Diese Arbeit schaut sich die Antifeministischen und Anti-Genderistischen Bewegungen im Netz genauer an. Nie zuvor war die Gesellschaft so von Social Media geprägt wie heute. Innerhalb kürzester Zeit entwickelten sich Soziale Medien zur beliebtesten Aktivität im Netz. Immer mehr Informationen waren dadurch mehr und mehr einfach zugänglich und immer mehr Diskussionen und Austausch zwischen Personen wurde auf die Online Welt übertragen. So auch Diskussionen und Beiträge zum Thema Feminismus. Wie in den folgenden Kapiteln dann noch näher erläutert wird, gab es mit jeder feministischen Bewegung auch eine Gegenbewegung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Eingrenzung des Themas
1.2 Fachbezug und Vorarbeit
2. Grundbegriffe
2.1 Antifeminismus
2.2 Anti-Genderismus
2.3 Digitale Öffentlichkeiten
3. Historischer Überblick
3.1 Vor Social Media
3.1.1 Erste antifeministische Gruppen als Gegner der zweiten „Welle“
3.1.2 Wandel mit der Zeit
3.1.3 Von Antifeminist/inn/en zu Anti-Genderist/inn/en
3.2 Veränderungen durch Social Media
4. Zusammenhang Antifeminismus und Anti-Genderismus mit digitalen Öffentlichkeiten
4.1 Strukturwandel und „Enthemmtheit“
4.2 Echokammern und Antifeminismus
5. Formen von Antifeminismus und Anti-Genderismus im Netz
5.1 Welche Artikulationsweisen gibt es und was bedeuten diese
5.2 Hate Speech
5.3 Mansplaining
5.4 Antifeministische Argumente
5.5 Trolling
6. Wo treten Antifeminismus und Anti-Genderismus auf
6.1 Mittlere Öffentlichkeiten
6.2 Einfache Öffentlichkeiten
7. Wie soll dem Antifeminismus entgegengewirkt werden
8. Unterschiede Männer und Frauen
9. Resümee/Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Dynamik und Ausprägung von Antifeminismus und Anti-Genderismus innerhalb digitaler Öffentlichkeiten aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive, mit dem Ziel, einen strukturierten Überblick über diese Phänomene und deren Erscheinungsformen in sozialen Medien und Online-Netzwerken zu geben.
- Strukturwandel der Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter
- Kommunikationswissenschaftliche Einordnung von Antifeminismus und Anti-Genderismus
- Analyse digitaler Interaktionsformen wie Hate Speech, Mansplaining und Trolling
- Untersuchung von Eskalationsmechanismen wie Echokammern
- Strategien zur Gegenwirkung in digitalen Räumen
Auszug aus dem Buch
Strukturwandel und „Enthemmtheit“
Zu Beginn der 2000er Jahre ereignete sich der sogenannte „Strukturwandel der Öffentlichkeit 2.0“. So zumindest wurde das Aufkommen des Internets und damit einhergehend auch die diversen Netzöffentlichkeiten, bei einem Kongress den „bpb“ in Kooperation mit dem Adolf Grimme Institut im Jahr 2003 veranstaltete, genannt. Bereits damals hoffte man darauf, dass das Internet maßgeblich dazu beitragen würde, sowohl Journalismus als auch Politik zu verändern. Außerdem erwartete man sich durch die Entwicklung neuer Öffentlichkeiten und die Miteinbeziehung von Randgruppen mehr Gleichberechtigung und auch vielfältigere, sachlichere Diskussionen. Diese erwartete Diskussionskultur entwickelte sich im Netz allerdings in eine andere Richtung. In den Jahren 2013 und 2014 wurden vor allem sogenannte „Shitstorms“, Hatespeech und auch Cybermobbing weltweit bekannt. Sowohl Geschlechterthemen als auch Feminismus sind Themen die auch im Internet besonders oft diskutiert werden. Dabei wird häufig sehr „enthemmt“ diskutiert und diese Enthemmtheit stellt ein maßgebliches Problem in der digitalen Öffentlichkeit dar (Ganz, Meßmer, 2015, S.59-60).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz digitaler Medien für den heutigen gesellschaftlichen Diskurs ein und skizziert die Fragestellung bezüglich antifeministischer und anti-genderistischer Bewegungen im Internet.
