Ziel der Arbeit ist es, herauszufinden ob sich die gesetzliche Frauenquote insbesondere auf die Angehörigen der Generation Y diskriminierend auswirkt. Aus den Forschungsergebnissen soll ein Meinungsbild erfasst werden, aus dem hervorgeht, ob die gesetzliche Frauenquote von der Generation Y tendenziell anerkannt oder abgelehnt wird. Hierzu ist eine Online-Befragung der relevanten Zielgruppe durchgeführt worden. Zunächst wird jedoch im ersten Kapitel auf die Umsetzung und die Ziele der gesetzlichen Frauenquote sowie die damit verbundenen Pro- und Contra Argumenten eingegangen. Außerdem wird die Generation Y definiert und ihre Eigenschaften näher betrachtet.
Der Frauenanteil an der Gesamtbevölkerung in Deutschland beträgt mehr als 50 Prozent. Die fachliche Qualifikation und die Zahl der erwerbstätigen Frauen haben in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Trotzdem ist der Anteil von Frauen in Führungspositionen weiterhin gering. Lediglich 15,1 Prozent der Aufsichtsratsposten von den Top-200-Unternehmen in Deutschland, gemessen am Umsatz, waren 2013 von Frauen besetzt. Der Frauenanteil in den Vorständen der Top-200-
Unternehmen war mit 5,4 Prozent sogar noch geringer.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die gesetzliche Frauenquote und die Generation Y
2.1 Umsetzung und Ziel der gesetzlichen Frauenquote in Deutschland
2.2 Pro und Contra einer gesetzlichen Frauenquote
2.3 Spezifikation der Generation Y
3. Empirische Untersuchung der Diskriminierung aufgrund der gesetzlichen Frauenquote
3.1 Erhebungsdesign und Methodik
3.2 Auswertung der Erhebung
3.3 Kritische Würdigung der Online-Befragung
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der gesetzlichen Frauenquote auf die Angehörigen der Generation Y, um zu ermitteln, ob diese Bevölkerungsgruppe die Quote als Diskriminierung wahrnimmt oder als sinnvolles Instrument zur Gleichstellung anerkennt.
- Gesetzlicher Rahmen und Zielsetzung der Frauenquote in Deutschland
- Pro- und Contra-Argumente im gesellschaftlichen Diskurs
- Charakteristika und Wertvorstellungen der Generation Y
- Empirische Analyse der Einstellung zur Frauenquote mittels Online-Befragung
- Evaluation von Diskriminierungserfahrungen und Karrierechancen
Auszug aus dem Buch
2.3 Spezifikation der Generation Y
Generation Y wird die Bevölkerungskohorte genannt, die zwischen 1980 und 2000 geboren wurde. In Deutschland gehören rund zweiundzwanzig Prozent der Bevölkerung der Generation Y an (Vgl. Statistisches Bundesamt 2017, online). Als Synonym für die Angehörigen der Generation Y werden oftmals die Begriffe „Ypsiloner“ oder „Digital Natives“ verwendet. Als Digital Natives werden die Ypsiloner bezeichnet, da sie von klein auf mit neuen Technologien aufgewachsen sind und den Umgang damit hervorragend beherrschen. Die technologischen Möglichkeiten finden sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld der Generation Y vielfältigen Einsatz. Die Ypsiloner gelten als besonders gut ausgebildet und besitzen deshalb hohe Ansprüche an die Arbeitgeber und die Berufswelt.
