Die Bedeutung der ökologischen Berichterstattung hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. In einer Zeitspanne von 9 Jahren von 1997 bis 2006 erhöhte sich die Anzahl der jährlich veröffentlichten Nachhaltigkeitsberichte von fünf auf über 1.200. In diesen Zeitraum und darüber hinaus haben aber auch gesetzliche Regelungen dazu geführt, dass diese Zahl weiter ansteigt. So veröffentlichten im Jahr 2015 bereits 72 von 150 der größten deutschen Unternehmen einen Nachhaltigkeitsbericht, was eine Steigerung von 11 % im Vergleich zum Jahr 2011 bedeutet. Auch bei den kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) hat die Anzahl in diesem Zeitraum um 38 Berichte zugenommen. Im Laufe der Zeit hat sich die Art und Weise der Nachhaltigkeits-berichterstattung weiterentwickelt und verändert, auch wenn die Qualität der Berichte teilweise noch rückläufig ist.
Die Beweggründe für Ihre Veröffentlichung sind allerdings umstritten. Gerade große Unternehmen erhalten in der Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit durch nachhaltige Maßnahmen. Diese Aufmerksamkeit könnte zum einen dazu genutzt werden um von negativen Geschäftspraktiken abzulenken, zum anderen kann die freiwillige soziale Verantwortung durch das Kreieren eines positiven Image auch ökonomisch lohnend für Unternehmen sein. Im Rahmen dieser Arbeit soll die Entwicklung der Bedeutung von nichtfinanziellen Kennzahlen aufgezeigt werden und inwieweit sich die Berichterstattung dieser Kennzahlen im Laufe der Zeit verändert hat. Dabei soll auch das Konzept der Environmental Profit and Loss Account (E P&L) vorgestellt werden. Des Weiteren soll die ökologische Berichterstattung im Allgemeinen kritisch betrachtet werden. Zuletzt wird die Methodik dieser Arbeit vorgestellt und auf weitere mögliche Forschungsdesigns eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Motivation
2. Begriffsdefinitionen
3. Ökologische Berichterstattung
3.1. Bisherige Berichterstattung von ökologischen Aspekten
3.2. Environmental Profit and Loss Account (E P&L)
4. Kritische Betrachtung des Sustainability Reporting
5. Vorstellung der Methodik für die vorliegende Arbeit
5.2. Vorgehensmodell der Literaturrecherche
5.3. Vorgehen der Literaturrecherche der vorliegenden Arbeit
6. Diskussion weiterer Forschungsdesigns
6.2. Experteninterview
6.3. Internetbasierte Befragung
6.4. Die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
7. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Studienarbeit untersucht die Entwicklung und Bedeutung der ökologischen Berichterstattung, wobei der Fokus insbesondere auf der erstmalig veröffentlichten ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung (Environmental Profit and Loss Account, E P&L) der Firma PUMA liegt. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, die Transparenz und Vergleichbarkeit nichtfinanzieller Kennzahlen im Rahmen nachhaltiger Unternehmensberichte kritisch zu hinterfragen.
- Entwicklung und Bedeutung nichtfinanzieller Kennzahlen
- Analyse des E P&L-Konzepts als Instrument zur Messung ökologischer Einflüsse
- Kritische Betrachtung von Standards der Nachhaltigkeitsberichterstattung
- Methodische Ansätze in der betriebswirtschaftlichen Forschung
- Diskussion über Transparenz und Vergleichbarkeit von Nachhaltigkeitsberichten
Auszug aus dem Buch
3.2. Environmental Profit and Loss Account (E P&L)
Für das Geschäftsjahr 2010 veröffentlichte PUMA im Jahr 2011 als erste Firma weltweit eine ökologische Gewinn- und Verlustrechnung. Im Folgenden sollen sowohl die Intention dieser Veröffentlichung, die Erstellung der ersten E P&L und deren Ergebnisse herausgestellt werden. Die Daten hierfür stammen aus der erstmals veröffentlichten Version der E P&L von PUMA aus dem Jahre 2011. Im Vorwort der ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung erklärt PUMA‘s Executive Chairman Jochen Zeitz wie es zu der Entwicklung dieser neuartigen Form der Gewinn- und Verlustrechnung gekommen ist. Bereits 1999 versuchte PUMA mithilfe von einigen nachhaltigen Initiativen die negativen ökologischen Auswirkungen zu minimieren.
