Die Arbeit thematisiert das Konzept der Lebensqualität im Hinblick auf die Ursprünge, den Bedeutungswandel und die Geschichte dieses neuen Begriffs. Es werden mögliche Ziele der Lebensqualitätsforschung im stationären Setting erläutert und auf die diagnostischen Ansätze eingegangen. Dabei werden Testverfahren genannt und klassifiziert. Mit dieser Arbeit wird ein geeignetes Messinstrument für die Bestimmung der Auswirkungen des Therapieangebotes auf die Patienten einer allgemeinpsychiatrischen Station mit dem Schwerpunkt „Junge Erwachsene“ vorgestellt.
Die Qualitätssicherung von psychologischen bzw. psychiatrischen Einrichtungen gehört zu den gesetzlich verankerten Standards. Neben medizinischen Indikatoren werden subjektive Evaluationskriterien wie die Lebensqualität immer häufiger miteinbezogen. Die Lebensqualität ist auch auf der Ebene der Gesundheitsversorgungssysteme ein zunehmend bedeutsamer Indikator. Dabei geht es einerseits darum, die Gesundheitsversorgung zu planen und andererseits den Nutzen einer Therapie gegenüber ihren Kosten im Hinblick auf die Lebensqualität zu bewerten. Ziel der Lebensqualitätsforschung im stationären Setting ist es, die aktuelle Verfassung der Patienten zu beschreiben, einzelne Behandlungsstrategien und Therapiealternativen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Lebensqualität zu bewerten und die Betreuung der Patienten durch gezielte psychologische Hilfsangebote zu verbessern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Konzept der Lebensqualität
2.1. Die Geschichte des Begriffs Lebensqualität
2.2. Der Bedeutungswandel des Begriffs Lebensqualität
2.3. Die Geschichte des neuen Begriffs der Lebensqualität
2.4.Ziel der Erfassung von Lebensqualität im stationären Setting
2.5. Definition des Begriffs Lebensqualität
3 Diagnostische Ansätze
3.1. Klassifikation von Messverfahren
3.1.1. Krankheitsspezifische und krankheitsübergreifende Verfahren
3.1.2. Unidimensionale und multidimensionale Verfahren
3.1.3. Selbst- und Fremdbeurteilung
4 Verfahren zur Bewertung der Auswirkungen des Therapieangebotes einer Station auf die Lebensqualität der Patienten
4.1. Auswahlkriterien
4.2. WHOQOL-100
4.2.1. Entwicklung des Verfahrens
4.2.2. Aufbau und Auswertung
4.2.3. Gütekriterien, Vergleichswerte/Normen
5 Methode
5.1. Literaturrecherche
5.2. Verwendete Schlüsselworte und Suchstrategien
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der theoretischen Einordnung und praktischen Messbarkeit von Lebensqualität im klinischen Kontext. Das primäre Ziel ist die Identifikation und Evaluation eines geeigneten psychometrischen Messinstruments, um die Wirksamkeit von Therapieangeboten auf einer allgemeinpsychiatrischen Station für junge Erwachsene zu beurteilen.
- Historische Entwicklung und Bedeutungswandel des Begriffs Lebensqualität
- Methodische Ansätze zur Klassifikation diagnostischer Messverfahren
- Differenzierung zwischen krankheitsspezifischen und krankheitsübergreifenden Erhebungsinstrumenten
- Anforderungskriterien für die Auswahl von Messverfahren im klinischen Alltag
- Analyse und Eignungsprüfung des WHOQOL-100 für die stationäre Qualitätssicherung
Auszug aus dem Buch
4.2.1. Entwicklung des Verfahrens
Das WHOQOL Projekt wurde 1991 von der Division of Mental Health and Prevention of Substande Abuse der WHO in Genf ins Leben gerufen. Ziel dieses Projektes war die Entwicklung eines internationalen Instrumentes zur Erfassung der subjektiven Lebensqualität. Um dem Anspruch interkultureller Vergleichbarkeit gerecht zu werden, waren an der Entwicklung des Pilotprojektes 14 Forschungszentren beteiligt. Bei der Auswahl der Forschungszentren wurde besonderen Wert auf Heterogenität gelegt. Die Zentren weisen Unterschiede im Grad der Industrialisierung, der Kultur und der medizinischen Versorgung auf.