2. Grundbegriffe: Hier werden die zentralen Termini Antifeminismus, Anti-Genderismus und digitale Öffentlichkeiten definiert, um eine theoretische Basis für die weitere Untersuchung zu schaffen.
3. Historischer Überblick: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung antifeministischer Gruppierungen nach und beleuchtet, wie sich diese durch den Aufstieg digitaler Medien verändert haben.
4. Zusammenhang Antifeminismus und Anti-Genderismus mit digitalen Öffentlichkeiten: Es wird untersucht, wie der digitale Strukturwandel zur Enthemmung der Diskussionskultur beiträgt und welche Rolle Echokammern bei der Verbreitung antifeministischer Narrative spielen.
5. Formen von Antifeminismus und Anti-Genderismus im Netz: Die verschiedenen Artikulationsweisen wie Hate Speech, Mansplaining, antifeministische Argumentationsmuster und Trolling werden theoretisch und praxisnah eingeordnet.
6. Wo treten Antifeminismus und Anti-Genderismus auf: Das Kapitel differenziert zwischen mittleren und einfachen Öffentlichkeiten im Internet und zeigt auf, wo sich diese Phänomene bevorzugt manifestieren.
7. Wie soll dem Antifeminismus entgegengewirkt werden: Hier werden wissenschaftlich fundierte Strategien und Handlungsempfehlungen vorgestellt, um Antifeminismus im digitalen Raum konstruktiv entgegenzutreten.
8. Unterschiede Männer und Frauen: Dieser Abschnitt beleuchtet geschlechtsspezifische Unterschiede in Bezug auf die antifeministische Aktivität und Wahrnehmung.
9. Resümee/Fazit: Abschließend wird die Arbeit zusammengefasst und die Notwendigkeit weiterführender Forschung im Bereich der digitalen Inhaltsanalyse hervorgehoben.
Schlüsselwörter
Antifeminismus, Anti-Genderismus, digitale Öffentlichkeit, soziale Medien, Internet, Hate Speech, Mansplaining, Trolling, Echokammern, Kommunikationswissenschaft, Geschlechterforschung, Diskussionskultur, Online-Debatten, Shitstorms, digitale Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Verbreitung und Ausprägung von Antifeminismus und Anti-Genderismus innerhalb moderner digitaler Räume wie sozialen Medien und Foren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Strukturwandel der Öffentlichkeit, der Enthemmung digitaler Diskurse und der Identifikation spezifischer antifeministischer Kommunikationsformen.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, einen fundierten Überblick über die aktuelle Forschungslage zum Thema Antifeminismus im Netz zu geben und die kommunikationswissenschaftliche Relevanz aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Aufarbeitung bestehender theoretischer Modelle der digitalen Öffentlichkeit, um die Phänomene einzuordnen.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Grundbegriffen, dem historischen Wandel der Bewegungen, der Analyse digitaler Artikulationsformen und konkreten Gegenstrategien.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?
Zentrale Begriffe sind Antifeminismus, Anti-Genderismus, Hate Speech, Trolling, Mansplaining sowie die Konzepte der mittleren und einfachen digitalen Öffentlichkeiten.
Warum spielt der Begriff "Enthemmtheit" eine wichtige Rolle?
Der Begriff beschreibt das Phänomen, dass die Anonymität und Distanz des Internets dazu führt, dass die Diskussionskultur rauer wird und Hatespeech sowie Mobbing zunehmen.
Wie unterscheiden sich "mittlere" von "einfachen" Öffentlichkeiten?
Mittlere Öffentlichkeiten umfassen organisierte Portale oder Interessenvertretungen, während einfache Öffentlichkeiten sich meist auf Foren, soziale Medien und Kommentarspalten beziehen.
Welche konkreten Strategien werden gegen Antifeminismus vorgeschlagen?
Vorgeschlagen werden u.a. die Vernetzung von Wissenschaftler*innen, die Suche nach politischem Dialog, Differenzierung in der Argumentation und die Stärkung feministischer Präsenz im Netz.
Inwiefern beeinflussen Algorithmen die Radikalisierung?
Algorithmen tragen zur Bildung von Echokammern bei, in denen Nutzer primär auf Gleichgesinnte treffen, was die eigenen Meinungen verstärkt und die Auseinandersetzung mit anderen Sichtweisen minimiert.
- Arbeit zitieren
- Nina Gundacker (Autor:in), 2019, Antifeminismus und Anti-Genderismus in digitalen Öffentlichkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/499283