Ende 2009 setzte sich PUMA sodann ehrgeizige Ziele um ihre CO2-Bilanz und andere Emissionswerte bis zum Jahre 2015 um 25% zu reduzieren. Im Rahmen dieser Zielsetzung entwickelte PUMA unter anderem eine umweltfreundlichere Verpackung. Und obwohl all diese Initiativen den negativen ökologischen Einfluss von PUMA minimierten, wollte PUMA noch mehr erreichen. Eine Studie namens „The Economics of Ecosystems and Biodiversity“ (TEEB) inspirierte das Unternehmen dazu den ökologischen Einfluss messbar zu machen. Jochen Zeitz entschied, dass das Projekt nur dann Sinn machen würde, wenn man die neu berichteten Zahlen genauso lesen könnte wie eine traditionelle Gewinn- und Verlustrechnung. Damit entstand die Definition der Environmental Profit and Loss Account. „An Environmental Profit & Loss Account is a means of placing monetary value on the environmental impacts along the entire supply chain of a given business.”
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Motivation: Dieses Kapitel führt in die zunehmende Relevanz der ökologischen Berichterstattung ein und begründet die Relevanz der Untersuchung im Kontext wachsender Nachhaltigkeitsanforderungen.
2. Begriffsdefinitionen: Hier werden zentrale Begriffe wie Nachhaltigkeit, CSR und Nachhaltigkeitscontrolling definiert und in den betriebswirtschaftlichen Kontext eingeordnet.
3. Ökologische Berichterstattung: Dieses Kapitel analysiert bestehende Standards der Nachhaltigkeitsberichterstattung und stellt das spezifische Konzept des Environmental Profit and Loss Account (E P&L) vor.
4. Kritische Betrachtung des Sustainability Reporting: Es erfolgt eine kritische Würdigung der Herausforderungen und Probleme bei der Erstellung und Vergleichbarkeit von Nachhaltigkeitsberichten.
5. Vorstellung der Methodik für die vorliegende Arbeit: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen bei der Literaturrecherche zur Erstellung der vorliegenden Arbeit.
6. Diskussion weiterer Forschungsdesigns: Hier werden qualitative Forschungsmethoden wie das Experteninterview, die internetbasierte Befragung und die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring diskutiert.
7. Ausblick: Das Fazit skizziert die zukünftige Entwicklung ökologischer Berichterstattung und deren zunehmende Bedeutung durch gesetzliche Regulierungen.
Schlüsselwörter
Ökologische Berichterstattung, Nachhaltigkeit, E P&L, Environmental Profit and Loss Account, PUMA, CSR, Nachhaltigkeitscontrolling, GRI, Nachhaltigkeitsberichte, nichtfinanzielle Kennzahlen, Sustainability Reporting, ökologische Gewinn- und Verlustrechnung, CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz, qualitative Inhaltsanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Betrachtung der ökologischen Berichterstattung von Unternehmen, mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem von PUMA entwickelten Modell der ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören Nachhaltigkeitsstandards, die Messbarkeit ökologischer Einflüsse durch das E P&L-Modell, sowie die kritische Analyse der Transparenz und Qualität von Nachhaltigkeitsberichten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel der Arbeit ist es, die Entwicklung der Bedeutung nichtfinanzieller Kennzahlen aufzuzeigen und zu untersuchen, inwieweit die Berichterstattung dieser Kennzahlen als sinnvoll oder verbesserungswürdig eingestuft werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Erstellung der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer systematischen Literaturrecherche und diskutiert zudem verschiedene qualitative Forschungsmethoden, die für eine weiterführende empirische Untersuchung geeignet wären.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Aufarbeitung der ökologischen Berichterstattung, eine detaillierte Analyse des PUMA E P&L-Konzepts sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Qualität und Vergleichbarkeit aktueller Nachhaltigkeitsberichte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nachhaltigkeitsberichterstattung, E P&L, CSR, nichtfinanzielle Kennzahlen und ökologische Gewinn- und Verlustrechnung charakterisiert.
Warum ist das PUMA E P&L-Modell so besonders für diese Arbeit?
Es dient als Pionierbeispiel, da PUMA weltweit als erstes Unternehmen ökologische Auswirkungen monetär in einer Gewinn- und Verlustrechnung darstellte, was eine völlig neue Transparenzebene in der Nachhaltigkeitsberichterstattung ermöglichte.
Inwiefern beeinflusst das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz die Berichterstattung?
Das Gesetz verpflichtet große Unternehmen zur Aufnahme nichtfinanzieller Erklärungen in ihre Lageberichte und stellt somit einen wesentlichen rechtlichen Treiber für die Standardisierung und Verbindlichkeit nachhaltiger Aspekte dar.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Die ökologische Gewinn- und Verlustrechnung von PUMA. Die ökologische Berichterstattung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/499476