Sie fordern von ihren Arbeitgebern eine Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben bzw. familienfreundliche Rahmenbedingungen ein (vgl. Huber/Rauch 2013, S. 10 ff.). Durch ein Überangebot von Chancen auf dem Arbeitsmarkt besteht für die Angehörigen der Generation Y ständig die Möglichkeit, den Arbeitgeber zu wechseln. Dieser Chance sind sich die Ypsiloner durchaus bewusst und nehmen diese Möglichkeit entsprechend wahr. In Zukunft wird die Frage nicht mehr lauten „Passe ich in Ihr Unternehmen?“ sondern „Passt Ihr Unternehmen in meinen Lebenslauf?“ (vgl. Tulgan 2009, S. 10 f.). Nach einer Studie der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers aus dem Jahr 2011, in welcher 4.364 Absolventen aus 75 Ländern zum Berufseinstieg und ihrer Zukunft befragt wurden, antworteten mehr als die Hälfte, dass sie im Verlauf ihres Berufslebens voraussichtlich bei zwei bis fünf Arbeitgebern beschäftigt sein werden (vgl. PwC 2015, online).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel beleuchtet den unterrepräsentierten Frauenanteil in deutschen Führungspositionen und stellt das politische Ziel sowie die Forschungsfrage der Arbeit vor.
2. Die gesetzliche Frauenquote und die Generation Y: Hier werden die gesetzlichen Hintergründe, die Pro- und Contra-Debatten sowie die spezifischen Merkmale der Generation Y als Zielgruppe dieser Arbeit dargelegt.
3. Empirische Untersuchung der Diskriminierung aufgrund der gesetzlichen Frauenquote: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Design der durchgeführten Online-Befragung, wertet die erhobenen Daten aus und unterzieht die Methodik einer kritischen Würdigung.
4. Schlussbetrachtung: Die Ergebnisse werden zusammengeführt, um zu bewerten, inwiefern die Frauenquote die Einstellung der Generation Y beeinflusst und welche langfristigen gesellschaftlichen Auswirkungen zu erwarten sind.
Schlüsselwörter
Frauenquote, Generation Y, Diskriminierung, Gleichstellung, Führungspositionen, Arbeitsmarkt, Online-Befragung, Unternehmenskultur, Digital Natives, Chancengleichheit, Karriere, Selbstverpflichtung, Personalentscheidungen, Gleichberechtigung, Wirtschaftsberatung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Einstellung der Generation Y zur gesetzlichen Frauenquote in Deutschland und untersucht, ob diese Gruppe die Quote als diskriminierend empfindet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die rechtlichen Rahmenbedingungen der Frauenquote, die soziologische Einordnung der Generation Y sowie die empirische Auswertung von Diskriminierungsgefühlen im Berufsleben.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein Meinungsbild der Generation Y zur Frauenquote zu erfassen und zu prüfen, ob sich diese Generation durch die gesetzlichen Vorgaben diskriminiert fühlt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor führte eine quantitative Online-Befragung unter 101 Angehörigen der Generation Y durch, um empirische Daten zur Fragestellung zu gewinnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Aufarbeitung der gesetzlichen Regelungen und der Definition der Generation Y sowie in die methodische Durchführung und Auswertung der empirischen Umfrage.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Frauenquote, Generation Y, Diskriminierung, Gleichstellung, Führungspositionen und Chancengleichheit.
Wie nimmt die Generation Y die Frauenquote laut Umfrage wahr?
Die Umfrageergebnisse zeigen eine deutliche Skepsis; eine Mehrheit der Befragten lehnt die gesetzliche Frauenquote ab und bevorzugt eine stärkere Gewichtung von individueller Leistung gegenüber dem Geschlecht.
Was ist der Hauptgrund für die empfundene Diskriminierung?
Insbesondere männliche Teilnehmer gaben an, dass sie sich diskriminiert fühlen, weil aus ihrer Sicht das Geschlecht bei der Stellenbesetzung höher gewichtet wird als die individuelle Qualifikation.
Wird die Frauenquote als Heilmittel für die Unterrepräsentanz gesehen?
Die Mehrheit der Teilnehmer sieht in der Frauenquote keinen richtigen Weg; stattdessen werden oft freiwillige Selbstverpflichtungen der Unternehmen als effektiverer Ansatz diskutiert.
- Arbeit zitieren
- Benjamin Kupke (Autor:in), 2017, Ein Jahr gesetzliche Frauenquote. Segen oder Diskrimierung?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/498922