Leserechtschreibschwierigkeiten

Hausarbeit , 2003 , 18 Seiten , Note: ohne Benotung

Autor:in: Victoria Behrend (Autor:in)

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Schon bei der Literatursuche zum Thema Legasthenie bzw. Leserechtschreibschwäche ist mir die Weite und Fülle des Gebietes bewusst geworden. Lesen und Schreiben sind im Laufe der Zeit zu den wichtigsten Kulturtechniken etabliert. Sie bilden das Medium der Verständigung und vor allem der Wissensvermittlung. Wer dann eine Lese- Rechtschreibschwäche hat, riskiert ins Abseits gedrängt zu werden. Da sich die Probleme des Schriftspracherwerbs in allen Kulturen mit Buchstabenschrift wieder spiegeln. Daher ist die Beschäftigung dieses Themas unerlässlich für jeden Lehrer. Im folgenden Beleg versuche ich einen kurzen Überblick über die Leserechtschreibschwäche zu geben. Zuerst habe ich mich mit der Begriffsbestimmung beschäftigt und habe untersucht, seit wann man sich eigentlich Gedanken darüber macht, dass es immer wieder Personen gibt, die das Lesen und Schreiben nur mit viel Aufwand und Mühe erlernen. Gewisse Lese- und Schreiblernvoraussetzungen sind notwendig, um die Lese- und Schreibentwicklungsstufen vom Kind durchlaufen zu können, ohne in einer der Stufen ins Stocken zu geraten. Wenn es doch ins Stocken gerät, durchläuft das Kind einzelne Stadien innerhalb der Legasthenie mit einer Vielfalt an Erscheinungsbildern. Die Ursachen basieren auf einem multikausalem Ansatz. In der Diagnostik gibt es eine Vielzahl von Tests, die hier jedoch nur aufgezählt werden können, da sonst der Rahmen gesprengt würde. Zum Schluss soll innerhalb der Förderdiagnostik verdeutlicht werden, wie wichtig nicht nur die Diagnostik sondern auch die gekoppelte Förderung dabei ist. Das Hauptaugenmerk liegt in der Tatsache, dass die Förderdiagnostik den Lernprozess begleitet und Strategien aufdeckt, wenn Lernschwierigkeiten zu entstehen beginnen, und zwar noch bevor diese offensichtlich werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung

3. Voraussetzungen für den Lese- und Schreiblernprozess

4. Stadien der Legasthenie

5. Merkmale der Legasthenie

6. Ursachen

7. Diagnostik

8.1 Testpsychologische Diagnostik

8.2 Diagnostik in der Grundschule

9. Förderdiagnostik

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, einen fundierten Überblick über das Thema Legasthenie bzw. Leserechtschreibschwäche zu geben. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie durch pädagogische Diagnostik und begleitende Förderdiagnostik Lernprozesse unterstützt und Lernschwierigkeiten frühzeitig identifiziert werden können.

  • Grundlagen der Begriffsbestimmung und historische Einordnung.
  • Voraussetzungen für einen erfolgreichen Lese- und Schreiblernprozess.
  • Die verschiedenen Stadien der Legasthenie und deren Symptomatik.
  • Methoden der testpsychologischen und schulischen Diagnostik.
  • Förderdiagnostik als begleitendes Instrument zur Lernprozessoptimierung.

Auszug aus dem Buch

3. Voraussetzungen für den Lese- und Schreiblernprozess

Herausgefilterte Basisfunktionen müssen gewährleisten, Sprache nicht nur zu hören, sondern auch die feinen Unterschiede in der Sprache wahrzunehmen, so dass die einzelnen Lese- und Schreibentwicklungsstufen vom Kind durchlaufen werden können, ohne in einer der Stufen ins Stocken zu geraten.

Breuer et al. (2000) haben diese Basisfunktionen in fünf Teilfähigkeiten gegliedert, die bei unzureichender Ausbildung eine spätere Lese-Rechtschreibschwäche wahrscheinlich machen. Sie haben diese als optische, phonematische, kinästhetische, melodische und rhythmische Differenzierungsfähigkeit beschrieben. Die Fähigkeit, aus Linien, Punkten und Winkeln bestehende Zeichen optisch zu gliedern, wird von Breuer et al. als optische Differenzierungsfähigkeit bezeichnet. Sie ist das grundlegende Element für die rasche und exakte Unterscheidung der Buchstaben. Fehlt diese genaue Erkennung der Besonderheiten der Buchstabengestalt, ist auch nur eine ungenaue Speicherung möglich. Kommt es dennoch zu solch einer nicht zweifelsfreien Speicherung der optischen Gestalt eines Buchstabens, kann dies zu Unsicherheiten bei der Graphem-Phonem-Beziehung führen und das Lesenlernen behindern.