Das Ergebnis des Pilotinstrumentes umfasste insgesamt 236 Items und wurde in den unterschiedlichen Forschungszentren an gesundheitlich eingeschränkten und gesunden Menschen getestet, mit dem Ziel die Itemanzahl auf 100 zu minimieren (Schumacher, Klaiberg, Brähler, 2003). Die Festlegung der Struktur des WHOQOL-100 basiert auf der Entscheidung, dass jede der nach der psychometrischen Überprüfung als reliabel und valide eingestuften 25 Facetten der WHOQOL vier Items enthalten sollte (Angermeyer, Kilian, Matschinger, 2000).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Lebensqualitätsforschung für die Qualitätssicherung in psychiatrischen Einrichtungen und benennt das Ziel der Arbeit.
2 Das Konzept der Lebensqualität: Dieses Kapitel beleuchtet die historischen Ursprünge, den Bedeutungswandel von ökonomischen zu subjektiven Indikatoren und definiert den Begriff Lebensqualität theoretisch.
3 Diagnostische Ansätze: Hier erfolgt eine wissenschaftliche Klassifikation von Testverfahren, unterteilt in verschiedene methodische Dimensionen und Anwendungsbereiche.
4 Verfahren zur Bewertung der Auswirkungen des Therapieangebotes einer Station auf die Lebensqualität der Patienten: Dieses Kapitel leitet die Auswahlkriterien für ein passendes Messinstrument her und stellt den WHOQOL-100 detailliert als Lösung für das untersuchte Setting vor.
5 Methode: Es wird das Vorgehen bei der Literaturrecherche sowie die verwendeten Suchbegriffe und Strategien zur Informationsgewinnung offengelegt.
6 Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und bestätigt die Eignung des WHOQOL-100 für die stationäre Qualitätssicherung junger Erwachsener.
Schlüsselwörter
Lebensqualität, WHOQOL-100, psychische Gesundheit, klinische Diagnostik, stationäres Setting, Qualitätssicherung, subjektives Erleben, krankheitsspezifische Instrumente, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Psychometrie, Reliabilität, Validität, junge Erwachsene, therapeutische Evaluation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Fundierung und der praktischen Anwendung von Instrumenten zur Erfassung der Lebensqualität in der psychiatrischen Versorgung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese des Begriffs, der methodischen Klassifikation von Messverfahren sowie der praktischen Eignung von Fragebögen für das stationäre Umfeld.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist die Auswahl und Beschreibung eines geeigneten diagnostischen Verfahrens, um Therapieeffekte auf einer allgemeinpsychiatrischen Station bei jungen Erwachsenen messbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin stützt sich auf eine systematische Literaturrecherche, um den aktuellen Forschungsstand zu diagnostischen Instrumenten zu explorieren und zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Konzeptualisierung der Lebensqualität, die Klassifizierung von Messverfahren und die spezifische Analyse des WHOQOL-100.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Lebensqualität, WHOQOL-100, Qualitätssicherung, diagnostische Verfahren und die Evaluation stationärer Therapieangebote.
Warum ist der WHOQOL-100 laut Autorin besonders für junge Erwachsene geeignet?
Das Verfahren wird als ideal eingestuft, da es ein breites Spektrum abdeckt, selbsterklärend ist und einen Vergleich der Lebensqualität über verschiedene Zeitpunkte der Behandlung ermöglicht.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen diagnostischen Messverfahren?
Die Differenzierung erfolgt primär anhand der Kriterien: krankheitsspezifisch vs. krankheitsübergreifend, unidimensional vs. multidimensional sowie Selbst- vs. Fremdbeurteilung.
- Arbeit zitieren
- Jennifer Wesemann (Autor:in), 2019, Verfahren zur Messbarkeit von Lebensqualität im klinischen Setting, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/500525