Die phonematische Differenzierungsfähigkeit bezieht sich auf das Vermögen, Lautnuancen zu unterscheiden und einzelne Phoneme in Phonemfolgen zu erkennen. Sie ist die Voraussetzung für die Unterscheidung verschiedener, aber klangähnlicher Laute. Erfolgt hierbei nur eine unzureichende phonematische Differenzierung, so werden verwaschene Klangbilder gespeichert. Dies kann Unsicherheiten bei der Phonem-Graphem-Beziehung hervorrufen und macht laugetreues Lesen fast unmöglich (Hofmann, S.96).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Relevanz der Thematik für Lehrkräfte und gibt einen Überblick über den strukturellen Aufbau der Arbeit von der Begriffsbestimmung bis zur Förderdiagnostik.

2. Begriffsklärung: Dieses Kapitel beleuchtet historische Definitionen der Legasthenie und diskutiert den Wandel hin zu einem Verständnis als partielle Lernstörung.

3. Voraussetzungen für den Lese- und Schreiblernprozess: Hier werden fünf essenzielle Basisfunktionen wie die optische und phonematische Differenzierungsfähigkeit erläutert, die für den Schriftspracherwerb notwendig sind.

4. Stadien der Legasthenie: Das Kapitel beschreibt den Verlauf der Legasthenie in vier Stadien, wobei besonderes Augenmerk auf die psychischen Auswirkungen und die Entstehung von Teufelskreisen gelegt wird.

5. Merkmale der Legasthenie: Hier werden typische Symptome und Fehlerbilder wie Reversionen oder Inversionen beim Lesen und Schreiben detailliert dargestellt.

6. Ursachen: Dieses Kapitel verdeutlicht, dass Legasthenie auf ein multikausales Ursachengeflecht zurückzuführen ist.

7. Diagnostik: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über gängige testpsychologische Verfahren sowie praktische Ansätze für den Schulalltag.

9. Förderdiagnostik: Das letzte Kapitel erklärt den Ansatz der Förderdiagnostik, Lernprozesse durch gezielte Modelle zu begleiten und durch rechtzeitige Intervention Verfestigungen von Fehlern zu verhindern.

Schlüsselwörter

Legasthenie, Leserechtschreibschwäche, pädagogische Diagnostik, Förderdiagnostik, Lernprozess, Schriftspracherwerb, Differenzierungsfähigkeit, Phonem-Graphem-Beziehung, Lernstörung, Teufelskreis, Basisfunktionen, Grundschule, Lautbildung, Rechtschreibtraining, Lerntherapie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Grundlagen, den Erscheinungsbildern und den diagnostischen Möglichkeiten bei der Legasthenie im Kontext der Grundschule.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Definition von Legasthenie, die Voraussetzungen für den Lese- und Schreiblernprozess, die Stadien der Entwicklung sowie diagnostische Verfahren und Förderkonzepte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Diagnostik und eine begleitende Förderdiagnostik dazu beitragen können, Lernschwierigkeiten frühzeitig zu erkennen und erfolgreich zu intervenieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die eine fundierte Literaturanalyse und eine strukturierte Aufarbeitung pädagogischer Modelle zum Schriftspracherwerb nutzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen, die Symptomatologie der Stadien der Legasthenie, die Ursachen sowie konkrete diagnostische Instrumente und förderdiagnostische Modelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Legasthenie, Leserechtschreibschwäche, Förderdiagnostik, Schriftspracherwerb, Teufelskreis und Basisfunktionen.

Warum ist eine gute Lehrer-Schüler-Beziehung im dritten Stadium der Legasthenie so wichtig?

Da sich zu diesem Zeitpunkt bereits innerpsychische Teufelskreise gebildet haben, ist eine stabile Beziehung die notwendige Basis, damit pädagogische Hilfestellungen überhaupt eine Wirkung erzielen können.

Was unterscheidet die Förderdiagnose von einer klassischen Diagnose?

Während klassische Diagnosen oft erst Leistungsschwächen aufdecken, wenn Schwierigkeiten bereits bestehen, zielt die Förderdiagnose darauf ab, den Lernprozess kontinuierlich zu begleiten, um inadäquate Strategien zu erkennen, bevor diese manifest werden.

Welche Bedeutung haben die fünf Basisfunktionen für das Kind?

Sie ermöglichen die Wahrnehmung feinster Sprachunterschiede, was für ein flüssiges Durchlaufen der Lernstufen im Lesen und Schreiben unerlässlich ist.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Pädagogische Diagnostik bei Leserechtschreibschwierigkeiten
Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
ohne Benotung
Autor
Victoria Behrend (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
18
Katalognummer
V50091
ISBN (eBook)
9783638463898
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pädagogische Diagnostik Leserechtschreibschwierigkeiten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Victoria Behrend (Autor:in), 2003, Pädagogische Diagnostik bei Leserechtschreibschwierigkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/50091
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